Lothar H. Wieler: Wie KI die Medizin entlasten kann

Lothar H. Wieler: Wie KI die Medizin entlasten kann

vor 2 Wochen
Der Mutmacher-Podcast
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Beschreibung

vor 2 Wochen

Unser Gesundheitssystem ist leistungsfähig – und zugleich an
vielen Stellen überlastet: zu wenig Personal, zu viel Bürokratie,
lange Wege, überfüllte Praxen und Kliniken. In dieser Folge
sprechen wir mit Prof. Dr. Lothar Wieler,
Mikrobiologe, Tiermediziner und Public-Health-Experte, vielen
bekannt als langjähriger Präsident des Robert Koch-Instituts.
Heute arbeitet er am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam im
Bereich Digital Global Public Health und
beschäftigt sich mit der Frage, wie digitale Medizin Krankheiten
früher erkennen, besser vorbeugen und Gesundheitschancen
gerechter machen kann.


Wieler benennt die strukturellen Probleme klar: Die Trennung
zwischen ambulanter und stationärer Versorgung, falsche Anreize
im Vergütungssystem, zu viele ineffiziente Krankenhausstrukturen,
enorme Bürokratie und eine zu schwache Prävention machen das
System teuer, oft ineffizient und teilweise sogar ineffektiv.
Sein Punkt ist deutlich: Deutschland hat kein Erkenntnisproblem,
sondern ein Umsetzungsproblem. 


Gleichzeitig macht Wieler klar, warum Digitalisierung und KI
keine Spielerei sind, sondern eine notwendige Basisinfrastruktur.
Sie können dort helfen, wo heute Zeit, Energie und Qualität
verloren gehen: bei Dokumentation, Informationsübergaben,
Diagnoseunterstützung und Versorgungssteuerung. Besonders
eindrücklich ist sein Beispiel eines am Hasso-Plattner-Institut
entwickelten Tools, das Pflegekräfte bei der Dokumentation
entlastet und dadurch wieder mehr Zeit für Patientinnen und
Patienten schafft.


Auch bei der Diagnostik sieht Wieler großes Potenzial: KI kann
Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen, aber sie kann ihr Gedächtnis,
ihre Mustererkennung und ihre Geschwindigkeit sinnvoll ergänzen.
Gerade bei Bilddiagnostik und datenbasierten Vorhersagen werde
sich in den nächsten Jahren viel bewegen – auch wenn Deutschland
durch Regulierung und Risikoaversion oft langsamer ist, als es
sein müsste. 


Wichtig ist ihm dabei der menschliche Maßstab: Digitale Medizin
darf nicht technokratisch über Menschen hinwegrollen. Wieler
spricht über ethische Fragen, Datenschutz und den sogenannten
Black-Box-Effekt – und plädiert dafür, Risiken ernst zu nehmen,
aber den gesellschaftlichen Nutzen nicht aus dem Blick zu
verlieren. Sein Mutmacher-Kern: Gute Digitalisierung ersetzt
nicht den Menschen, sondern schafft Freiräume, damit Medizin
wieder menschlicher werden kann. 


Eine Folge über die Schwächen unseres Gesundheitssystems, die
Chancen von Digitalisierung und KI – und über die Frage, wie aus
Technik echte Entlastung entstehen kann.


Ada-App


Die von Professor Wieler erwähnte Ada-App ist
eine KI-gestützte Gesundheitsanwendung, die als Symptom-Checker
und medizinisches Informationsportal fungiert. Sie wurde von der
Ada Health GmbH entwickelt, einem Team aus Ärzten und
Wissenschaftlern, um Menschen dabei zu helfen, ihre Symptome
besser einzuschätzen. Weitere Infos gibt es hier:
https://ada.com/de/app/


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