Klingbeils Reformrede und warum schnelles Sparen nicht funktioniert

Klingbeils Reformrede und warum schnelles Sparen nicht funktioniert

vor 1 Woche
28 Minuten
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Beschreibung

vor 1 Woche

Lars Klingbeil hat bei der Bertelsmann Stiftung eine
vielbeachtete Rede gehalten, über Reformen, den schwächelnden
Arbeitsmarkt und den Bundeshaushalt. Philippa Sigl-Glöckner und
Dr. Florian Schuster-Johnson rechnen die Reformvorschläge einmal
durch.


Beim Arbeitsmarkt macht Klingbeil konkrete
Vorschläge:Ehegattensplitting abschaffen, Transferentzugsraten
reformieren, mehr Anreize für Erwerbstätigkeit. Aber ab 2028
fehlen jährlich 60 bis 70 Milliarden Euro, und von den 76
Milliarden, über die der Bund noch frei verfügen kann, geht schon
die Hälfte für Unternehmenssubventionen drauf. Was bleibt für
Bildung, Kitas, Infrastruktur?


Ob Mehrwertsteuer, Schuldenbremse oder neues Wirtschaftsmodell:
Diese Folge zeigt, warum kurzfristige Lösungen das Problem oft
vergrößern und was wirklich helfen würde.


Das Wichtigste:


Klingbeils Rede enthält echte Arbeitsmarktansätze
–Ehegattensplitting abschaffen, Transferentzugsraten reformieren
–, aber die Frage, in welche Jobs die Menschen gehen sollen,
bleibt offen.

Ab 2028 fehlen jährlich 60–70 Milliarden Euro im
Bundeshaushalt – eine historisch einmalige Lücke, die sich weder
durch Rasenmäherkürzen noch durch eine Mehrwertsteuererhöhung
nachhaltig schließenlässt.

Von den 76 Milliarden Euro disponiblem Spielraum fließt
bereits über die Hälfte in Unternehmenssubventionen, vor allem
Strompreishilfen – für Bildung, Kitas und Integrationskurse
bleibt kaum Raum.

Echter Haushaltsausgleich braucht mindestens fünf bis zehn
Jahre: Subventionen strukturell abbauen, gleichzeitig in Menschen
investieren, auch wenn das kurzfristig erst Geld kostet.

Österreich zeigt, wie eine Reform der Schuldenbremse hin zu
einem mittelfristigen Finanzpfad nach EU-Vorbild funktionieren
kann – und Deutschland könnte davon lernen.



Zum Nachlesen/Nachhören:


Der erwähnte Geldbrief des Dezernat Zukunft zur Mehrwertsteuer
„Droht jetzt die Mehrwertsteuererhöhung?“


Die Rede von Lars Klingbeil bei der Bertelsmann Stiftung


Der Bundeshaushaltsmonitor ist ab 31.03. auf
https://dezernatzukunft.org zu finden.

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