Starke Kinder im Sport – Mentale Tipps für Eltern von Sportkindern

Starke Kinder im Sport – Mentale Tipps für Eltern von Sportkindern

vor 4 Tagen
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Beschreibung

vor 4 Tagen

Ich gebe mentale Tipps für Eltern von Sportkindern, basierend auf
häufig gestellten Fragen. Ich thematisiere die Wichtigkeit der
Reflexion schlechter Tage und den Aufbau von Selbstvertrauen von
Kindern. Ein weiterer Fokus liegt auf der Kommunikation mit
Trainern und der Fokussierung auf Prozesse statt Ergebnisse.


Key Takeaways



Geduld nach Mentalcoaching: Nach einem ersten
Mentalcoaching kann es vorübergehend zu einer Verschlechterung
der Leistung kommen, da das System verändert wird. Dies ist
vergleichbar mit einer anfänglichen Talfahrt beim Verbessern
einer Technik, wie beim Golfschwung, bevor eine deutliche
Verbesserung eintritt. Eltern sollten in dieser Phase Geduld
mit ihren Kindern haben.


Reflexion schlechter Tage: Schlechte Tage
sollten nicht einfach ignoriert werden, sondern zur Reflexion
genutzt werden. Ich empfehle abends aufzuschreiben, was gut
gelungen ist, wo Verbesserungen nötig sind und was man gelernt
hat. Schlechte Tage lehren oft mehr als gute Tage, was sowohl
für Kinder als auch für Eltern gilt.


Selbstvertrauen als Konto: Selbstvertrauen ist
nicht statisch, sondern funktioniert wie ein Bankkonto mit
Einzahlungen und Abbuchungen. Wenn mehr abgezogen als
eingezahlt wird, schwindet das Selbstvertrauen, was sich in
Aussagen wie „Das kann ich nicht“ äußert. Um einzuzahlen,
sollten wöchentlich kleine Erfolge und Fortschritte im Training
oder Alltag gemeinsam mit dem Kind notiert werden.


Umgang mit negativen Gedanken: Das Gehirn
neigt dazu, negative Dinge wie Klettverschluss festzuhalten und
positive Dinge abperlen zu lassen (Teflon-Effekt). Eltern
sollten ihren Kindern helfen, sich bewusst auf kleine
Erfolgserlebnisse zu fokussieren, um dieses natürliche Defizit
zu „überlisten“. Hohe, unrealistische Ansprüche, wie das
Streben nach 74% in einer Dressuraufgabe, sollten hinterfragt
werden.


Produktiver innerer Dialog: Wichtig ist, dass
der innere Dialog in Performance-Situationen produktiv und
handlungsanweisend ist, nicht zwingend immer positiv. Sich
selbst zu belügen, führt nicht weiter, daher muss der Dialog
realistisch bleiben.


Trainerrolle: Es ist wichtig, dass Jugendliche
die Theorie hinter ihrer Technik verstehen, auch wenn dies
primär Aufgabe des Trainers ist. Eltern sollten vermeiden,
Trainerersatz zu spielen, da dies Kinder in ein Dilemma bringt,
wessen Anweisungen sie folgen sollen. Der Trainer bleibt immer
der Trainer, und Eltern sollten ihn respektieren.


Beziehung zum Trainer pflegen: Eine gute
Beziehung zwischen Kind und Trainer sowie zwischen Eltern und
Trainer ist essenziell, da Kinder dies wahrnehmen und eine
schlechte Beziehung sie belasten kann. Eltern sollten ihre
Erwartungen an die Zusammenarbeit klar kommunizieren, da
Trainer keine Gedanken lesen können. Dies sollte stets auf
Augenhöhe und mit Wertschätzung geschehen.


Fokus auf Prozesse statt Ergebnisse: Der
wichtigste Punkt ist, sich ab sofort null auf das Ergebnis zu
fokussieren, sondern ausschließlich auf die Fortschritte und
Anstrengungen des Kindes. Ergebnisse sind oft nicht
kontrollierbar (z.B. durch Wetter oder Richterentscheidungen).
Wenn das Kind am Prozess dranbleibt, wird sich der Erfolg
irgendwann einstellen.


Vertrauen beginnt bei sich selbst: Wenn Kinder
ihren Eltern oder Trainern nicht vertrauen, liegt dies oft an
der Beziehung des Elternteils zu sich selbst. Eltern sollten
ihr eigenes „Vertrauenskonto“ prüfen: Wie freundlich sind sie
zu sich selbst? Das Vertrauen der Kinder entwickelt sich mit
der Zeit, wenn Eltern sich selbst vertrauen.



Weiterlesen in meinem Buch „Sportmentaltraining. Erfolg beginnt
im Kopf“, 3. Auflage, oder „Golf mental: Mentale Stärke auf und
neben dem Platz“, 3. stark überarbeitete Auflage.
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