Cabeceo - Gespräche über den Tango Argentino
Gespräche über den Tango Argentino
Trailer
08. Januar 2023
Podcaster
Episoden
01.04.2026
1 Stunde 6 Minuten
In Teil 2 des Gesprächs mit Nicole Nau setzen wir fort über die kulturellen Wurzeln und die „Wahrheit“ des Ursprungs des Tango Argentino. Wir sprechen über Bewegung und Technik, über das Rollenverständnis: Mann und Frau statt Leader und Follower, und was Nicole Nau am modernen Tango-Betrieb kritisiert. Nicole Nau sieht den Tango als „urbane Folklore“, die aus dem Schrei nach Befreiung unterdrückter Gruppen wie Sklaven und Gauchos entstanden ist. Der Tango sei im Kern „schwarze Musik“, synkopische Rhythmen vermischen sich mit der indigenen Melancholie. Die oft erzählten Bordell-Geschichten bezeichnet sie als bloße „Filmkulisse“ und kommerzielle Nebenschauplätze, die der Ernsthaftigkeit und kulturellen Tiefe des Tanzes nicht gerecht werden. Ein zentrales Thema ist die technische Einzigartigkeit des Tangos, die Nau vor allem in der Beinarbeit im Raum des Partners sieht – ein Merkmal, das den Tango von allen anderen Tänzen der Welt unterscheidet. Figuren wie der Ocho (die Acht) entstanden ursprünglich, weil die Menschen in sandigem Boden tanzten und die Figuren dort sichtbar wurden. Die Tänzerin plädiert dafür, die ursprüngliche „wellige, runde und freie“ Form des Tangos zu bewahren, anstatt ihn in moderne, lineare und viereckige Schemata zu pressen. Die Begriffe „Leader“ und „Follower“ lehnt sie ab, da diese die kulturelle Essenz von Mann und Frau im Tango nicht erfassen. Der Mann ist die „Säule“ und der Rahmen; er bewegt nicht die Frau direkt, sondern er bewegt den Raum, in dem die Frau tanzt. Und die Frau ist keine passive Folgende, sondern eine aktive Tänzerin, die ihren "Eigensinn“ und ihre Stärke in den Dialog einbringt.
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04.03.2026
57 Minuten
Die Profitänzerin und Choreografin Nicole Nau ist in Düsseldorf geboren, und lebt seit Jahrzehnten in Buenos Aires. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Tänzer Luis Pereyra, erforscht sie die ursprünglichen Wurzeln des Tango Argentino, und präsentiert das Ergebnis sowohl im Buch "Der Klang meiner Erde" als auch in einer Show. Vielfach kolportiert wird die Entstehung des Tango Argentino in verruchten Hafenvierteln in der Gegend des Rio de la Plata. Das Künstlerpaar Nicole Nau und Luis Pereyra stellen dagegen die These auf, dass der Tango viel „argentinischer“ ist als bisher angenommen und dass seine Wurzeln in der ländlichen Folklore sowie in der der vorkolumbianischen indigenen Kultur liegen. Der Tango habe seine Basis im „Tanzen in Erde und Sand“. Der Gaucho ist die zentrale Figur, die sich zum städtischen Compadre und damit zum Tangotänzer wandelte. Im Teil 1 des Gesprächs (diese Episode) erzählt Nicole Nau über die Ursprünge des Tango Argentino, über den Unterschied - den es nicht geben sollte - zwischen dem Tanzen auf der Bühne und im sozialen Kontext der Milonga, über ihre Kritik am modernen Tango und an Wettbewerben, wie den jährlichen Weltmeisterschaften. Tango ist für sie eine „ernste Angelegenheit“. Der Tango sei ein ritueller, fast heiliger Moment der Begegnung. Mit ihrem Ehemann Luis Pereyra und ihrer Company El Sonido de mi Tierra tourt sie durch die ganze Welt. Die Kraft des Tango stammt aus der „Kraft der Erde“ und der Geschichte unterdrückter Völker, das ist der Kernpunkt der aktuellen Show VIDA. Zu sehen ist sie in Österreich und Deutschland im Februar und März 2026, und dann nochmals 2027.
