Danke, Iran! | Von Hermann Ploppa

Danke, Iran! | Von Hermann Ploppa

vor 2 Wochen
14 Minuten
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Beschreibung

vor 2 Wochen

Die unerwartete Ausdauer und Intelligenz der iranischen
Kriegsführung hat nicht nur Schwächen des Wertewestens
aufgedeckt. Der iranische Vorstoß eröffnet uns Chancen, die
totalitären Machenschaften westlicher Militärs, Politiker und
Plattformkapitalisten zu stoppen.


Ein Standpunkt von Hermann Ploppa.


Wer hätte das gedacht? Der militärisch hoffnungslos unterlegene
Iran kann sich gegen den Goliath USA erfolgreich behaupten. Der
globale Süden horcht auf. Der eben noch großkotzig auftretende
Hegemon und sein symbiotischer Zwillingsbruder Israel – beide
befinden sich im Stresstest. Der Mythos der Unbesiegbarkeit der
weißen Herrenmenschen ist in wenigen Tagen zerplatzt.


Doch sind die Verluste auf iranischer Seite unerträglich. Die
Führer der schiitischen Geistlichkeit sind von den respektlosen,
absolut pietätlosen Angreifern ausgelöscht worden. Die zivile
Infrastruktur ist in weiten Bereichen ruiniert. Die Ölraffinerie
in der Nähe der iranischen Hauptstadt Teheran ist in Flammen
aufgegangen. Das ausgetretene Öl regnete auf die Straßen und
Häuser Teherans herunter. Flammenwellen loderten auf den Straßen.
Der schwarze Regen hat den Tag zur Nacht gemacht. Die Menschen
mussten das Gift einatmen. Wie viele Menschen werden an den
Folgen dieser Vergiftung sterben?


Und trotzdem bleiben die Iraner standhaft. Ähnlich wie die
Russen, Chinesen oder Vietnamesen sind die Iraner extrem
leidenstolerant und setzen sich in kollektiver Intelligenz gegen
ihre erneute Unterwerfung zur Wehr. Der Kern des Irans befindet
sich jetzt unter der Erde. Die Höhlen in den Bergen Irans kann
keine noch so zerstörerische Atombombe der USA erreichen. Die
Iraner hatten nie irgendwelche Illusionen über die Perfidie des
Westens. In nunmehr 47 Jahren bereiteten sie sich systematisch
auf einen Angriff der USA und Israel vor. Dabei haben sie jedoch
auf die Entwicklung der Atombombe verzichtet. Das war ein Fehler.
Hätten sie als glaubwürdige Abschreckung die Atombombe in ihrem
Arsenal, dann würde tatsächlich niemand wagen, den Iran
anzugreifen. Die Mädchen aus der bombardierten Schule würden noch
leben. Die iranischen Kadetten, die die Amerikaner vor der Küste
Sri Lankas außerhalb jeden Rechts in ihrer zerschossenen Korvette
elend ersaufen ließen, wären noch am Leben. 


Die Kosten für den Wertewesten


Da genügte die pure Ankündigung der iranischen Revolutionsgarden,
die Meerenge von Hormuz zu schließen. Und schon war klar, dass
keine Versicherung dafür aufkommt, wenn die Revolutionsgarden
tatsächlich ein Schiff versenken würden. Alleine diese monetäre
Waffe hat schon ausgereicht, um weltweit eine Unterbrechung der
Lieferketten anzustoßen. Kein Schuss musste abgefeuert werden. So
warten die amerikanischen Farmer jetzt auf Dünger (1).
Vergeblich. Denn Schiffe können keinen Dünger durch die Meerenge
von Hormuz bringen. Die Farmer in den USA sind aber meistens
Trump-Wähler. Sie werden sich bei Trump bedanken.


Doch viel schmerzlicher für die US-Wirtschaft ist der Kollaps der
arabischen Scheichtümer am Persischen Golf. Niemand hat
anscheinend damit gerechnet, dass die Vereinigten Arabischen
Emirate, Kuwait, Saudi-Arabien, Katar oder Bahrain so massiv
unter Beschuss der Iraner geraten würden. Es gibt keine effektive
Luftabwehr. Man war sich so sicher. So sicher, dass man nicht
einmal Luftschutzräume in den Scheichtümern eingerichtet hat. Die
USA hatten ihre gesamte Defensivkraft auf Israel konzentriert. An
die Araber hatten die Amerikaner nicht gedacht. Das stößt bitter
auf bei den Arabern.


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