«Thunerts Thema»: Alarmstufe Rot – Warum die KI-Klausel von Netflix Synchronsprecher beängstigt

«Thunerts Thema»: Alarmstufe Rot – Warum die KI-Klausel von Netflix Synchronsprecher beängstigt

„Menschen wollen von Menschen angesprochen werden, und nicht von Tonspuren in Serverparks“, sagt Matti Klemm. Der Sprecher von Jason Momoa und Mahershala Ali schildert Mario Thunert seine Position im KI-Streit mit Netflix.
32 Minuten
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Beschreibung

vor 4 Tagen
Viele bekannte Synchron-Sprecherinnen und Sprecher, die
normalerweise auch in Netflix-Produktionen zu hören sind, stehen
derzeit nicht im Tonstudio, so die Einschätzung von Anna-Sophia
Lumpe vom Verband Deutscher Sprecher:innen (VDS). Die Sprecherinnen
und Sprecher nutzen diese Verweigerung vor allem auch als
Protestsymbol, das sich gegen eine neue Klausel zum Einsatz von
Künstlicher Intelligenz richtet. Netflix fordert darin die
Zustimmung, Sprachaufnahmen für das Training entsprechender Systeme
nutzen zu dürfen – ohne dafür zu zahlen und ohne den Betroffenen
eine Wahl zu lassen. Denn wer die neuen Vertragsmodalitäten nicht
unterzeichnen will, bekommt keine Alternativ-Option und kann
folglich auch nicht für den Streamer arbeiten. Aus Sicht der
Synchron-Schauspieler und Schauspielerinnen bergen die neuen
KI-Kontrakte nicht nur aufgrund der Vergütung Brisanz, sondern
auch, weil sie nicht genau wissen, was mit ihrem Stimm-Material
zukünftig genau im KI-System gemacht wird, sprich wozu es
verwendet, wohin es entwickelt wird. Wehren können sich die
fraglichen Protagonisten bei einmal gegebener Zustimmung nur
schwer, weil sie gleich eine Rechteabtretung an der eigenen Stimme
für 50 Jahre beinhaltet. Bei vielen im Verband klingt daher die
Befürchtung mit durch, ob kurz oder lang unkalkulierbarer Weise an
der Abschaffung des eigenen Arbeitsplatzes mitzuwirken,
perspektivisch mit dem eigenen Material also synthetisch generierte
KI-Stimmen und Deepfakes auszubilden, die sie irgendwann ersetzen
könnten - Sie sehen die gesamte Synchronisationskultur in Gefahr.
Zwar betont Netflix aktuell, dies nicht tun zu wollen, klar
geregelt sind die fraglichen Aspekte in den neuen KI-Klauseln
allerdings nicht – die Sprecherinnen und Sprecher hätten nach
jetzigem Stand aufgrund der fehlenden dezidierten Leitplanken
folglich wenig Handhabe, wenn dies dennoch passieren sollte.

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