AT.reloaded

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Der Podcast für Themen, Fälle und Lösungen aus dem Strafrecht

Episoden

Strafrecht Aktuell: Sterbehilfe
20.02.2026
34 Minuten
In dieser Folge von AT.reloaded – Strafrecht Aktuell analysieren Professorin Ingeborg Zerbes, Jakob Hajszan und die Schweizer Dissertantin Giulia Canova die strafrechtlichen Grenzen der Sterbehilfe. Ausgangspunkt ist eine aktuelle „Tatort“-Episode: Eine Person unterstützt junge Frauen in einem Online-Forum bei ihrem Suizid, filmt den Vorgang heimlich und streamt ihn gegen Bezahlung ins Darknet. Im Zentrum steht die österreichische Rechtslage nach der Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs. Strafbar bleibt jede Verleitung zur Selbsttötung (§ 78 StGB). Straflos kann hingegen – unter engen Voraussetzungen des Sterbeverfügungsgesetzes – die Mitwirkung an einem frei verantwortlichen Suizid schwer und unheilbar erkrankter, volljähriger Personen sein. Die Folge zeigt, wie sorgfältig zwischen bloßem psychischem Beistand und strafbarer Einflussnahme zu unterscheiden ist. Ein Blick in die Schweiz und nach Deutschland verdeutlicht die Unterschiede: Während in der Schweiz jede Mitwirkung aus selbstsüchtigen Beweggründen strafbar ist, fehlt in Deutschland derzeit eine eigenständige Regelung.  Die Folge bietet dir eine kompakte, differenzierte Analyse eines hochsensiblen Themas – mit klarem Blick auf Tatbestandsstruktur, subjektive Tatseite und die dogmatischen Bruchlinien im deutschsprachigen Raum. 
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Klartext Strafrecht Fälle: Retterproblematik
13.02.2026
17 Minuten
In dieser Folge von AT.reloaded – Klartext Strafrecht Fälle analysieren Professorin Ingeborg Zerbes und Sarah Obino die sogenannte Retterproblematik – ein klassisches Problem des Risikozusammenhangs. Ausgangspunkt ist ein fahrlässiges Verhalten: Zander vergisst, den Wasserhahn abzudrehen, sein Haus wird überflutet. Der Nachbar Norbert will die Schildkröte Susi retten und bricht sich den Arm. Die Feuerwehrfrau Felicia verletzt sich im Einsatz. Der neugierige Passant Schubert begibt sich ohne Rettungsabsicht ins Haus und bricht sich dabei das Bein. Zu prüfen ist eine fahrlässige Körperverletzung nach § 88 StGB – doch entscheidend ist die normative Zurechnung: Unterbricht das Eingreifen eines Retters den Risikozusammenhang? Die Folge arbeitet drei unterschiedliche Ansichten heraus: Rechtsprechung: Verletzungen von Rettern bleiben zurechenbar; nur bei bloß Schaulustigen wird der Risikozusammenhang durchbrochen. Differenzierende Lehrmeinung: Zurechnung nur bei berufsmäßigen Rettern (zB Feuerwehr), nicht jedoch bei freiwilligen Helfern oder Schaulustigen. Liberale Ansicht: Auch berufsmäßige Retter handeln selbstverantwortlich; der Risikozusammenhang ist daher generell unterbrochen – mit der Konsequenz der Straflosigkeit des Erstverursachers. In dieser Podcastfolge erfährst du, welche Rolle der Schutzzweck der Norm, die Figur der freiwilligen Selbstgefährdung und die Unterscheidung zwischen beruflicher Pflicht und privatem Helfen spielen – und warum dieselbe Fallkonstellation je nach Ansatz zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen führen kann.
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Klartext Strafrecht Fälle: Risikozusammenhang
30.01.2026
34 Minuten
