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Beschreibung
vor 1 Woche
Warum werden «Klimakleber», nicht aber die Verursacher des
Klimawandels strafrechtlich verfolgt? Die Rechtssoziologie
betont, dass die Gesellschaft nur nach Massgabe ihrer
Funktionssysteme auf den Klimawandel reagieren kann.
Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Recht sehen jeweils etwas
anderes, wenn sie auf den Klimawandel blicken.
Klimawissenschaftliche Erkenntnisse schlagen sich deshalb nicht
automatisch im Rechtssystem nieder, sondern nur, wenn sie in Form
eines Konflikts vor Gericht gebracht werden. Das Strafrecht tut
sich in besonderer Weise schwer, Klimaschäden individuell
zuzurechnen. Dies erklärt etwa, warum der «Dieselskandal»
strafrechtlich als Wirtschafts- und nicht als Umweltdelikt
behandelt wird.
Bijan Fateh-Moghadam, Professor für Grundlagen des Rechts und
Life Sciences-Recht an der Universität Basel plädiert dafür, das
Recht grundlegend zu überdenken, anhand neuer Konzepte wie dem
Schutz künftiger Generationen oder der Anerkennung von Natur als
Rechtssubjekt. Er zeigt auf, wie «ein Marsch durch die Systeme»
bereits heute Veränderungen ermöglicht. Basis soll dabei die
Einsicht sein, dass wir im Anthropozän leben, indem das
Klimasystem massgeblich durch menschliches Handeln beeinflusst
wird.
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