Gibt es morgen noch Kaffee? – Live vom KLARTEXT-Event in Berlin

Gibt es morgen noch Kaffee? – Live vom KLARTEXT-Event in Berlin

vor 2 Tagen
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Beschreibung

vor 2 Tagen
_„Ich bin nach der letzten Preiserhöhung weg von Tchibo.“ „Und dann
wundern sich alle, wenn die Kundschaft ausbleibt.“_ Solche
Kommentare sind kein Einzelfall – und genau hier setzt diese
besondere Folge von „5 Tassen täglich“ an. LIVE aufgenommen beim
KLARTEXT-Dialog in Berlin: Gibt es morgen noch Kaffee? Die Antwort:
komplex, unbequem – jedoch nicht hoffnungslos. Denn Kaffee und
Kakao stehen unter Druck. Ernteausfälle, Klimawandel, steigende
Kosten und volatile Märkte verändern gerade ein System, das lange
als selbstverständlich galt. Und: Die Veränderungen passieren nicht
irgendwann, sondern jetzt. „Der Klimawandel ist im Supermarkt
angekommen“, bringt es Ritter-Sport-CEO Andreas Ronken auf den
Punkt. Gleichzeitig wird klar: Zukunft wächst langsam. Neue,
resilientere Pflanzen brauchen Jahre. Farmen müssen umgebaut
werden. Einkommen stabilisiert werden. Wer heute nicht investiert,
wird morgen keinen Kaffee mehr ernten. Tchibo setzt genau hier an –
mit dem Programm Coffee2Stay. Ziel: Bis 2027 soll der gesamte
Rohkaffee verantwortungsvoll eingekauft werden. Statt sich auf
Siegel zu verlassen, geht das Unternehmen direkt in die
Lieferketten, arbeitet mit inzwischen rund 22.000 Farmen und setzt
auf konkrete Wirkung vor Ort. Doch die Folge zeigt auch die
Reibungspunkte: Höhere Preise sind notwendig – aber schwer
vermittelbar. Teuer heißt nicht automatisch fair. Siegel geben
Orientierung – sind aber nicht die ganze Lösung. Und: Verantwortung
lässt sich nicht einfach an Konsumentinnen und Konsumenten
delegieren. Verbraucherschützer Markus Kamrad bringt es nüchtern
auf den Punkt: Vertrauen entsteht nicht durch Preise allein,
sondern durch Transparenz. Gleichzeitig fordert er klare Regeln und
Orientierung im Siegel-Dschungel. Auch die Politik steht in der
Pflicht: Ohne verlässliche Rahmenbedingungen bleibt nachhaltiger
Wandel Stückwerk. Und ohne wirtschaftliche Perspektiven im Ursprung
wird keine Farmerin und kein Farmer langfristig Kaffee oder Kakao
anbauen. Am Ende bleibt eine unbequeme Erkenntnis: Jeder Einkauf
ist eine Entscheidung – und Teil der Lösung oder eben das Problem.
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