Die Baumretterin - Helena Schütte
21 Minuten
Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 10 Monaten
Die Baumretterin von Altenstadt: Helena Schütte kämpft
für „Lala die Linde“
Ein Baum, ein Zeichen, ein Aufruf – Helena Schütte gibt alten
Bäumen eine Stimme.
Feldkirch-Altenstadt – Wenn Helena Schütte von Lala spricht,
leuchten ihre Augen. Lala ist kein Mensch, sondern eine über 150
Jahre alte Sommerlinde, die an der Ecke Küchlerstraße /
Königshoferstraße in Altenstadt steht. Die mächtige Baumkrone
spendet Schatten, die tiefen Wurzeln erzählen Geschichten – doch
nun ist ihr Leben bedroht. Der Grund: ein geplantes
Neubauprojekt. Die gebürtige Norddeutsche Helena Schütte will das
nicht hinnehmen – und macht mit beeindruckendem Engagement auf
die drohende Fällung aufmerksam.
Was als stille Sorge begann, entwickelte sich rasch zu einer
lauten Bewegung: Mit ihrer Online-Petition „Rettet Lala die
Linde“ sammelte die 39-jährige Pilates-Trainerin, Wanderführerin
und ehemalige Kommunikationsmanagerin innerhalb kurzer Zeit fast
2.000 Unterschriften. Besonders bemerkenswert ist, dass über
1.400 davon direkt aus Feldkirch stammen – ein klares Zeichen für
die Bedeutung des alten Baumes in der Stadtgesellschaft.
„Es geht nicht nur um einen Baum, sondern um die Frage, wie wir
künftig mit unserer Natur umgehen wollen“, sagt Helena. Mit dem
Blick auf die geplanten Ersatzpflanzungen des Bauträgers bringt
sie es auf den Punkt: „Man kann ein 150 Jahre altes Ökosystem
nicht einfach durch drei junge Bäume ersetzen. Die Rechnung geht
nicht auf.“ Die Linde filtere täglich enorme Mengen CO₂, spende
Schatten und sei ein Lebensraum für zahlreiche Tiere – kurzum:
ein unverzichtbarer Bestandteil des städtischen Ökosystems.
Besonders bewegend war eine Aktion im Dezember 2024, bei der
engagierte Bürger ein „Singen gegen die Kettensäge“
organisierten. „Das war der Moment, in dem ich wirklich begriffen
habe, wie vielen Menschen dieser Baum am Herzen liegt“, erzählt
Helena. Neben Nachbarn, Umweltschützern und älteren
Feldkircherinnen, die sich noch an den Kampf um den Erhalt der
Nafla erinnern, kamen auch viele Kinder – nicht zuletzt wegen des
liebevollen Namens „Lala“, den Helena der Linde gegeben hat.
Schütte ist keine Träumerin, sondern Realistin. Sie weiß, dass
Stadtentwicklung wichtig ist. Doch sie fordert mehr Mut zur
Integration alter Bäume in moderne Architektur. „Es gibt weltweit
inspirierende Projekte, bei denen Jahrhunderte alte Bäume Teil
von Neubauten wurden. Warum sollte das nicht auch in Feldkirch
möglich sein?“ Für sie ist klar: Der Umgang mit Lala wird zum
Symbol, wie ernst es die Stadt mit Nachhaltigkeit meint.
Am 25. April – dem internationalen Tag des Baumes – will Helena
die gesammelten Unterschriften offiziell übergeben. Ihre
Hoffnung: „Dass die Stadt nicht nur von Schwammstadt und
Klimaschutz spricht, sondern zeigt, dass ihr auch der Erhalt des
Bestehenden etwas wert ist.“
Helena Schütte, die sich über ihre Plattform „Green Eyes Project“
auch für weitere Umweltbelange engagiert, sieht sich als
Vermittlerin zwischen Mensch und Natur. „Ich wünsche mir, dass
wir die Sprache der Bäume wieder verstehen lernen. Sie sind keine
Kulisse – sie sind unsere Lebensgrundlage.“
Die Geschichte von Lala ist noch nicht zu Ende geschrieben. Doch
eines steht fest: Mit Menschen wie Helena Schütte bekommt die
Natur eine starke Stimme.
Weitere Episoden
47 Minuten
vor 2 Tagen
14 Minuten
vor 1 Woche
23 Minuten
vor 2 Wochen
32 Minuten
vor 1 Monat
35 Minuten
vor 1 Monat
In Podcasts werben
Kommentare (0)