Der malende Zeitzeuge - Manfred Bockelmann
28 Minuten
Podcast
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Beschreibung
vor 1 Jahr
Manfred Bockelmann – Der malende Zeitzeuge und Bruder von
Udo Jürgens
Ein Künstler, der gegen das Vergessen kämpft – Manfred
Bockelmann, renommierter Maler und Bruder des legendären Musikers
Udo Jürgens, nutzt seine Kunst als Medium der Erinnerung. In
diesem bewegenden Podcast spricht er über seine Ausstellung
„Zeichnen gegen das Vergessen“, die Auseinandersetzung mit dem
Holocaust, die österreichische Politik sowie seine Familie und
die besondere Bedeutung des Liedes „Mein Bruder ist ein Maler“,
das sein Leben auf unerwartete Weise beeinflusst hat.
Kunst gegen das Vergessen – Eine Mission der
Menschlichkeit
Bockelmann wurde 1943 in Kärnten geboren und erlebte selbst keine
unmittelbaren Schrecken des Zweiten Weltkriegs. Doch die
Begegnung mit den ersten Filmaufnahmen aus befreiten
Konzentrationslagern erschütterte ihn tief. Die Frage nach der
kollektiven Verantwortung und dem Schweigen der Generation seiner
Eltern ließ ihn nicht los.
Mit seiner Ausstellung „Zeichnen gegen das Vergessen“ hat er es
sich zur Aufgabe gemacht, die Gesichter ermordeter Kinder des
Holocausts sichtbar zu machen. Er zeichnet großformatige Porträts
von Kindern und Jugendlichen, die von den Nazis in Auschwitz und
anderen Lagern getötet wurden. Dabei geht es ihm nicht nur um
künstlerische Verarbeitung, sondern um eine Begegnung mit den
Opfern.
„Ich wollte, dass man nicht daran vorbeigehen kann,“ erklärt er.
Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist für
ihn eine Verpflichtung: „Ich will kein Geld mit dem Holocaust
verdienen, aber ich möchte als Künstler meine Stimme erheben.“
Seine Arbeiten wurden bereits im Deutschen Bundestag, im Leopold
Museum in Wien und in zahlreichen Schulen ausgestellt, wo sie vor
allem junge Menschen sensibilisieren sollen.
Die Schatten der Geschichte – Ein Blick auf die Politik
Österreichs
Bockelmann zeigt sich besorgt über aktuelle politische
Entwicklungen und warnt davor, aus der Geschichte nicht zu
lernen. Die Erstarkung rechter Parteien, die wachsende
gesellschaftliche Spaltung und das Vergessen historischer
Lektionen machen ihm Angst.
Er zieht Parallelen zur Weimarer Republik: „Damals haben viele
Hitler für eine Übergangslösung gehalten – und dann gab es kein
Zurück mehr.“ Seine Botschaft ist klar: „Es darf nicht so weit
kommen, dass wir wieder in eine Prüfung geraten, die wir nicht
bestehen können.“
Seine Kunst ist für ihn auch ein Zeichen des Widerstands – gegen
das Vergessen, gegen Gleichgültigkeit und gegen eine
Geschichtsverdrängung, die immer wieder ihre Schatten auf die
Gegenwart wirft.
Ein Lied, das alles veränderte – „Mein Bruder ist ein
Maler“
Seine enge Verbindung zu Udo Jürgens, einem der größten
deutschsprachigen Musiker aller Zeiten, hatte ebenfalls großen
Einfluss auf sein Leben. Die beiden Brüder verband eine tiefe
Freundschaft, trotz der sehr unterschiedlichen Lebenswege.
Jürgens, der unter seinem Geburtsnamen Jürgen Udo Bockelmann zur
Welt kam, widmete seinem Bruder das Lied „Mein Bruder ist ein
Maler“, das für Manfred Bockelmann einen Wendepunkt bedeutete.
„Plötzlich wussten die Leute, dass ich der Bruder von Udo Jürgens
bin,“ erzählt er. „Die Medien begannen, nach mir zu suchen,
Galerien waren sich unsicher, ob sie sich auf einen Maler stützen
sollten, der durch einen Schlager bekannt wurde.“ Während sein
Bruder die Welt der Musik dominierte, blieb Bockelmann in der
bildenden Kunst einer kleinen, elitären Gesellschaft bekannt.
Doch das Lied öffnete auch Türen: „Vorurteile muss man überwinden
– und wenn man das schafft, gewinnt man neue Fans.“
Ein Leben für die Kunst und die Erinnerung
Ob in seinen beeindruckenden Holocaust-Zeichnungen, seinen
kritischen Betrachtungen zur Politik oder der besonderen
Beziehung zu seinem berühmten Bruder – Manfred Bockelmann bleibt
ein Künstler mit Haltung.
Sein Werk mahnt uns, die Vergangenheit nicht zu vergessen und uns
für eine bessere Zukunft einzusetzen. Sein Mut, mit der Kunst
unbequeme Wahrheiten zu zeigen, macht ihn zu einer wichtigen
Stimme gegen das Vergessen und für die Menschlichkeit.
Jetzt reinhören und mehr erfahren – exklusiv im Podcast mit
Manfred Bockelmann!
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