Digitalisieren, entlasten, pflegen: Klinikführung neu gedacht

Digitalisieren, entlasten, pflegen: Klinikführung neu gedacht

vor 1 Monat
27 Minuten
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Beschreibung

vor 1 Monat
Die Pflege steht unter Druck – strukturell wie kulturell. Während
in der Öffentlichkeit über den Fachkräftemangel diskutiert wird,
setzt Achim Schütz einen anderen Akzent: Nicht allein die Zahl der
Mitarbeitenden sei entscheidend, sondern die Organisation der
Arbeit. Als Leiter der Acura Fachklinik in Albstadt, einer
Einrichtung mit den Schwerpunkten Orthopädie und Rehabilitation,
weiß er, wovon er spricht. Seine Analyse: Die tatsächliche
Fallbelastung sei nicht zwingend gestiegen, wohl aber die gefühlte
Überforderung. Hauptursache seien administrative Pflichten. Bis zu
50 Prozent der Arbeitszeit entfallen auf Dokumentation – Zeit, die
in der direkten Patientenversorgung fehlt. Sein unternehmerisch
geprägter Ansatz umfasst schlanke Hierarchien, minimale
Meeting-Strukturen und eine konsequente Digitalisierung mit klarer
Entlastungswirkung. Die Systeme werden gemeinsam mit den
Mitarbeitenden konfiguriert. Führung bedeutet für ihn,
Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Fachkräfte
eigenverantwortlich arbeiten können. Auch medizinisch plädiert
Schütz für systemisches Denken. Heilung ist kein mechanischer
Austausch, sondern ein Zusammenspiel aus Prävention, Eingriff,
Rehabilitation und psychosomatischer Begleitung. Das Spannungsfeld
bleibt jedoch die kulturelle Prägung des Gesundheitswesens, das
historisch hierarchisch geprägt ist und teilweise noch dem Bild des
„Halbgottes in Weiß“ folgt. Schütz setzt auf Teamarbeit über
Berufsgruppen hinweg. Sein Fazit: Das Gesundheitswesen bietet Sinn
und Sicherheit, verlangt jedoch Verantwortungsbereitschaft und
strukturelle Klarheit. Unser Gast: Achim Schütz, Leiter der Acura
Fachklinik Albstadt. Moderation: Jenny Kunz, DUP Unternehmer
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