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04.02.2026
1 Stunde 5 Minuten
Wer Tango tanzt, macht viel für die eigene Gesundheit. Denn Berührung, ohne die Tango Tanzen kaum möglich ist, gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Und die Dosis an Berührung ist auf Milongas ja außergewöhnlich hoch. Wie kommt es zur gesundheitsfördenden Wirkung von Berührung? Die Haut ist das Organ, an dem unser Selbstbewusstsein, unsere Identität hängt und das über eine eigene Intelligenz verfügt. Wie entsteht das Wohlgefühl einer sanften Berührung? Was passiert dabei im Körper? Welche Arten von Berührung gibt es, und wer darf uns wie berühren? In dieser Episode spreche ich darüber mit der Massage- und Körpertherapeutin Gabriele Mariell Kiebgis. Gemeinsam mit Prof. Dr. Bruno Müller-Oerlinghausen hat sie das Buch "Berührung: Warum wir sie brauchen, und wie sie uns heilt" geschrieben. Weiters hat Gabriele Mariell Kiebgis auch das Buch "Lehrbuch der Psychoaktiven Massage (PAM): Berührung als integrativ-komplementäre Therapie" gemeinsam mit anderen Autor/innen verfasst. Darin stellt sie die theoretischen Grundlagen sowie die Praxis einer berührungstherapeutischen Methode vor, die dem Grundbedürfnis nach Berührung gerecht wird und präventiv die psychophysische Gesundheit fördert. Bei soviel Beschäftigung mit Berührung ist es kein Zufall, dass Mariell auch begeisterte Tangotänzerin ist, und ihr eigene Milonga "mare Tango" in Kressbronn am Bodensee veranstaltet.
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07.01.2026
1 Stunde 23 Minuten
Einem Teil der Tango-Community ist Buenos Aires ziemlich egal. Andere schwärmen von einer Reise ins Mekka des Tango Argentino, und sie wollen es nicht bei einem einzigen Aufenthalt bleiben lassen. Petra Wimmer (nachzuhören in Episode 4 des Cabeceo Podcast) ist sogar von Österreich nach Buenos Aires gezogen. Barbara Fiala ist noch nicht soweit, sie hat im November 2025 ihre erste Reise in die Hauptstadt Argentiniens und des Tangos gemacht. Josef Herget, der zweite Gesprächspartner, hält sich dagegen seit Jahren regelmäßig dort auf, und kennt daher die Sitten und Gebräuche mittlerweile sehr gut.
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03.12.2025
1 Stunde 41 Minuten
Mit 1. Dezember 2025 gibt es bei SaTho Tango in Wien keine Gruppenkurse mehr und keine Milongas. Damit geht eine Ära in Wien zu Ende.
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Über diesen Podcast
Tango Argentino gut zu tanzen ist wohl für viele Personen eine
Herausforderung. Diese Herausforderung setzt sich aus vielen
kleineren und größeren Herausforderungen zusammen: die Einladung
zum Tanz mittels Cabeceo; die Umarmung; Tanz-Elemente wie Caminata,
Ocho, Parada, Boleo, Sacada, Giro, Gancho, etc.; komplexe
Sequenzen; das Prinzip von Lead und Follow; das fortwährende
Improvisieren zu den Melodien und musikalischen Stimmen; die
Körperhaltung und die Balance. Groß ist aber dann die Belohnung für
die oft langjährigen Bemühungen. So groß, dass manche von einer
regelrechten Sucht sprechen. In diesem Podcast begegne ich
Menschen, die sich intensiv mit dem Tango Argentino
auseinandersetzen. Möglicherweise ist das Darüber-Sprechen eine
Sucht-Therapie. Aber will man vom Tango Argentino wirklich
loskommen? Ein Podcast von Heinz Duschanek, Wien
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