Der affine Wettermoderator - Lukas Alton

Der affine Wettermoderator - Lukas Alton

9 Minuten

Beschreibung

vor 8 Monaten

Im äußersten Westen Österreichs, wo sich Rheintal, Berge und
Bodensee die Hand reichen, lebt einer, der das Wetter nicht nur
liest – er lebt es: Lukas Alton, Gründer des „Wetterring
Vorarlberg“, leidenschaftlicher Wettermoderator, Fotograf und
Naturfreund. Ein Porträt über einen Mann, dessen Herz bei jeder
Schneeflocke höherschlägt.


Bereits mit zwölf Jahren war für Lukas klar: Wetter ist mehr als
nur Regen oder Sonne. Es ist ein faszinierendes Zusammenspiel aus
Natur, Wissenschaft und Gefühl. Während andere in den Ferien
Schlittschuh liefen oder Sandburgen bauten, las er Wetterkarten
und hoffte inständig auf Schneefall. Diese frühe Leidenschaft
führte ihn später zum Meteorologiestudium in Innsbruck – und
schließlich zur Gründung des Wetterrings im Jahr 2006.


Damals war Facebook gerade geboren und YouTube noch ein
Experiment. Doch Lukas hatte eine Vision: ein Netzwerk privater
Wetterstationen, das aktuelle Daten aus der Region sammelt und
für jedermann zugänglich macht. Heute umfasst dieses Netzwerk
über 300 Stationen, verteilt über Vorarlberg, die Ostschweiz, das
Allgäu bis nach Tirol – sogar für das kleine Liechtenstein
existiert eine eigene Plattform: wettering.li.


Was Lukas Alton von anderen Wettermoderatoren unterscheidet?
Seine Nähe zum Publikum. Im eigenen Studio in Nofels entstehen
Wettervideos im charmanten Vorarlberger Dialekt – echt,
authentisch, nahbar. Auch wenn man in Zürich oder München
vielleicht zweimal hinhören muss – der Stil kommt an. „Die Leute
schätzen es, dass wir nicht wie ein Konzern auftreten, sondern
als Menschen, die mit Herz dabei sind“, erklärt Lukas.


Unterstützt wird er von einem siebenköpfigen Team – darunter
Prognostiker, Programmierer und ein Archivar, der seit über 40
Jahren Wetterdaten sammelt. KI spielt im Wetterring noch keine
Rolle – hier wird alles von Hand analysiert und formuliert. „Das
Wetter lebt von Erfahrung und Gefühl. Da ersetzt ein Algorithmus
noch lange keinen Menschen“, sagt Lukas überzeugt.


Doch das Wetter ist nur ein Teil von Lukas' Leben. Der
Familienvater engagiert sich seit fast zwei Jahrzehnten in der
sozialen Arbeit – insbesondere in der Unterstützung von Menschen
mit Beeinträchtigungen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt. Diese
Tätigkeit verbindet seine Bodenständigkeit mit einem echten
sozialen Gewissen.


Darüber hinaus widmet sich Lukas mit wachsender Begeisterung der
Foto- und Videografie. Mit Drohnen und professionellem
Kameraequipment produziert er Imagefilme für Unternehmen,
Hochzeiten oder auch Naturreportagen. „Es ist schön, wenn sich
die Dinge ergänzen. Das eine beflügelt das andere“, sagt er.


Wenn die Arbeit getan ist, zieht es Lukas hinaus. Im Sommer auf
das Mountainbike, im Winter auf Skitour. Am liebsten abseits der
Pisten, mitten in der unberührten Natur. Das nächste große Ziel:
die Besteigung des Großglockners – mit Tourenski, versteht sich.
„Das wird ein persönlicher Meilenstein“, sagt er mit einem
Lächeln, das verrät: Dieser Mann geht seinen Weg – bei jedem
Wetter.

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