Klartext Strafrecht Fälle: Retterproblematik
17 Minuten
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Beschreibung
vor 1 Woche
In dieser Folge von AT.reloaded – Klartext Strafrecht
Fälle analysieren Professorin Ingeborg Zerbes und Sarah
Obino die sogenannte Retterproblematik – ein
klassisches Problem des Risikozusammenhangs.
Ausgangspunkt ist ein fahrlässiges Verhalten: Zander vergisst,
den Wasserhahn abzudrehen, sein Haus wird überflutet. Der Nachbar
Norbert will die Schildkröte Susi retten und bricht sich den Arm.
Die Feuerwehrfrau Felicia verletzt sich im Einsatz. Der
neugierige Passant Schubert begibt sich ohne Rettungsabsicht ins
Haus und bricht sich dabei das Bein.
Zu prüfen ist eine fahrlässige Körperverletzung nach § 88 StGB –
doch entscheidend ist die normative Zurechnung: Unterbricht das
Eingreifen eines Retters den Risikozusammenhang?
Die Folge arbeitet drei unterschiedliche Ansichten heraus:
Rechtsprechung: Verletzungen von Rettern
bleiben zurechenbar; nur bei bloß Schaulustigen wird der
Risikozusammenhang durchbrochen.
Differenzierende Lehrmeinung: Zurechnung nur
bei berufsmäßigen Rettern (zB Feuerwehr), nicht jedoch bei
freiwilligen Helfern oder Schaulustigen.
Liberale Ansicht: Auch berufsmäßige Retter
handeln selbstverantwortlich; der Risikozusammenhang ist daher
generell unterbrochen – mit der Konsequenz der Straflosigkeit
des Erstverursachers.
In dieser Podcastfolge erfährst du, welche Rolle der Schutzzweck
der Norm, die Figur der freiwilligen Selbstgefährdung und die
Unterscheidung zwischen beruflicher Pflicht und privatem Helfen
spielen – und warum dieselbe Fallkonstellation je nach Ansatz zu
völlig unterschiedlichen Ergebnissen führen kann.
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