In der Mitte blüht ein Baum – Predigt über 1. Mose (Genesis) 3,1–24

In der Mitte blüht ein Baum – Predigt über 1. Mose (Genesis) 3,1–24

An Invocavit,22.02.2026 Die Paradiesgeschichte erzählt, wie ein Mensch sich selbst seiner Mitte beraubte – ein Phänomen, das auch uns immer wieder zu schaffen macht. Nun war die Schlange listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott der HERR ges
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Beschreibung

vor 2 Wochen

An Invocavit,22.02.2026


Die Paradiesgeschichte erzählt, wie ein Mensch sich selbst seiner
Mitte beraubte – ein Phänomen, das auch uns immer wieder zu
schaffen macht.


Nun war die Schlange listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott
der HERR geschaffen hatte; die sagte zum Weibe: »Sollte Gott
wirklich gesagt haben: ›Ihr dürft von allen Bäumen des Gartens
nicht essen!‹« Da antwortete das Weib der Schlange: »Von den
Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen; nur von den
Früchten des Baumes, der mitten im Garten steht, hat Gott gesagt:
›Ihr dürft von ihnen nicht essen, ja sie nicht einmal anrühren,
sonst müsst ihr sterben!‹« Da erwiderte die Schlange dem Weibe:
»Ihr werdet sicherlich nicht sterben; sondern Gott weiß wohl,
dass, sobald ihr davon esst, euch die Augen aufgehen werden und
ihr wie Gott selbst sein werdet, indem ihr erkennt, was gut und
was böse ist.« Da nun das Weib sah, dass von dem Baume gut zu
essen sei und dass er eine Lust für die Augen und ein
begehrenswerter Baum sei, weil man durch ihn klug werden könne,
so nahm sie eine von seinen Früchten und aß und gab auch ihrem
Manne, der bei ihr war, und der aß auch. Da gingen ihnen beiden
die Augen auf, und sie nahmen wahr, dass sie nackt waren; darum
hefteten sie Blätter vom Feigenbaum zusammen und machten sich
Schürze daraus.


Als sie dann aber die Stimme Gottes des HERRN hörten, der in der
Abendkühle im Garten sich erging, versteckten sie sich, der Mann
und sein Weib, vor Gott dem HERRN unter den Bäumen des Gartens.
Aber Gott der HERR rief nach dem Mann mit den Worten: »Wo bist
du?« Da antwortete er: »Als ich deine Stimme im Garten hörte,
fürchtete ich mich, weil ich nackt bin; darum habe ich mich
versteckt.« Da fragte Gott: »Wer hat dir gesagt, dass du nackt
bist? Du hast doch nicht etwa von dem Baume gegessen, von dem zu
essen ich dir verboten habe?« Da antwortete Adam: »Das Weib, das
du mir beigesellt hast, die hat mir von dem Baume gegeben, da
habe ich gegessen.« Da sagte Gott der HERR zu dem Weibe: »Warum
hast du das getan?« Das Weib antwortete: »Die Schlange hat mich
verführt; da habe ich gegessen.« Da sagte Gott der HERR zu der
Schlange: »Weil du das getan hast, sollst du verflucht sein vor
allen Tieren, zahmen und wilden! Auf dem Bauche sollst du
kriechen und Staub fressen dein Leben lang! Und ich will
Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deiner
Nachkommenschaft und ihrer Nachkommenschaft: er wird dir nach dem
Kopfe treten, und du wirst ihm nach der Ferse schnappen.« Zum
Weibe aber sagte er: »Viele Mühsal will ich dir bereiten, wenn du
Mutter wirst: mit Schmerzen sollst du Kinder gebären und doch
nach deinem Manne Verlangen tragen; er aber soll dein Herr sein!«
Zu dem Manne aber sagte er: »Weil du der Aufforderung deines
Weibes nachgekommen bist und von dem Baume gegessen hast, von dem
zu essen ich dir ausdrücklich verboten hatte, so soll der
Ackerboden verflucht sein um deinetwillen: mit Mühsal sollst du
dich von ihm nähren dein Leben lang! Dornen und Gestrüpp soll er
dir wachsen lassen, und du sollst dich vom Gewächs des Feldes
nähren! Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen,
bis du zum Erdboden zurückkehrst, von dem du genommen bist; denn
Staub bist du, und zu Staub musst du wieder werden!« Adam gab
dann seinem Weibe den Namen Eva; denn sie ist die Stammmutter
aller Lebenden geworden. Darauf machte Gott der HERR dem Manne
und seinem Weibe Röcke von Fellen und bekleidete sie damit. Und
Gott der HERR sagte: »Der Mensch ist jetzt ja geworden wie
unsereiner, insofern er gut und böse zu unterscheiden weiß. Nun
aber – dass er nur nicht seine Hand ausstreckt und auch vom Baume
des Lebens nimmt und (sie) isst und unsterblich wird!« So stieß
ihn denn Gott der HERR aus dem Garten Eden hinaus, damit er den
Erdboden bestelle, von dem er genommen war; und als er den
Menschen hinausgetrieben hatte, ließ er östlich vom Garten Eden
die Cherube sich lagern und die Flamme des kreisenden Schwertes,
damit sie den Zugang zum Baume des Lebens bewachten.
—1. Mose (Genesis) 3,1–24 (Hermann Menge, 1949)

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