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Episoden

60 Minuten
Gemäss Art. 199 StGB ist Sexarbeit grundsätzlich legal. Dennoch ist es schwierig, sie rechtmässig auszuüben, wegen des föderalen Flickenteppichs mit diversen rechtlichen Regelungen.

Lorena Molnar ist Kriminologin und Leiterin des vom SNF geförderten Forschungsprojekts PREVICT-SW an der Universität Fribourg. Darin untersucht sie die Zusammenhänge von Viktimisierung, Stigmatisierung und Regulierung, und wie man staatliche Gewaltprävention und Selbstbestimmung von Sexarbeitenden verbinden kann. Im Gespräch vergleicht sie die vier europäischen Regulierungsmodelle und erklärt, weshalb Dekriminalisierung den besten Schutz von Sexarbeitenden verspricht, aber weitreichende rechtliche, institutionelle und gesellschaftliche Veränderungen voraussetzt.

Das Gespräch ist in englischer Sprache.
57 Minuten
Zwischen 1926 und 1973 wurden den Schweizer Jenischen ihre Kinder weggenommen. Jenische wurden entmündigt, zwangsinterniert und sterilisiert. Wie konnte ein solches Unrecht in einem demokratischen Rechtsstaat über Jahrzehnte bestehen?

Nadja Capus, Strafrechtsprofessorin an der Universität Neuenburg ordnet die Verfolgung als Makrokriminalität ein. Sie spricht über das Verbrechen gegen die Menschlichkeit und beleuchtet die umstrittene Frage, ob die Verfolgung den Tatbestand des Völkermords erfüllt, im Lichte von Zerstörungsabsicht, systematischen Kindswegnahmen, Rückwirkungsverbot, Verjährung und den Grenzen des Völkerstrafrechts.

Bezüglich der bis heute sehr zögerlichen Aufarbeitung spricht Nadja Capus von «willful ignorance»: Problematisch sei nicht nur das fehlende Wissen. Vielmehr müsse man sich die Frage stellen, wie institutionelle Entscheidungen dazu beitragen, dass bestimmtes Wissen gar nicht erst entsteht.
48 Minuten
Opfer von Menschenhandel sind selten eingesperrt. Wer Menschen ausbeutet, übt meist subtil Kontrolle über sie aus, indem er ihre wirtschaftlichen, sozialen oder migrationsrechtlichen Abhängigkeiten ausnutzt.

Fanie Wirth von der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration FIZ in Zürich kennt die diversen Erscheinungsformen von Menschenhandel in der Schweiz. Sie erklärt, wie wichtig opferzentrierter Betroffenenschutz und das Opferhilfegesetz sind, und auf welche praktischen und juristischen Schwierigkeiten stösst, wer Betroffene unterstützt und in einem allfälligen Strafverfahren begleitet. Sie zeigt auf, wo aktuell Defizite bei der Prävention von Menschenhandel bestehen und welche strukturellen Veränderungen notwendig wären, um den Opferschutz wirksam zu stärken.
58 Minuten
Unternehmen entwickeln militärische KI, steuern Drohnen oder sichern Militärstützpunkte. Mit der zunehmenden Privatisierung moderner Kriegsführung ergeben sich rechtlich diverse, neue Herausforderungen. Wer trägt innerhalb komplexer Unternehmensstrukturen die Verantwortung, wenn Völkerrecht verletzt wird? Sophia Zademack, Juristin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Zürich spricht über die Rolle privater Unternehmen im Krieg, bestehende Haftungsmodelle, die Grenzen des internationalen Strafrechts und mögliche Reformansätze.
54 Minuten
Welche Drogenpolitik ist am vielversprechendsten, um gesundheitliche Schäden und soziale Folgekosten zu minimieren? Und welche Ansätze sind vereinbar mit den UN‑Drogenkonventionen (Einheitskonvention von 1961, Psychotropenkonvention von 1971 und UN‑Übereinkommen gegen den illegalen Drogenhandel von 1988)?

Darüber sprechen wir mit Juristin Vivian Stein, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin an der Universität Zürich. Sie erklärt, wie Gesetze, Politik und Gesellschaft die Drogenpolitik prägen. Sie skizziert die Vor‑ und Nachteile von repressiver Kriminalisierung, Entkriminalisierung und Legalisierung und zeigt, wie sich diese auf Gesundheitsschutz und Bekämpfung der organisierten Kriminalität auswirken. Schliesslich beleuchtet sie, inwiefern die UN‑Drogenkonventionen den nationalen Handlungsspielraum einschränken, bzw. Freiräume eröffnen.
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Über diesen Podcast

Klimawandel, KI und Digitalisierung, gesellschaftliche Umwälzungen: Wir diskutieren mit Expert:innen aus dem Recht und anderen Disziplinen über aktuelle Herausforderungen und ihre Bedeutung für das Schweizerische Strafrecht. «Fokus: Strafrecht» bietet 2-wöchentlich spannende Einblicke, für Profis und solche, die es werden wollen. Hosts: Prof. Dr. Nadine Zurkinden, Assistenzprofessorin an der Universität Zürich und Rechtsanwalt Dr. Claude Eric Bertschinger, Dozent an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW. Produktion: Wilma Rall Kontakt: fokus.strafrecht@ius.uzh.ch
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„Fokus: Strafrecht“

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