Der Bischof zweier Länder - Benno Elbs
28 Minuten
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Beschreibung
vor 10 Monaten
Diener der Hoffnung – Bischof Benno Elbs zwischen zwei Ländern
und vielen Aufgaben
Bischof Benno Elbs ist kein gewöhnlicher Kirchenmann – er ist
Bischof von Feldkirch und gleichzeitig apostolischer
Administrator des Erzbistums Vaduz. Damit steht er an der Spitze
der katholischen Kirche sowohl in Vorarlberg als auch in
Liechtenstein – eine doppelte Verantwortung, die er mit
bemerkenswerter Ruhe, Tiefe und einer großen Portion
Menschenfreundlichkeit trägt.
Geboren 1960 in Bregenz, war Elbs ursprünglich als Seelsorger
tätig. Der Beruf des Priesters sei für ihn nie eine Machtposition
gewesen, sondern vielmehr ein Ruf zum Dienst an den Menschen,
erzählt er im Gespräch. Seine Wurzeln liegen in einer bäuerlichen
Familie, der Glaube wurde gelebt, aber kaum thematisiert. Erst
ein besonders kirchenkritischer Psychologielehrer brachte ihn zur
intensiven Auseinandersetzung mit Theologie – und letztlich zur
Priesterweihe.
Elbs ist nicht nur Theologe, sondern auch ausgebildeter
Psychotherapeut. Vielleicht ist es diese Verbindung, die ihn zu
einem derart verständnisvollen und klugen Gesprächspartner macht.
„Ich möchte heilende Begegnungen ermöglichen“, sagt er. Und diese
Haltung zieht sich wie ein roter Faden durch sein gesamtes Wirken
– ob als Caritas-Bischof der österreichischen Bischofskonferenz,
als Vorsitzender der Finanzkommission oder als Verantwortlicher
für Opferschutz.
Die Situation in Liechtenstein sei speziell, erklärt Elbs. Die
katholische Kirche ist dort keine vom Staat getrennte Institution
– Priester sind Angestellte der Gemeinden, es gibt keinen
Kirchenbeitrag, und das Fürstenhaus spielt eine maßgebliche
Rolle. Diese Besonderheiten machen das Erzbistum Vaduz zu einem
Sonderfall in Europa. Als Papst Franziskus ihn nach dem Rückzug
von Erzbischof Wolfgang Haas zum Übergangsbischof ernannte, nahm
Elbs diese Aufgabe mit Demut, aber auch mit Engagement an. Ob
Liechtenstein weiterhin ein eigenständiges Erzbistum bleiben
wird, ist nach wie vor offen.
Für Elbs ist der Glaube eine Quelle der Hoffnung, besonders in
einer Welt voller Unsicherheiten. Ob Klimakrise, Kriege oder
soziale Spannungen – er sieht Religion als einen Anker, der
Orientierung bieten kann. „Menschen suchen Sinn. Und da wird
Religion wieder mehr an Bedeutung gewinnen“, ist er überzeugt.
Gerade die jungen Menschen in Vorarlberg spürt er wieder offener
für Spiritualität.
Im Interview betont er auch die große Bedeutung des Heiligen
Jahres 2025, das unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ steht. Es
sei eine Einladung an alle Menschen, innezuhalten, sich zu
besinnen und das Leben neu auszurichten. „Die entscheidenden
Dinge im Leben – Vertrauen, Liebe, Hoffnung – sind nicht
käuflich“, sagt Elbs.
Ob interreligiöser Dialog, Ökumene oder gesellschaftlicher
Zusammenhalt – Benno Elbs versteht sich als Brückenbauer. Mit
Initiativen wie „Religionen für den Frieden“ setzt er starke
Zeichen für gegenseitigen Respekt. Er schreckt nicht davor
zurück, auch schwierige Themen wie Extremismus oder
Kirchenaustritte klar anzusprechen. Dennoch bleibt er ein
Optimist, ein „Pilger der Hoffnung“.
Am Ende des Gesprächs wird klar: Dieser Bischof lebt nicht für
die Institution, sondern für die Menschen. Und das macht ihn zu
einer der wichtigsten und glaubwürdigsten Stimmen im religiösen
Leben zwischen Bodensee und Alpenrhein.
Geboren: 1960 in Bregenz
Amt: Bischof der Diözese Feldkirch,
Apostolischer Administrator von Vaduz
Berufung: Priesterweihe nach einem tiefen
Interesse an Theologie und Psychologie
Zusatzqualifikation: Psychotherapeut
Kirchliche Aufgaben: Caritasbischof,
Finanzkommission, Opferschutz
Besondere Verantwortung: Brückenbauer
zwischen zwei Ländern und Kulturen
Zentrales Anliegen: Spiritualität und
Menschlichkeit in Einklang bringen
Motto: „Pilger der Hoffnung“ – Glauben
leben, Menschen begegnen
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