Premiere: «Der Gehülfe» von Robert Walser

Premiere: «Der Gehülfe» von Robert Walser

Erste Hörspiel-Adaption des Romans über die prekäre Existenz eines Angestellten. Schauplatz ist die herrschaftliche Villa Abendstern am Zürichsee. Der Eintritt der Hilfskraft Joseph Marti in das Reich des Erfinders Tobler und seiner Frau scheint eine ...
55 Minuten

Beschreibung

vor 2 Wochen
Erste Hörspiel-Adaption des Romans über die prekäre Existenz eines
Angestellten. Schauplatz ist die herrschaftliche Villa Abendstern
am Zürichsee. Der Eintritt der Hilfskraft Joseph Marti in das Reich
des Erfinders Tobler und seiner Frau scheint eine groteske
Untergangsmechanik in Gang zu setzen. Wer das Hörspiel am Radio
hören will:  Samstag, 07.02.2026, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur In
«Der Gehülfe» verarbeitete Robert Walser sein eigenes Erleben als
Büroangestellter bei dem Wädenswiler Ingenieur Carl Dubler im
zweiten Halbjahr 1903. Dessen Erfindungen einer Reklameuhr, eines
Schiessapparates oder eines Krankenstuhls übernahm der junge
Dichter für seinen zweiten Roman, den er 1907 in Berlin zu Papier
brachte. Im Getöse der Grossstadt imaginierte Walser die
beschauliche Zürcher Seegemeinde Bärenswil, von wo aus der in
Tobler unbenannte Start-up-Unternehmer (wie man heute sagen würde)
die Welt mit seinen innovativen Produkten zu erobern versucht. Der
Erfolg will sich jedoch nicht einstellen, und die Finanzen werden
knapp. Der umtriebige Genussmensch Tobler, dem drohenden Ruin zum
Trotz, lässt sein Anwesen immer weiter aus- und umbauen und
rauschende Feste feiern. In seiner akustischen Umsetzung
konzentriert sich der Schweizer Klangkünstler Stefan Weber auf den
kammerspielartigen Kern des Romans. Joseph Marti, ausgeliefert den
Launen und Verzweiflungen des Herrn Tobler und gleichzeitig
angezogen vom sublimen Begehren der Frau Tobler, versucht sich zwar
mit dem Selbstbewusstsein des jungen Aussenseiters abzugrenzen,
verliert sich jedoch mehr und mehr in luftig verwegenen
Träumereien. Der Untergang des Hauses Tobler bleibt auch den
Bürgerinnen und Bürgern von Bärenswil nicht verborgen, die ihn
heimlifeiss vergnügt aus nüchterner Distanz beobachten: «Da oben
liegt es, still und winterlich vereinzelt, als fröre es ein wenig.
Von den Nachbarkaminen steigen zarte, bläuliche Rauchsäulen auf,
sich in der grauen Luft verbreitend. Die Landschaft scheint Augen
zu haben, und dieselben zu schliessen, ganz ruhig, um
nachzudenken.» ____________________ Mit: Mario Fuchs (Joseph
Marti), Urs Jucker (Carl Tobler), Sylvie Rohrer (Frau Tobler),
Carina Braunschmidt und Gottfried Breitfuss (Die Bärenswiler)
____________________ Dramaturgie: Reto Ott (SRF), Philip Scheiner
(ORF) – Hörspielfassung, Aufnahmen, Klangdesign und Regie: Stefan
Weber ____________________ Produktion: SRF/ORF 2026
____________________ Dauer: ca. 55’
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