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Beschreibung
vor 4 Tagen
Man begegnet ihm nicht einfach – man gerät in seinen Strom.
Matthias „Masu“ Baumgartner ist kein Künstler im herkömmlichen
Sinn, sondern ein Suchender, ein Findender, einer, der das
Sichtbare durchdringt, bis es zu sprechen beginnt. Seine Kunst
ist kein Produkt, sondern ein Prozess. Ein Geschehen. Ein leises,
manchmal wildes Atmen zwischen Farbe, Form und Seele.
Schon früh zeigte sich diese eigenwillige Verbindung zur Welt der
Bilder. Ein Kind, das eine Pietà nachzeichnet – unbeholfen
vielleicht, doch getragen von einer inneren Notwendigkeit. Lob
war der erste Funke. Doch das Feuer, das daraus entstand, nährte
sich aus etwas Tieferem: dem unbedingten Drang, zu gestalten, zu
erfahren, zu „tun“.
Der Begriff „PanArt“ ist mehr als eine Wortschöpfung. Er ist ein
Weltbild. „Pan“ – das griechische Wort für alles. „Art“ – die
Kunst. Zusammen ein Bekenntnis: Alles ist Kunst. Und jeder Mensch
trägt sie in sich.
Baumgartners Ansatz ist radikal demokratisch. Kunst ist kein
Privileg der Begabten, sondern ein Grundzustand des Menschseins.
Sie verschwindet nur manchmal – verschüttet durch Zweifel, Kritik
oder das Vergessen der eigenen Wahrnehmung. PanArt will nichts
lehren im klassischen Sinn. Sie will freilegen.
Die Technik folgt dabei keiner starren Regel. Im Gegenteil: Das
Bild übernimmt. „Nicht du malst das Bild, das Bild malt dich“ –
dieser Gedanke zieht sich wie ein leiser Leitfaden durch sein
Werk. Strukturen werden gelesen, Formen entdeckt, Figuren
entstehen aus dem Untergrund wie Erinnerungen, die sich plötzlich
zeigen.
Im stillen Wald von Frastanz-Bodenwald steht ein Haus, das mehr
ist als ein Gebäude. Das „Bilderhaus“ ist ein lebendiger
Organismus aus Farbe, Material und Atmosphäre.
Hier riecht Kunst. Im wörtlichen Sinn. Baumgartner mischt seine
Farben selbst – organisch, lebendig, vergänglich. Sie gären,
verändern sich, reagieren. Wie das Leben selbst. Kein steriles
Atelier, sondern ein Raum, in dem Prozesse stattfinden.
Wer diesen Ort betritt, spürt schnell: Hier geht es nicht um
Perfektion. Hier geht es um Begegnung. Mit sich selbst, mit dem
Unbewussten, mit dem, was zwischen den Linien liegt.
Sein Künstlername ist kein Zufall. „Masu“ – ein Wort, das in
verschiedenen Sprachen und Bedeutungen auftaucht. „Es tun“. „Es
heiligen“. „Es verehren“.
Vielleicht beschreibt es genau das, was sein Leben ausmacht: ein
unermüdliches Tun, getragen von einer stillen Ehrfurcht vor dem
Prozess selbst. Seine Signatur versteckt sich oft im Bild,
beinahe scheu, als wolle sie nicht stören. Denn im Zentrum steht
nicht der Künstler – sondern das Werk, das sich selbst entfaltet.
Mit zunehmendem Alter wird der Blick weiter – und zugleich
klarer. Baumgartner spricht offen über das Ende, ohne Pathos,
ohne Angst. Der Tod ist für ihn kein Gegenpol zum Leben, sondern
Teil derselben Bewegung.
„Ich war von allem die Ursache“, sagt er. Ein Satz, der nicht
belastet, sondern befreit. Verantwortung wird hier nicht zur
Last, sondern zur Erkenntnis. Das Leben – ein dichtes Geflecht
aus Entscheidungen, Begegnungen, Farben.
Und vielleicht ist genau das der Kern seiner Kunst: eine tiefe
Zustimmung zum Dasein.
Das Bilderhaus ist kein Museum. Es ist ein Erlebnisraum. Wer sich
darauf einlässt, verlässt ihn selten unverändert. Es ist ein Ort,
an dem man nicht nur Kunst betrachtet, sondern sich selbst ein
Stück näherkommt.
Für Kunstinteressierte, Suchende oder einfach Neugierige ist
dieser Ort eine stille Entdeckung – fern von großen Bühnen, aber
reich an innerer Weite.
Name: Matthias „Masu“ Baumgartner
Geburtsjahr: 1946
Begriff: Begründer der PanArt („Alles ist
Kunst“)
Wirkungsorte: Vorarlberg, Wien, international
(u. a. Belgien)
Besonderheit: Entwicklung eigener Farbtechniken
und intuitiver Malprozesse
Bilderhaus: Frastanz-Bodenwald – Atelier,
Ausstellungs- und Erfahrungsraum
Künstlername „Masu“: Bedeutungen u. a. „es tun“,
„es verehren“
Werkumfang: Tausende Bilder, über 100
Ausstellungen, internationale Kurstätigkeit
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