MDR KULTUR trifft... Bernd Mottl

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vor 3 Monaten
Zum 225. Geburts- und 175. Todestag des Komponisten Albert Lortzing findet an der Leipzig Oper vom 30. 04. bis 03. 05. das Lortzing Festival statt. Am 25.04. ist Premiere „Regina“, Regie: Bernd Mottl.
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Beschreibung

vor 3 Monaten
Zehn Aufführungen sind beim Lortzing Festival in Leipzig zu
erleben, darunter am 24.04. in der Musikalischen Komödie die
Spieloper „Der Waffenschmied“. Die selten gespielte Revolutionsoper
„Regina“ feiert am 25.04. im Opernhaus Premiere, in einer
Inszenierung von Bernd Mottel. Das Gewandhausorchester wird von
Constantin Trinks dirigiert. Vor fast 180 Jahren mußte Albert
Lortzing Leipzig nach Unstimmigkeiten und künstlerischen
Differenzen verlassen, doch seine Musik ist untrennbar mit Leipzig
verbunden. In dieser Stadt lebte und arbeitete der 1801 in Berlin
geborene Komponist, Librettist, Schauspieler, Sänger und Dirigent
am längsten und erschuf die meisten seiner Werke, darunter acht
Opern. Vor allem mit seinen Komödien feierte Albert Lortzing
Erfolge, darüber hinaus engagierte er sich politisch und
gesellschaftlich. Er war Mitglied im Verein „Tunnel über der
Pleiße“, in dem sich die politische Opposition während des Vormärz
traf und in der Leipziger Freimaurerloge „Balduin zur Linde“. Nach
Leipzig lebte Albert Lortzing in Wien und Berlin, wo er 1851 völlig
verarmt im Alter von 49 Jahren verstarb. Zwischen 1835 und 1850 war
er der bedeutendste deutsche Opernkomponist. Bis weit in die
Nachkriegszeit gehörten seine Opern zu den meistgespielten Werken
im deutschsprachigen Raum. Im Jahr 1848 und in Wien beendete Albert
Lortzing die kaum bekannte Oper „Regina“, als auch dort der
deutsche Revolutionsversuch gescheitert war, in der Stadt, in der
sein Freund Robert Blum, der in Leipzig den Sturz der sächsischen
Regierung und demokratische Grundrechte gefordert, hingerichtet
ward. Diese seine „Freiheits-Oper“ spiegelt den Geist der
Frankfurter Paulskirche, als Tagungsort der ersten deutschen
Nationalversammlung und der 1848er Revolution wider. Für Regisseur
Bernd Mottl eine besondere Freude und Ehre gerade diese Oper in
Leipzig, der Stadt der Friedlichen Revolution von 1989 und in
gegenwärtiger politischer Zeit zur Premiere zu führen. In
Mönchengladbach wurde Bernd Mottl 1965 geboren. An der Freien
Universität Berlin studierte er Theater und Musikwissenschaften.
Zusammen mit Marcel Pomplun gründete er die Studiobühne der FU neu.
Hier inszenierte Bernd Mottl von 1988 bis 1994 mit Studenten der
Berliner Schauspielhochschulen zahlreiche Aufführungen, die auch
auf europäischen Festivals gezeigt wurden. Er assistierte zudem bei
den Regisseuren Harry Kupfer und John Dew. Seit 1994 arbeitet Bernd
Mottl als freischaffender Regisseur an Bühnen in Deutschland,
Österreich und der Schweiz. Sein Repertoire umfaßt Oper,
Schauspiel, Musical und Operette. Zunächst brachte er an der
Neuköllner Oper einige vielbeachtete Musical-Uraufführungen mit dem
Autor Peter Lund zur Premiere, inszenierte dann am Staatstheater
Cottbus, am Maxim Gorki Theater Berlin, an der Staatsoper Hannover,
an der Oper Köln, dem Staatsschauspiel Dresden, am Theater
Heidelberg, am Schauspiel Kiel, am Berliner Renaissance-Theater und
weiteren zahlreichen Bühnen. 2018 zeigte er am Staatstheater
Wiesbaden eine Interpretation von Richard Wagners „Die
Meistersinger von Nürnberg“. Bei den hessischen Theatertagen 2019
erhielt Bernd Mottl für „Schade, daß sie eine Hure war“ von John
Ford den Preis für die beste Inszenierung und den Publikumspreis
2022 des Hans Otto Theaters Potsdam für das Musical „Cabaret“. Die
Inszenierung „Der Vogelhändler“ am Staatstheater am Gärtnerplatz
München erhielt vom Bayerischen Rundfunk die Auszeichnung
Operetten-Frosch für die Spielzeit 2023/ 2024. 2026 wird Bernd
Mottl an der Semperoper Dresden debütieren. Moderation Ellen
Schweda
Redaktion: Angelika Zapf
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