Sven Köllmann, FIBONA & LÉGÈRE: „Unser Einfluss auf die Politik scheint extrem limitiert zu sein“

Sven Köllmann, FIBONA & LÉGÈRE: „Unser Einfluss auf die Politik scheint extrem limitiert zu sein“

Über Bauturbo, Revo-Insolvenz, die LÉGÈRE Hotels, ein Joint Venture, Pipeline und Ausstieg aus Healthcare
37 Minuten
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Beschreibung

vor 1 Tag
„Unser Einfluss auf die Politik scheint extrem limitiert zu sein“:
Mit dieser Diagnose beschreibt Sven Köllmann ziemlich nüchtern, wo
die Immobilienbranche aktuell steht. Den Bauturbo bezeichnet er als
„Rohrkrepierer“. Gute Idee, schlechte Umsetzung, zu viele
Rechtsunsicherheiten in den Kommunen und am Ende wenig Wirkung in
der Praxis. Wir sprechen über politische Fehlanreize im
Immobilienmarkt, über Regulierung als Dauerlösung und über die
wachsende Politikverdrossenheit in der Branche und der Gesellschaft
und welche Konsequenzen das für Investitionen, Vertrauen und die
wirtschaftliche Stabilität hat. Als CEO von FIBONA zog Sven
Köllmann 2022 die Reißleine. Nach der Fertigstellung des
LÉGÈRE-Hotels in Erfurt reagierte er auf die steigende Inflation
und den absehbaren Druck auf die Zinsmärkte mit einer radikalen
Entscheidung: Alle geplanten Bauvorhaben wurden gestoppt. Projekte
aus der Pipeline auf Eis gelegt, der Fokus stattdessen auf
Sanierungen und Umbauten verschoben. Viele hielten das für
übertrieben, manche für unnötig. Heute sagt er: Genau dieser
Schritt war richtig. Auch deshalb konnte Sven ein
Neubau-Hotel-Projekt in Lindau am Bodensee starten. Ein Standort,
der vor wenigen Jahren kaum verfügbar gewesen wäre, was er
übersetzt mit: eine Chance in der Krise. Parallel dazu ordnet Sven
Köllmann den Zusammenbruch von Revo ein, als Folge eines Marktes,
in dem schnelles Wachstum lange wichtiger war als Substanz.
Gemeinsam mit CFC in Hamburg ist FIBONA seit 2024 auch in
Restrukturierung und Distressed Investments aktiv. Wir sprechen
über ein Beispiel des erfolgreichen Joint Ventures, die
Transformation eines ehemaligen Shoppingcenters in Berlin-Steglitz
zu einem vermieteten Fachmarktzentrum. Weitere Ankäufe – nicht nur
Immobilien – sollen folgen. Am Ende wird Sven noch einmal
grundsätzlich. Der Rückzug aus dem Healthcare-Segment ist kein
Stimmungswechsel von ihm, sondern auch wieder eine bewusste
unternehmerische Entscheidung: „Diese Asseklasse ist extrem
beeinflusst von politischen Vorgaben.“ Er fragt sich, ob eigentlich
die Implikationen allen klar sind. Die Antwort liegt für ihn auf
der Hand.

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