Der Wing-Tsun-Sifu - Günter König
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Beschreibung
vor 9 Monaten
Der sanfte Kämpfer von Tisis – Sifu Günter König und
seine Schule der Selbstbehauptung
Zwischen Schatten und Licht, zwischen verbaler Entwaffnung und
innerer Stärke bewegt sich das Leben von Günter König – einem
Mann, der heute als Wing-Tsun-Lehrer in Feldkirch-Tisis nicht nur
Technik vermittelt, sondern eine Lebensphilosophie lebt. In einem
lichtdurchfluteten Dojo mit filigran gefertigter Papierdecke
lehrt er, wie man sich behauptet – ohne Aggression, aber mit
Haltung. Was ihn besonders macht? König ist ein Macher, ein
Menschenfreund – einer, der leise wirkt, aber viel bewegt.
Günter König stammt aus einer Familie, die in Lustenau tief
verwurzelt ist. Sein Vater war Gastronom und DJ, betrieb mit dem
„Babylon“ und der „Blauen Sau“ legendäre Treffpunkte. Auch Günter
arbeitete dort früh mit – erst als Gläsersammler, später als
Barchef. Doch der junge Mann wollte mehr. Als Installateur
erlernte er einen bodenständigen Beruf, aber es war seine
Erfahrung als Türsteher, die ihn auf Wing Tsun brachte. Die
Kampfkunst half ihm, Eskalationen zu vermeiden und Grenzen zu
setzen, ohne zu verletzen.
Wing Tsun ist keine Wettkampfsportart. Es geht nicht um Punkte,
nicht um Siege. Es geht um Selbstbehauptung, Körpersprache,
Szenarien. König lehrt, wie man mit einem klaren "Stopp"
Konflikte frühzeitig entschärft – mit offenen Händen, nicht
geballten Fäusten. Seine Schule sei kein Ort für brutale
Techniken, sondern für Persönlichkeitsbildung, sagt er. „Wer Wing
Tsun lernt, lernt vor allem, ruhig zu bleiben“, so König.
Nach Jahren in der Schweiz, wo er drei eigene Wing-Tsun-Schulen
führte, erfüllte sich König 2024 seinen Lebenstraum: eine eigene
Schule in Feldkirch-Tisis. Die Räume sind hell, einladend,
bewusst offen gestaltet – ein Kontrast zu vielen dunklen
Selbstverteidigungskellern. Die von regionalen Künstlerinnen
konzipierte Papierdecke ist das Herzstück – Symbol für Klarheit
und Leichtigkeit. König unterrichtet Kinder ab sechs Jahren,
Erwachsene bis ins hohe Alter, manchmal bis zu fünf Mal die
Woche.
König liebt das Reisen mit seiner Familie, zuletzt war er in
Georgien und Albanien. Er liebt Eintöpfe und einfache Gerichte,
die er auf seinen Reisen entdeckt. Seine Freizeit ist knapp, aber
wenn sie sich ergibt, steht er auf dem Snowboard, fährt Rad oder
gärtnert.
Was Günter König besonders auszeichnet, ist sein Engagement für
Schulen. In Feldkirch und Liechtenstein hat er unzählige
Workshops gehalten – über Selbstbehauptung, Stoppsignale,
Cybermobbing. Ihm ist wichtig, Kinder zu stärken, bevor sie in
gefährliche Rollen rutschen – ob als Opfer oder als Täter. Wing
Tsun sei für ihn mehr als Kampfkunst: Es sei ein Beitrag zu einer
besseren, achtsameren Welt.
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