Product Owner im 3-Horizonte-Modell

Product Owner im 3-Horizonte-Modell

Dominique & Tim im Gespräch
49 Minuten

Beschreibung

vor 6 Tagen
Dominique und Tim sprechen in dieser Folge darüber, was das
3-Horizonte-Modell für die Arbeit als Product Owner bedeutet und
warum es weit mehr ist als ein strategisches Denkmodell aus der
Managementliteratur. Das 3-Horizonte-Modell hilft dabei, Produkte
nicht nur im Hier und Jetzt zu betrachten, sondern im Spannungsfeld
von heute, morgen und übermorgen. Viele Product Owner:innen stecken
gedanklich tief im Tagesgeschäft: Backlog pflegen, sich mit
Stakeholder abstimmen und Releases vorbereiten. Das ist wichtig.
Doch genau hier setzt das 3-Horizonte-Modell an und öffnet ein
wenig die Perspektive. Doch was sind die drei Horizonte? Der erste
Horizont steht für das aktuelle Kerngeschäft. Hier wird die
Wertschöpfung gesichert, Bestehendes optimiert, auf
Marktanforderungen reagiert und das Produkt stabil gehalten. Die
Unsicherheit ist vergleichsweise gering. Wir kennen Markt, Nutzer
und Geschäftsmodell gut. Prognosen fallen leichter. Es geht darum,
den Lebenszyklus unseres Produktes bewusst zu verlängern und
wirtschaftlich tragfähig zu halten. Doch wer ausschließlich im
ersten Horizont denkt, riskiert Stillstand. Im zweiten Horizont
bewegen wir uns in aufkommenden Geschäftsfeldern. Produkte oder
Features zeigen erste Marktsignale. Hier geht es darum, echten
Product Market Fit zu erreichen. Wir prüfen, ob aus einer guten
Idee ein tragfähiges Geschäft wird. Kundennähe, schnelles Feedback
und konsequentes Lernen prägen diese Phase. Der Fokus verschiebt
sich von Stabilität hin zu Wachstum und Skalierung. Der dritte
Horizont fordert uns noch stärker heraus. Hier arbeiten wir mit
Hypothesen, nicht mit gesicherten Umsätzen. Es geht um Optionen für
die Zukunft. Um Problemstellungen, die wir erst verstehen müssen.
Um Experimente, die scheitern dürfen. Das 3-Horizonte-Modell macht
deutlich, dass Innovation Raum braucht. Raum zum Lernen. Raum zum
Ausprobieren. Raum für Unsicherheit. Für Product Owner bedeutet das
eine bewusste Haltung. Je nach Horizont verändert sich der
Schwerpunkt der Arbeit. In ersten Horizont dominieren Effizienz und
Priorisierung innerhalb eines klaren Rahmens. In Horizont zwei
stehen Validierung, Marktnähe und schnelles Anpassen im
Mittelpunkt. In Horizont drei braucht es Mut, Neugier und die
Bereitschaft, mit unklaren Ergebnissen zu arbeiten. Das
3-Horizonte-Modell schafft dabei Orientierung im Portfolio. Es
hilft Organisationen zu erkennen, woran Teams eigentlich arbeiten.
Es verhindert, dass Innovationsinitiativen vorschnell an
klassischen Erfolgskriterien gemessen werden. Und es schützt
gleichzeitig das Kerngeschäft vor blinder Experimentierfreude. Und
gerade in der Rolle als Product Owner ist diese Transparenz
entscheidend. Wir müssen verstehen, in welchem Horizont unser
Produkt gerade unterwegs ist. Davon hängen Entscheidungen, Metriken
und Erwartungen ab. Ein Experiment aus Horizont drei braucht andere
Bewertungsmaßstäbe als ein etabliertes Produkt in Horizont eins.
Das 3-Horizonte-Modell ist damit kein theoretisches Konstrukt,
sondern ein praktisches Werkzeug für strategische Klarheit. Es
verbindet Produktstrategie mit konkreter Produktarbeit. Und es
erinnert uns daran, dass nachhaltiger Produkterfolg immer auf
mehreren Zeitebenen gedacht wird.

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