Der Karsamstag ist ein Dazwischen-Tag

Der Karsamstag ist ein Dazwischen-Tag

vor 1 Woche
Morgenimpuls mit Vanessa Grbavac
3 Minuten
Podcast
Podcaster
Der Start in den Tag

Beschreibung

vor 1 Woche
Heute ist Karsamstag. Ein Tag, der ein Dazwischen
markiert.  Ein Tag, der noch die Stille vom Karfreitag
trägt. Trotzdem ein normaler Werktag. Ein Tag, der schon den
morgigen Tag erahnen lässt.  Wir wissen ja, was morgen
ist.  Die Menschen rund um Jesus wussten es nicht.
Vielleicht ahnten sie es. Vermutlich glaubten sie
es.  Aber was mir noch im Ohr klingelt, sind die
Karfreitagsdiskussionen. Stichwort: Tanzverbot. Ich kann mich
darüber nicht mehr empören. Sollte ich aber doch als gute Christin
oder? Empört es dich?  Wenn Menschen trauern, dann tun
sie dies doch auch auf ganz unterschiedliche Weisen. Mancher ist
voller Tränen. Andere voller Wut. Manch einer lenkt sich stark ab.
Und das ist für mich total okay. Nein, es ist sogar
wichtig.  Meinen Lernenden sag ich immer, dass sie Kinder
nicht um ihre Trauer bringen sollen. Kindern klar sagen, was
passiert ist ohne Beschönigungen, Wege der Trauer ausprobieren
lassen.  Dann lasst sie doch tanzen. Würde ich am
liebsten dann laut rufen, wenn diese Diskussion in der
Öffentlichkeit wieder aufflammt – jedes Jahr.  Wenn sie
wüssten, warum es diesen Tag gibt. Hätten sie alle dann noch Lust
zu tanzen?  Für mich braucht es den Karfreitag. Denn ohne
Sterben, Leiden und Tod keine Auferstehung. Es braucht aber auch
den Karsamstag. Denn die Trauer hat auch ihren Platz in unserem
Leben. Der Tod und somit auch die Trauer lässt sich nicht
ausklammern, selbst im Leben Jesu, also selbst bei Gott nicht. -
Gott sei Dank.  Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis
Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von
ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen
im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan
Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander
verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als
Podcast.   
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