Fokus: Strafrecht

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Der Strafrechts-Podcast der Universität Zürich
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Episoden

Anatomie der Makrokriminalität
30.06.2026
43 Minuten
Wenn Verbrechen nicht gegen, sondern durch das System begangen werden.


Zum Auftakt der 3. Staffel widmet sich Claude Eric Bertschinger im Gespräch mit Prof. Nadine Zurkinden und Clara Rigoni dem Konzept der Makrokriminalität: Von dessen Entstehung über die Bedeutung von systemischer Konformität, Kontrolle und Legitimierung, bis zu den strukturellen Bedingungen, die Menschenrechtsverletzungen, Kriegsverbrechen oder organisierte Gewalt ermöglichen. Diskutiert werden auch die Herausforderungen fürs Straf- und Völkerstrafrecht, wenn Verbrechen nicht von EinzeltäterInnen begangen werden, sondern das Ergebnis sind von kollektiven Prozessen.


Dr. iur. Clara Rigoni ist Maître Assistante an der École des sciences criminelles der Universität Lausanne und gemeinsam mit Nadine Zurkinden im Vorstand der SAK.
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Trailer: Makrokriminalität
23.06.2026
5 Minuten
Goldwäsche, Drogenkriminalität, Gewalt an den EU-Aussengrenzen, die Verfolgung der Schweizer Jenischen oder die Beteiligung von Unternehmen an Kriegsverbrechen: Makrokriminalität umfasst schwere, oft komplexe Verbrechen. Sie betreffen nicht nur Einzelpersonen, sondern ganze Gesellschaften. Ermöglicht durch vorherrschende legale Strukturen werden sie oft systematisch durch Staaten oder Kollektive begangen.


Wir freuen uns, die 3. Staffel von «Fokus: Strafrecht» in Kooperation mit der Schweizer Arbeitsgruppe für Kriminologie SAK zu präsentieren.
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PFAS: «Don't panic, but don't wait»
09.06.2026
55 Minuten
Die sogenannten Ewigkeitschemikalien sind ein industrielles Erfolgsmodell, weil sie Produkte wasser-, fett- und schmutzabweisend machen. Gleichzeitig werden PFAS heute weltweit in Böden, Gewässern, Lebensmitteln und sogar im menschlichen Körper nachgewiesen.


Prof. Dr. Sebastian Heselhaus ist Ordinarius für Europa-, Völker- und Öffentliches Recht an der Universität Luzern, mit Schwerpunkt vergleichendes Umweltrecht und Risikoregulierung. Er schildert, wie PFAS in die Nahrungskette gelangen und weshalb man mittlerweile von einer globalen Langzeitbelastung sprechen muss. Er beleuchtet die Regulierungsansätze in der Schweiz und der EU, die Rolle des Vorsorgeprinzips und die Schwierigkeiten im Umgang mit Risiken, deren Folgen sich erst Jahrzehnte später zeigen.
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In dubio pro natura: Rechtsmethodologie neu gedacht
26.05.2026
53 Minuten
Trotz wachsender Regulierung verschärfen sich Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Umweltverschmutzung weiter. Nils Schaks, Professor für öffentliches Recht mit Schwerpunkt Life Science-Recht beschreibt die aktuelle Lage als «Hamsterrad», mit viel Aktivität, aber wenig strukturellem Fortschritt. Hier setzt sein Ansatz “Law and Nature” an. Statt auf den Erlass neuer Gesetze zu warten, schlägt er eine methodologische Weiterentwicklung vor: Bestehendes Recht neu zu lesen, etwa durch eine stärkere ökologische Auslegung. Mit einem Prinzip «in dubio pro natura» wäre bei mehreren möglichen Interpretationen jene zu bevorzugen, die Umwelt- und Klimabelange stärker schützt.


Auch die zeitliche Dimension nimmt Nils Schaks in den Blick. Während finanzpolitische Instrumente wie die Schuldenbremse explizit künftige Generationen schützen, fehlt ein vergleichbarer Mechanismus für ökologische «Schulden». Dabei betreffen Umwelt- und Klimaentscheidungen nicht nur die ferne Zukunft, sondern bereits heutige Generationen.
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Klimawandel aus rechtssoziologischer Sicht
12.05.2026
59 Minuten
Warum werden «Klimakleber», nicht aber die Verursacher des Klimawandels strafrechtlich verfolgt? Die Rechtssoziologie betont, dass die Gesellschaft nur nach Massgabe ihrer Funktionssysteme auf den Klimawandel reagieren kann. Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Recht sehen jeweils etwas anderes, wenn sie auf den Klimawandel blicken. Klimawissenschaftliche Erkenntnisse schlagen sich deshalb nicht automatisch im Rechtssystem nieder, sondern nur, wenn sie in Form eines Konflikts vor Gericht gebracht werden. Das Strafrecht tut sich in besonderer Weise schwer, Klimaschäden individuell zuzurechnen. Dies erklärt etwa, warum der «Dieselskandal» strafrechtlich als Wirtschafts- und nicht als Umweltdelikt behandelt wird.


Bijan Fateh-Moghadam, Professor für Grundlagen des Rechts und Life Sciences-Recht an der Universität Basel plädiert dafür, das Recht grundlegend zu überdenken, anhand neuer Konzepte wie dem Schutz künftiger Generationen oder der Anerkennung von Natur als Rechtssubjekt. Er zeigt auf, wie «ein Marsch durch die Systeme» bereits heute Veränderungen ermöglicht. Basis soll dabei die Einsicht sein, dass wir im Anthropozän leben, indem das Klimasystem massgeblich durch menschliches Handeln beeinflusst wird.
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Über diesen Podcast

Klimawandel, KI und Digitalisierung, gesellschaftliche Umwälzungen: Wir diskutieren mit Expert:innen aus dem Recht und anderen Disziplinen über aktuelle Herausforderungen und ihre Bedeutung für das Schweizerische Strafrecht. «Fokus: Strafrecht» bietet 2-wöchentlich spannende Einblicke, für Profis und solche, die es werden wollen. Hosts: Prof. Dr. Nadine Zurkinden, Assistenzprofessorin an der Universität Zürich und Rechtsanwalt Dr. Claude Eric Bertschinger, Dozent an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW. Produktion: Wilma Rall Kontakt: fokus.strafrecht@ius.uzh.ch
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Klimawandel aus rechtssoziologischer Sicht
Klimawandel aus rechtssoziologischer Sicht

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