Folge 205 – Whisky aus Reagenzgläsern?
31 Minuten
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Beschreibung
vor 2 Wochen
Es wird wieder amerikanisch, es wird weizig und vor allem wird es
optisch verwirrend. Haben wir da Whisky auf dem Tisch oder
bereiten wir uns auf den Chemieunterricht vor? Hendrik und Silvi
haben aus Louisville Mitbringsel eingeschmuggelt, die verdächtig
nach Reagenzgläsern aussehen – oder wie man es wohl edel nennt:
Flacons aus Frankreich.
Wir starten den Bunsenbrenner für den Bernheim Original. Ein
Wheat Whisky, dessen Firmengeschichte aus mehr Bränden,
Steuerstreitigkeiten und Abrissbirnen besteht als eine Staffel
Dallas. Während Hendrik referiert, warum Heaven Hill plötzlich
Bernheim ist, plant Silvi bereits das Abendessen: Aufgrund der
deutlichen Paprikanote eignet sich dieser Tropfen anscheinend
hervorragend für das nächste Chili con Carne.
Danach wird es kriminell mit dem Larceny. Wir entlarven den
Mythos um John E. Fitzgerald. Spoiler: Er war kein genialer
Master Distiller, sondern ein durstiger Steuerbeamter mit einem
Schlüssel zu den besten Fässern im Lagerhaus. Ein Whisky, benannt
nach Diebstahl, der uns mit Noten von Kirschbonbons (die, die
keiner wollte, oder doch?) in tiefste Kindheitserinnerungen
stürzt und farblich an Prinzessin Peach erinnert.
Außerdem erfüllen wir unseren Bildungsauftrag und klären endlich,
warum Reagenzgläser unten rund sind.
Das Labor-Lineup
Bernheim Original Kentucky Straight Wheat Whiskey
Larceny Small Batch Kentucky Straight Bourbon Whiskey
Bernheim Original Kentucky Straight Wheat Whiskey
Aroma
warmes Getreide, leicht „biskuitig“ (wie helle
Kekse)
Vanille und ein Schuss Honig
Toffee / Karamell, eher weich als schwer
dezente Fruchtnoten (helle Beeren, ein Hauch
Steinobst)
trockenes Holz, sanft geröstete Eiche
Geschmack
cremig-süß, mit Vanille-Karamell als Grundton
weizige Brotkruste / helles Toast, mild und rund
Toffee, etwas Ahornsirup-Anklang
leichte Würze (Zimt, ganz zart Muskat)
fruchtige Nuance im Hintergrund (hell, nicht
„saftig“)
Abgang
mittellang, warm und angenehm
geröstete Eiche wird präsenter, ohne bitter zu
werden
süße Noten klingen nach (Honig/Toffee)
feine Gewürzwärme bleibt am Gaumen
am Ende etwas trockener, „holziger“ Ausklang
Larceny Small Batch Kentucky Straight Bourbon Whiskey
Aroma
viel Süße direkt vorneweg: Honig und Karamell
Butterscotch / „Butterbonbon“-Vibe
frisches Toastbrot bzw. helle Backwaren
Vanille und ein Hauch Orangenschale
leichte Eiche, sanft geröstet
Geschmack
butterig-weich, fast wie Karamellsauce
Honig, Toffee, Vanille – klar dessertig
dezente Würze (Zimt/Backgewürz), eher mild
leichte Nussigkeit (geröstete Mandeln)
Eiche hält das Ganze zusammen, ohne zu dominieren
Abgang
eher lang und „smooth“, mit anhaltender Süße
Karamell & Honig bleiben am längsten
zum Ende hin etwas würziger (Backgewürz, minimal
Pfeffer)
sanfte Eiche/trockene Holznoten kommen nach
warmes, leicht süß-salziges Finale (ohne scharf zu
werden)
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