Ein besonderer Bund fürs Leben

Ein besonderer Bund fürs Leben

vor 3 Wochen
Morgenimpuls mit Schwester Katharina
4 Minuten
Podcast
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Der Start in den Tag

Beschreibung

vor 3 Wochen
Vorgestern war ich hier in einem Gymnasium in der siebten Klasse.
Eigentlich wollten sie mich im Mutterhaus besuchen und so ein
Kloster mal von innen sehen. Aber aus Zeitgründen, weil der Weg
doch nicht ganz so kurz ist, bin ich zu ihnen in die Schule
gegangen. In der siebten Klasse sind in Religion die Orden dran und
so ist das schon toll, wenn man so eine Ordensfrau live und in
Farbe mal anschauen und ausfragen kann. Die Schüler waren
richtig gut vorbereitet und um die Scheu zunächst ein bisschen zu
nehmen, habe ich von mir und meinem Weg ins Kloster und den vielen
folgenden Jahren ein bisschen locker erzählt. Und dann prasselten
die Fragen zu ganz vielen Themen. Aber besonders waren es Fragen,
die sich die Schüler wahrscheinlich selbst stellen. Wie man
mit Schwestern umgeht, die einem unsympathisch sind, ob so ein
immer gleicher Tagesablauf nicht irgendwann langweilig wird, welche
Hobbys ich habe, wohin ich im Urlaub ins Ausland fahre, wie ich mit
dem Smartphone umgehe und ob es dazu Verbote gibt, was wir so
kochen und ob wir auch Fastfood essen. Und daraus wird dann
sehr bald ein gutes Gespräch und zwischendurch mal, weil es heute
in den Klassenräumen auf den elektronischen Tafeln möglich ist, ein
Blick in die Stundenbuch-App, um zu zeigen, wie wir was
beten. Fast ganz am Schluss fiel einem Jungen auf, dass ich
einen goldenen und einen schwarzen Ring trage und was das bedeutet.
Beim goldenen Ring wussten noch die meisten, dass es etwas mit
einem Bund zu tun hat, wie bei der Hochzeit, und ich konnte ihnen
zeigen, dass ein Kreuz eingraviert ist. Und dass dieser Ring
bedeutet, bis zum Tod diesen Bund mit Gott und meiner
Ordensgemeinschaft treu zu halten. Da ist es ganz still geworden in
der Klasse, weil viele schon Erfahrungen gemacht haben, dass solche
Gelöbnisse in der Verwandtschaft auch beendet werden und nicht bis
zum Tod halten. Und dass der schwarze Ring ein Solidaritätsring mit
den Armen im Nordosten Brasiliens ist, das fanden sie echt
gut. Nach solch intensiven 90 Minuten hoffe ich immer, dass
etwas hängen bleibt bei den jungen Leuten und dass diese Art zu
leben, etwas mit der Liebe zu Gott und den Menschen zu tun
hat. 
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