Louise Nevelson: "Royal Tide IV" und seine Geschwister" - Sakrales aus dem Trümmerhaufen (1959-1963)

Louise Nevelson: "Royal Tide IV" und seine Geschwister" - Sakrales aus dem Trümmerhaufen (1959-1963)

vor 2 Wochen
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Beschreibung

vor 2 Wochen

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New York City sei, so konstatierte es Louise Nevelson einst, die
größte Collage der Welt. Für die Künstlerin offenbarte sich die
Metropole nicht als bloßes Raster aus Stahl und Beton, sondern
als ein unerschöpflicher Fundus aus Fragmenten und ausrangierten
Relikten der menschlichen Zivilisation – ein gewaltiges Archiv
des Vergessenen, das auf seine Überführung in eine neue Ordnung
harrt. Aus diesen hölzernen Überresten, bestehend aus Setzkästen,
Tischbeinen und urbanen Trümmern, formte Nevelson Werke, denen
trotz ihrer materiellen Herkunft kein Geruch von Abfall anhaftet.
Vielmehr wohnt ihnen der Geist der Architektur, der Geschichte
und einer beinahe sakralen (religiös-feierlichen) Anmutung inne.
Im Zentrum dieser Betrachtung steht das Werk „Royal Tide IV“
(Königliche Gezeiten IV) aus den Jahren 1959/60, heute ein
Schlüsselwerk der Sammlung des Museum Ludwig in Köln. Nevelson
transformiert hier das Prinzip der Assemblage (einem
gestalterischen Verfahren, bei dem verschiedene Objekte zu einem
Ganzen zusammengefügt werden) in eine monolithische (wie aus
einem Guss wirkende), golden strahlende Wand. Es entsteht ein
begehbares Ereignis, in dem das Prinzip des „e pluribus unum“
(aus vielen eines) eine Brücke zum Göttlichen schlägt. Die
zwischen 1959 und 1963 entstandene, fünfteilige „Royal
Tide“-Serie markiert dabei einen entscheidenden Wendepunkt im
Schaffen der Künstlerin: Es ist der Moment, in dem Nevelson das
Licht selbst zum werkgestaltenden Material erhebt und sich
konsequent der Farbe Gold zuwendet. Während die einzelnen
„Geschwisterwerke“ heute über internationale Spitzenmuseen wie
das Whitney Museum in New York oder das Louisiana Museum bei
Kopenhagen verteilt sind, bietet die raumgreifende Wand in Köln
eine einzigartige Gelegenheit, die Spannung zwischen urbaner
Fragmentierung und herrscherlicher Ordnung zu ergründen. Wie
gelingt es der Künstlerin, durch die Nivellierung
(Ebnung/Vereinheitlichung) materieller Unterschiede eine derart
physische und zugleich transzendente (die Erfahrungswelt
überschreitende) Raumwirkung zu erzeugen?-----Unterstützt vom
"Bund Deutscher Kunsterzieher e.V. (BDK) - Landesverband
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