Das Mansfield-Zertifizierungs-Problem und behördliche Preisuntergrenzen bei Amazon

Das Mansfield-Zertifizierungs-Problem und behördliche Preisuntergrenzen bei Amazon

43 Minuten

Beschreibung

vor 3 Wochen

Zwei Themen dominieren diese Folge von „Bei Anruf Wettbewerb“: Im
ersten Teil besprechen die beiden Wettbewerbsfreunde von der
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Justus Haucap und
Rupprecht Podszun, das Warnschreiben der US-Wettbewerbsbehörde
FTC an 42 Großkanzleien wegen ihrer Teilnahme am
Mansfield-Zertifizierungsprogramm. Der Vorwurf: Über das Programm
könnten sich Kanzleien bei Einstellungs- und
Beförderungspraktiken koordinieren und damit den Wettbewerb auf
Arbeitsmärkten einschränken.Haucap betont den
verbraucherschützenden Nutzen von Zertifikaten, weil sie
Standards absichern, die man selbst nicht überprüfen kann.
Podszun warnt dagegen vor Absprachen zwischen Wettbewerbern –
wenn Manager gemeinsam Praktiken abstimmen, leidet der
Wettbewerb, auch bei guten Zielen. Im zweiten Teil steht Amazon
im Fokus. Das Bundeskartellamt kritisiert die Praxis, dass Amazon
aus seiner Sicht zu hohe Preise sanktioniert, indem betroffene
Händler aus der Buy-Box entfernt werden. Die ausführliche
Begründung der Behörde liegt bislang noch nicht vor. Haucap und
Podszun ordnen den Fall jedoch eher zurückhaltend ein: Niedrige
Preise sind aus Verbrauchersicht grundsätzlich wünschenswert, der
Mechanismus wirkt eigentlich intelligent und hat den
Preiswettbewerb auf der Plattform eher angeheizt. Eine klare
„Theory of Harm“ ist aus ihrer Sicht nicht ohne Weiteres
erkennbar. Bringt die noch nicht veröffentlichte Begründung des
Bundeskartellamts weitere Erkenntnisse?


Weiterführende Informationen


JUVE- US-Federal-Trade-Commission greift 42 Großkanzleien an


FTC- Federal Trade Commission Chairman Andrew N. Ferguson Issues
Warning Letters to Law Firms on Anticompetitive DEI Hiring

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