Zwischen Ernst und Lachen
13 Minuten
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Beschreibung
vor 6 Tagen
Ich glaube, mein innerer Ernst trägt manchmal einen
Business-Outfit.
Er sitzt relativ aufrecht in meinem Kopf, macht sich Notizen und
findet Dinge wichtig. Sehr wichtig.
Zum Beispiel, wenn ich eine Nachricht falsch verstehe. Oder wenn
jemand im Supermarkt vor mir exakt 47 Sekunden zu lange nach
Kleingeld sucht. Oder wenn jemand vor mir 30 anstatt mit den
angegebenen 50 fährt und auf «Liechthüpla» nicht reagiert. „In
meinem Kopf bin ich dann Verkehrspolizistin mit klarer Ansage.
“Oder wenn ich mich über etwas aufrege… das ich drei Tage später
schon wieder vergessen habe.
Und irgendwo daneben sitzt eigentlich noch jemand anderes.
Leichter. Der denkt: „Ganz ehrlich… über was regst du dich gerade
auf?“
Ich habe gemerkt, dass ich diese leichtere Version von mir in
letzter Zeit etwas vernachlässigt habe.
Dabei liebe ich es zu lachen. Ich liebe lachende Gesichter.
Dieses kurze Aufblitzen im Blick, die Augen heller werden (mir
ist übrigens während Corona aufgefallen, als Maskenpflicht war,
wie viele schöne Augen haben) wenn alles weich wird und das ganze
Gesicht zu strahlen anfängt und die Aura und Energie sich
verändert. Lachen ist ja bekanntlich ansteckend.
Ich frage mich: Wann genau habe ich angefangen, alles so ernst zu
nehmen?
Vielleicht ist Humor nur ein kleiner Schritt zur Seite. Ein
innerliches „Ach komm.“
In dieser Folge, meine 20igste bereits – gehe ich auf die Suche
nach, was «Zwischen Ernst und Lachen» liegt. Und darum, wie ich
mir selbst und Situationen um mich wieder ein kleines Stück
weniger wichtig nehme – ohne mich selbst und mein Gegenüber
weniger wertzuschätzen.
Wenn du heute schon einmal innerlich mit den Augen gerollt hast –
über dich selbst – oder über andere, dann bleib dran. Das hier
ist für uns.
Schön, dass du da bist?
Ich habe gemerkt: Humor entsteht nicht, wenn ich „lustig sein“
will.
Sondern, wenn ich mich frage: Was ist hier eigentlich gerade
absurd?
Der Alltag ist voll davon.
Wir suchen fünf Minuten unser Handy – während wir damit
telefonieren.
Wir regen uns über Kleinigkeiten auf, als ginge es um
Weltpolitik.
Wir nehmen uns selbst unfassbar wichtig. (Ich nehme mich manchmal
so wichtig, als hätte ich gerade eine Staatsrede zu halten.)
Wir stellen uns bewusst an die kürzeste Schlange – und beobachten
dann, wie alle anderen schneller sind.
Wir diskutieren über die richtige Art, die Spülmaschine
einzuräumen, als wäre es ein architektonisches Großprojekt – ich
möchte da betonen, dass ich genau weiss wie die Abwaschmaschine
richtig eingeräumt werden muss. Die Liste ist lang……
Aber wo beginnt Humor – er Humor beginnt da, wo ich mich selbst
von außen sehe.
Hier wäre es sicher ratsam die Selbstironie ins Spiel zu nehmen.
Nicht, um mich klein zu machen oder mich nicht ernst zu nehmen –
nein, sondern um menschlich zu sein.
Statt innerlich: „Oh Gott, wie peinlich.“ Wie doof bin ich und
und und….
Vielleicht eher: „Wow. Stark performt. Wirklich Oscar-reif.“
Allein dieser kleine Perspektivwechsel nimmt so viel Schärfe raus
und plötzlich wird aus einer Panne eine Geschichte.
Würden da kleine Fragen helfen wie:
Muss ich das gerade wirklich ernst nehmen? Wird das in einem Jahr
noch relevant sein? In einem Monat? In einer Stunde? Kann ich das
auch als Szene betrachten – statt als Angriff?
Manchmal reicht eine Millisekunde Pause und die Frage:
Wie würde meine humorvolle Version von mir jetzt reagieren oder
sagen?
Ist das genau der Schlüssel: Humor ist Beziehung.
Wenn ich jemanden zum Lachen bringe – dann entsteht sofort
Verbindung.
Da ist nichts Angriffiges. Kein Rechthaben. Nur dieses gemeinsame
„Ach komm"
Muss ich dann gar nicht humorvoller werden. Muss ich nicht
einfach aufhören, mich wie in der Hauptrolle in einem
hochdramatischen Kinofilm zu fühlen. Geht ja nicht um den Oscar -
es ist einfach Alltag.
Wenn dein innerer Ernst morgen wieder geschniegelt im
Business-Outfit auftaucht –
lass ihn ruhig da sein. «Zwischen Ernst und Lachen» liegt kein
Witz.- nur die Entscheidung, es ein kleines bisschen lockerer zu
nehmen.
Und falls du dich heute wieder dabei ertappst, wie du hupst,
interpretierst oder die Spülmaschine strategisch optimierst –
dann lach wenigstens kurz über dich selbst.
Ich wünsche dir eine humorvolle Zeit……
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