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Beschreibung
vor 2 Wochen
Wer bin ich, wenn niemand hinsieht? Und wer darf ich sein, wenn
alle mich sehen? Dorian Gray ist jung, schön und begehrt. Sein
Äußeres öffnet ihm Türen, verschafft ihm Anerkennung, schützt
ihn. Was dieses Bild stört – Schuld, Begehren, Alter –
verschwindet. Es landet in einem Gemälde, das niemand sehen darf.
Dort wird sichtbar, was Dorian nicht zeigen will. Außen bleibt er
makellos, innen zerfällt er.
Oscar Wildes Roman zeigt eine Gesellschaft, die nur duldet, was
schön aussieht. Abweichung ist nur erlaubt, solange sie sich
dekorativ tarnt, uneindeutig bleibt. Wer dazugehören will, lernt,
sich anzupassen, wer anderes begehrt, sich zu verbergen.
Dorians Geschichte ist kein fernes, viktorianisches Märchen.
Heute verschwinden Widersprüche in Zahlen, Profilen und
Marktwert. Wir glätten Biografien, filtern Emotionen, denn:
Sichtbar sein heißt bewertet werden, unsichtbar sein heißt
verschwinden. Wie lebt man mit dem Abstand zwischen der eigenen
Sehnsucht und dem eigenen Bild?
Der norwegisch-finnische Regisseur Heiki Riipinen, ehemaliger
Teilnehmer des Internationalen Regienachwuchsprogramms WORX am
Berliner Ensemble, bringt "Das Bildnis des Dorian Gray" als
modernes Mythenspiel auf die Bühne. Zwischen Begehren und
Kontrolle, zwischen Selbstentwurf und Selbstverlust stellen er
und sein Team sich die Frage: Was kostet es, man selbst zu sein?
Mehr Informationen und Karten für "Das Bildnis des Dorian Gray"
erhalten Sie hier:
https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/das-bildnis-des-dorian-gray
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