(Hoch-)Deutschstunde im Ohnsorg-Theater - Ein Kommentar op Platt

(Hoch-)Deutschstunde im Ohnsorg-Theater - Ein Kommentar op Platt

vor 2 Wochen
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Beschreibung

vor 2 Wochen
Hochdeutsche Zusammenfassung des Kommentars:

„Deutschstunde – Bilder in Flammen" ist eine Inszenierung, die zu
Herzen geht – dank einer starken Geschichte und wunderbarer
Schauspielerinnen und Schauspieler, die alles aus sich herausholen.
Und doch bleibt ein Wermutstropfen: Der größte Teil des Stücks wird
nicht auf Platt erzählt, sondern auf Hochdeutsch – so, wie
Siegfried Lenz es aufgeschrieben hat. Auf Plattdeutsch sind nur die
Dialoge, und auch die nicht komplett.

Das wirft eine alte, unbequeme Frage neu auf: Wie viel Hochdeutsch
verträgt das plattdeutsche Theater auf der großen
Ohnsorg-Bühne?

Für mich ist: so viel nicht! Wäre es nicht gerade die Aufgabe des
Ohnsorg gewesen, zu zeigen, dass auch die wunderbare Sprache von
Siegfried Lenz auf Platt funktioniert? Peter Nissen, der große
Meister-Übersetzer und „Plattpapst", der kurz nach der Premiere am
Ostermontag gestorben ist und für den „Deutschstunde" sein letztes
übersetztes Theaterstück war – er hätte es sicher hinbekommen. Wer,
wenn nicht er! Die komplett auf hochdeutsch gehaltenen
Rahmenhandlung birgt auch eine Gefahr: Das Plattdeutsche in den
Dialogen droht zu einer bloßen Farbe zu verkommen. Nach dem Motto:
So haben sie damals eben in den Dörfern an der Nordsee
geschnackt.... Lokalkolorit ist das dann - mehr nicht. Schon
verschiedentlich wurde es diskutiert: ein hochdeutschter Anteil in
den Stücken des Ohnsorgs soll mehr Publikum ins Theater locken.
Aber ist das der richtige Weg? Oder braucht das plattdeutsche
Theater originellere Ideen?

Was meinen Sie? Ärgert Sie der hohe Hochdeutsch-Anteil auf der
Ohnsorg-Bühne auch – oder ist das für Sie in Ordnung? Wollen Sie
mehr davon, weniger – oder Platt pur? Schreiben Sie uns oder
schicken Sie eine Sprachnachricht über die NDR Hamburg App oder per
Mail an 903platt@ndr.de.
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