Nicole Nau, Du sprichst lieber von Männern und Frauen anstelle von Leader und Follower?
vor 1 Tag
Wenn Beine zu Messern werden: das Geheimnis der argentinischen
Beinarbeit
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Beschreibung
vor 1 Tag
In Teil 2 des Gesprächs mit Nicole Nau setzen wir fort über die
kulturellen Wurzeln und die „Wahrheit“ des Ursprungs des Tango
Argentino. Wir sprechen über Bewegung und Technik, über das
Rollenverständnis: Mann und Frau statt Leader und Follower, und was
Nicole Nau am modernen Tango-Betrieb kritisiert. Nicole Nau sieht
den Tango als „urbane Folklore“, die aus dem Schrei nach Befreiung
unterdrückter Gruppen wie Sklaven und Gauchos entstanden ist. Der
Tango sei im Kern „schwarze Musik“, synkopische Rhythmen vermischen
sich mit der indigenen Melancholie. Die oft erzählten
Bordell-Geschichten bezeichnet sie als bloße „Filmkulisse“ und
kommerzielle Nebenschauplätze, die der Ernsthaftigkeit und
kulturellen Tiefe des Tanzes nicht gerecht werden. Ein zentrales
Thema ist die technische Einzigartigkeit des Tangos, die Nau vor
allem in der Beinarbeit im Raum des Partners sieht – ein Merkmal,
das den Tango von allen anderen Tänzen der Welt unterscheidet.
Figuren wie der Ocho (die Acht) entstanden ursprünglich, weil die
Menschen in sandigem Boden tanzten und die Figuren dort sichtbar
wurden. Die Tänzerin plädiert dafür, die ursprüngliche „wellige,
runde und freie“ Form des Tangos zu bewahren, anstatt ihn in
moderne, lineare und viereckige Schemata zu pressen. Die Begriffe
„Leader“ und „Follower“ lehnt sie ab, da diese die kulturelle
Essenz von Mann und Frau im Tango nicht erfassen. Der Mann ist die
„Säule“ und der Rahmen; er bewegt nicht die Frau direkt, sondern er
bewegt den Raum, in dem die Frau tanzt. Und die Frau ist keine
passive Folgende, sondern eine aktive Tänzerin, die ihren
"Eigensinn“ und ihre Stärke in den Dialog einbringt.
kulturellen Wurzeln und die „Wahrheit“ des Ursprungs des Tango
Argentino. Wir sprechen über Bewegung und Technik, über das
Rollenverständnis: Mann und Frau statt Leader und Follower, und was
Nicole Nau am modernen Tango-Betrieb kritisiert. Nicole Nau sieht
den Tango als „urbane Folklore“, die aus dem Schrei nach Befreiung
unterdrückter Gruppen wie Sklaven und Gauchos entstanden ist. Der
Tango sei im Kern „schwarze Musik“, synkopische Rhythmen vermischen
sich mit der indigenen Melancholie. Die oft erzählten
Bordell-Geschichten bezeichnet sie als bloße „Filmkulisse“ und
kommerzielle Nebenschauplätze, die der Ernsthaftigkeit und
kulturellen Tiefe des Tanzes nicht gerecht werden. Ein zentrales
Thema ist die technische Einzigartigkeit des Tangos, die Nau vor
allem in der Beinarbeit im Raum des Partners sieht – ein Merkmal,
das den Tango von allen anderen Tänzen der Welt unterscheidet.
Figuren wie der Ocho (die Acht) entstanden ursprünglich, weil die
Menschen in sandigem Boden tanzten und die Figuren dort sichtbar
wurden. Die Tänzerin plädiert dafür, die ursprüngliche „wellige,
runde und freie“ Form des Tangos zu bewahren, anstatt ihn in
moderne, lineare und viereckige Schemata zu pressen. Die Begriffe
„Leader“ und „Follower“ lehnt sie ab, da diese die kulturelle
Essenz von Mann und Frau im Tango nicht erfassen. Der Mann ist die
„Säule“ und der Rahmen; er bewegt nicht die Frau direkt, sondern er
bewegt den Raum, in dem die Frau tanzt. Und die Frau ist keine
passive Folgende, sondern eine aktive Tänzerin, die ihren
"Eigensinn“ und ihre Stärke in den Dialog einbringt.
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