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Episoden

29 Minuten
Was passiert, wenn du glaubst, angegriffen zu werden, und dich dabei heftiger verteidigst, als es die Situation erlauben würde? Wann liegt ein Putativnotwehrexzess vor und welche strafrechtlichen Folgen hat er?

Anhand einer aktuellen Entscheidung des Obersten Gerichtshofs erklären Ingeborg Zerbes und Victoria Roman das Zusammenspiel von Putativnotwehr (§ 8 StGB) und Notwehrüberschreitung (§ 3 Abs 2 StGB). Im Mittelpunkt steht ein Fall, in dem ein Mann irrtümlich einen Angriff annimmt und sein Gegenüber mit einem Glas verletzt.

Du erfährst, welche Rolle Furcht, Schrecken und Fahrlässigkeit bei der Beurteilung spielen, was hinter dem Begriff „Affektverarbeitungsfehler“ steckt und warum selbst eine fahrlässige Körperverletzung unter bestimmten Voraussetzungen straflos bleibt.

Eine komplexe strafrechtliche Konstellation, anhand eines konkreten Falls verständlich und nachvollziehbar erklärt.
43 Minuten
Häusliche Gewalt beginnt nicht erst mit körperlichen Übergriffen. Auch systematische Erniedrigungen, soziale Isolation und finanzielle Abhängigkeit können dazu dienen, Macht und Kontrolle über eine andere Person auszuüben. Doch wie weit reicht der strafrechtliche Schutz?

In dieser Folge von AT.reloaded diskutieren Ingeborg Zerbes und Franziska Eckstein, ob der Tatbestand der fortgesetzten Gewaltausübung nach § 107b StGB erweitert werden sollte. Anhand von Aussagen Betroffener und Erkenntnissen aus der Forschung beleuchten sie unterschiedliche Formen von Gewalt in Beziehungen, bestehende Schutzlücken und mögliche Reformansätze. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie das Strafrecht schwerwiegende Kontroll- und Unterdrückungsverhältnisse erfassen kann, ohne die Grenze zwischen strafbarem Verhalten und anderen problematischen Beziehungskonstellationen aus dem Blick zu verlieren.

Triggerwarnung

In dieser Folge wird über häusliche Gewalt gesprochen und konkrete Erfahrungen von Betroffenen geschildert. Die Folge enthält nachgesprochene Aussagen, die belastend sein können. Bitte überlege, ob du dich mit diesen Inhalten auseinandersetzen möchtest.

Wenn du selbst von Gewalt betroffen bist oder Unterstützung benötigst, kannst du dich an ein Gewaltschutzzentrum wenden. Das Gewaltschutzzentrum Wien erreichst du unter der Nummer 01 585 32 88.
55 Minuten
Catcalling ist für viele Frauen Alltag. Doch wann wird aus einer unangenehmen oder herabwürdigenden Äußerung strafrechtlich relevantes Verhalten? Und gibt es im österreichischen Strafrecht derzeit eine Schutzlücke?

In dieser Folge von Strafrecht Aktuell diskutieren Ingeborg Zerbes, Franziska Eckstein, Sarah Obino und Leo Korinek, welche Formen verbaler sexueller Belästigung nach geltendem Recht bereits erfasst sind und wo die Grenzen von sexueller Belästigung, Beleidigung und gefährlicher Drohung liegen. Anhand konkreter Fälle zeigen sie, warum besonders grobe, erniedrigende oder einschüchternde Äußerungen derzeit nicht immer strafbar sind.

Außerdem geht es um mögliche rechtspolitische Lösungen, internationale Regelungen und die zentrale Frage, ob ein eigener Straftatbestand für Catcalling notwendig und verhältnismäßig wäre. Die Folge liefert keine vorgefertigte Antwort, sondern zeigt die wichtigsten Argumente für und gegen eine Erweiterung des Strafrechts und hilft dir, die aktuelle Debatte juristisch einzuordnen.
39 Minuten
In dieser Strafrecht Aktuell-Folge spricht Professorin Ingeborg Zerbes mit dem Strafrechtsexperten Christian Grafl über ein hochaktuelles Problem des österreichischen Strafrechts: den überlasteten Strafvollzug.

Ausgangspunkt sind dramatische Entwicklungen in österreichischen Justizanstalten, von Überbelag und Personalmangel bis hin zu Suiziden, Todesfällen und massiver Belastung der Justizwache. Christian Grafl erklärt, warum diese Situation nicht mit „mehr Brutalität“ in der Gesellschaft zu erklären ist, sondern vor allem mit strafrechtlichen Verschärfungen, kurzen unbedingten Freiheitsstrafen und einer zurückhaltenden Praxis bei bedingten Entlassungen.

Die Folge zeigt, welche Entlastungsmaßnahmen diskutiert werden: mehr Alternativen zur Freiheitsstrafe, ein stärkerer Einsatz von Geldstrafen, gemeinnütziger Arbeit und elektronisch überwachtem Hausarrest sowie eine kritischere Prüfung, wofür Strafrecht tatsächlich eingesetzt werden soll. Auch der Jugendstrafvollzug, die Forderung nach einem Jugendgerichtshof und der besondere Umgang mit jungen Erwachsenen werden näher beleuchtet.

Eine Folge über Strafvollzug, Resozialisierung und Sicherheit, die deutlich macht: Wer Strafrecht verstehen will, muss auch fragen, was nach der Verurteilung passiert.

Im Podcast zu Gast:

Univ.-Prof. i. R. Dr. Christian Grafl ist emeritierter Professor für Kriminologie und Kriminalistik am Institut für Strafrecht und Kriminologie der Universität Wien sowie gerichtlicher Sachverständiger für Urkundenuntersuchung und Schriftwesen. 
28 Minuten
Was unterscheidet eine bloße Misshandlung von einer Körperverletzung? Wann wird eine vorsätzliche Tötung milder bestraft? Und woran erkennst du, ob es bei einem Vermögensdelikt um Wegnahme, Zueignung, Täuschung oder Befugnismissbrauch geht?

In dieser Folge von Klartext Strafrecht STEOP VI führt Ingeborg Zerbes durch zentrale Deliktsgruppen des Besonderen Teils. Sie erklärt die Struktur der Körperverletzungsdelikte, ordnet vorsätzliche Tötungsdelikte und ihre privilegierten Formen ein und zeigt, wie sich wichtige Vermögensdelikte voneinander abgrenzen lassen.

Du bekommst einen kompakten Überblick über einfache und schwere Körperverletzung, Mord und Totschlag, Tötung auf Verlangen, Mitwirkung an der Selbsttötung sowie Diebstahl, Unterschlagung, Veruntreuung, Raub, Betrug und Untreue. 
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Über diesen Podcast

Tauche mit AT.reloaded in die Welt des Strafrechts ein. Erlebe praxisnahe Fälle und Lösungen, präsentiert von Ingeborg Zerbes. Dein Schlüssel zu einem tieferen Verständnis für komplexe Fragestellungen im Strafrecht.
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„AT.reloaded“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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