"Live long and prosper"

"Live long and prosper"

vor 1 Monat
Morgenimpuls mit Pfarrer Stefan Wißkirchen
4 Minuten
Podcast
Podcaster
Der Start in den Tag

Beschreibung

vor 1 Monat
Hier im Domradio in Köln, vielleicht wusstet ihr das noch gar
nicht, gibt es unheimlich viele Fans der Fernsehserie Star Trek.
Ich bin jetzt selbst nicht so der riesen Fan, aber eine Figur in
der alten Serie fand ich immer schon richtig faszinierend und ihr
ahnt es schon, es ist Mr. Spock der Vulkanier. Und immer, wenn der
auf Menschen und auf andere Lebewesen trifft, dann erhebt er seine
Hand in einem merkwürdigen Segensgestus und sagt: „Live long and
prosper“, lebe lang und in Frieden.Was viele auch nicht wissen:
Dieser Gruß ist eigentlich ein Segen. Leonard Nimoy, der Darsteller
von Mr. Spock, kannte ihn aus seiner jüdischen Kindheit. Es ist der
aaronitische Segensgestus. Die gespreizte Hand formt den
hebräischen Buchstaben Shin, ein Zeichen für einen der Namen
Gottes, Shaddai, der Allmächtige. Ein uralter Segen, der seinen Weg
in die Popkultur gefunden hat. Und genau diesen Segen hören wir in
der Bibel, im Buch Numeri: „Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr, lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir
gnädig. Der Herr wende dir sein Angesicht zu und schenke dir
Frieden.“Dieser Buchstabe Shin steht also mehr als nur für ein
Zeichen. Er erinnert auch an Shalom, den Frieden, der mehr ist als
Ruhe oder Streitlosigkeit. Er erinnert aber auch an Schomer, das
hebräische Wort für Hüter, Gott, der uns behütet, der uns schützt,
der uns nicht loslässt.Gerade in diesen Frühlingstagen spüren wir
vielleicht: Wir brauchen diesen Segen, dass Gott mit uns geht, dass
er immer wieder sagt: Ich bin da, ich wache über dich und ich gehe
mit dir. Und so können wir diesen Segen von Mr. Spock in unseren
Alltag hineintragen, indem wir ihn uns nicht nur von Gott
zusprechen lassen, sondern ihn vor allem anderen zusprechen: Du
gehst nicht allein, du bist behütet, und über deinem Leben liegt
ein Segen.
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