In dieser Folge von AT.reloaded – Klartext Strafrecht Fälle analysieren Professorin Ingeborg Zerbes und Sarah Obino den Risikozusammenhang als zentrale Zurechnungsstufe bei Fahrlässigkeitsdelikten und fahrlässigen Erfolgsqualifikationen. Anhand mehrerer Fallvarianten (von der Tablettengabe im Smoothie bis zu komplexen Fällen mit Todesfolge)  wird erklärt, wann ein eingetretener Erfolg noch dem Erstverursacher zugerechnet werden kann – und wann nicht. Im Fokus stehen hierbei Opferfehlverhalten und Fehlverhalten Dritter. Erfahre, wann grob unvernünftiges oder unverständliches Verhalten des Opfers zur Durchbrechung des Risikozusammenhangs führt, welche unterschiedlichen Maßstäbe Lehre und Rechtsprechung dabei anlegen und wie ein bloßes Unterlassen – etwa eine unterlassene Hilfeleistung – zu beurteilen ist.  Diese Episode verbindet systematische Prüfungshinweise mit anschaulichen Fallkonstellationen und zeigt dir, worauf es beim Risikozusammenhang in der Fallprüfung ankommt.
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Klartext Strafrecht: STEOP IV
23.01.2026
18 Minuten
In der Folge STEOP IV von AT.reloaded beantworten Professorin Ingeborg Zerbes und ihr Team zentrale Fragen aus der Studieneingangs- und Orientierungsphase, die in der Vorlesung offen geblieben sind. Du erfährst, was mit dem Begriff „unwertbehaftet“ gemeint ist und warum der Vorsatz im Strafrecht ein Unrechtselement darstellt. Anhand des prominenten Falls rund um eine unbezahlte Hotelrechnung wird klar abgegrenzt, wann bloß eine zivilrechtliche Forderung vorliegt – und wann Betrug nach § 146 StGB. Außerdem thematisiert die Folge die lebenslange Freiheitsstrafe im österreichischen Strafrecht, ihre gesetzliche Ausgestaltung und die Möglichkeit der bedingten Entlassung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf freiheitsentziehenden vorbeugenden Maßnahmen (§§ 21–23 StGB): Du lernst, warum diese keine Strafen sind, welche Voraussetzungen gelten und welche Formen das österreichische Recht kennt. Abschließend wird die Diversion eingeordnet: Wann ist eine Strafe weder spezial- noch generalpräventiv notwendig – und warum reicht in bestimmten Fällen eine alternative Erledigung aus? Diese Folge bietet dir eine kompakte Zusammenfassung offen gebliebener Fragen aus der Vorlesung von Ingeborg Zerbes – ideal zur gezielten Vorbereitung auf die STEOP-Prüfung im Strafrecht.
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Klartext Strafrecht: STEOP III
09.01.2026
22 Minuten
In dieser Folge von AT.reloaded – Klartext Strafrecht (STEOP III) analysiert Professorin Ingeborg Zerbes zentrale Delikte des Besonderen Teils des österreichischen Strafrechts. Im Fokus stehen zunächst die vorsätzlichen Tötungsdelikte: Mord als Grundtatbestand, privilegierte Formen wie Totschlag im Affekt und die Tötung eines Kindes bei der Geburt sowie die strafrechtlichen Grenzen von Tötung auf Verlangen und Mitwirkung an der Selbsttötung – einschließlich der seit 2021 geltenden Sonderregelungen bei schweren, unheilbaren Erkrankungen. Anschließend widmet sich die Folge den Vermögensdelikten. Systematisch werden gewaltlose Eigentumsdelikte wie Diebstahl, Unterschlagung und Veruntreuung erklärt und von gewaltsamen Delikten wie Raub und räuberischem Diebstahl abgegrenzt. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Betrug als Selbstschädigungsdelikt durch Täuschung sowie auf der Untreue (§ 153 StGB) als zentralem Tatbestand des Wirtschaftsstrafrechts. Die Folge bietet dir eine kompakte, prüfungsrelevante Einordnung der zentralen Tatbestandsstrukturen, maßgebliche Strafrahmen und Abgrenzungsfragen - klar strukturiert und verständlich erklärt.
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Über diesen Podcast

Tauche mit AT.reloaded in die Welt des Strafrechts ein. Erlebe praxisnahe Fälle und Lösungen, präsentiert von Ingeborg Zerbes. Dein Schlüssel zu einem tieferen Verständnis für komplexe Fragestellungen im Strafrecht.

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