Der wortgewaltige Philosophenrapper - Thomas D und Flo Mega
7 Minuten
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Beschreibung
vor 7 Monaten
Das FL1.Life Festival in Schaan hat sich nicht nur als Bühne für
Musikgrößen etabliert, sondern auch als Raum für experimentelle
Klangformate. In diesem Jahr sorgte ein besonderes Highlight für
Gänsehaut und Gesprächsstoff: Eine immersive Sound
Experience mit Thomas D von den Fantastischen Vier,
unterstützt von Flo Mega und den KBCS, kuratiert
vom Little Konzett von den Little Big Beat Studios in
Eschen. Was zunächst wie ein Studio-Konzert klang,
entpuppte sich als tiefgreifendes, audiovisuelles Erlebnis mit
Podcast-Charakter – ganz nah, ganz roh, ganz echt.
In einem kleinen, intimen Rahmen trugen die Künstler ihre Musik
nicht einfach vor – sie lebten sie. Das Publikum trug zwar keine
Kopfhörer ("wir hatten einfach zu wenig" betonte der in Satteins
wohnhafte Produzent Little Konzett), bewegte sich mitten im
Geschehen, war Teil des Sounds, der sich von allen Seiten näherte
und das ganze Setup war sehr intim. „Normalerweise schicken wir
den Sound von der Bühne ins Publikum – diesmal kam er uns
entgegen“, so Thomas D. Ein experimentelles Setup, bei dem
Technik, Nähe und Spontaneität auf faszinierende Weise
verschmolzen. Die Nähe zu den Zuschauern war wortwörtlich – „man
sieht jede Zahnlücke“, scherzte Thomas, der sich gleichzeitig
akribisch auf die intensive Erfahrung vorbereitete und damit
scherzte, Zahnseide zu verwenden.
Auch zur Entstehung eines der bekanntesten Fanta-4-Hits, „Troy“,
gab es im Gespräch mit dem Podcaster spannende Einblicke. Der
Titel ist offenbar im Bregenzer Wald, genauer
gesagt in einem ehemaligen Schießstand in Egg
entstanden, der den Fantastischen Vier über Jahre hinweg als
kreativer Rückzugsort diente. Thomas D erzählt: „Da sind viele
Ideen entstanden, ganze Platten. Und ich nehme an, dass auch
‚Troy‘ dort seinen Ursprung hatte.“ Dabei kursiert im Bregenzer
Wald sogar das Gerücht, dass eine lokale Familie als Namensgeber
diente – als augenzwinkernde Hommage. Ob das stimmt? „Genau so
war’s“, antwortete Thomas augenzwinkernd und ließ damit Raum für
Fantasie.
Die Anekdote führt weiter zur Titelwahl: „‚Wir bleiben Troy‘
klang uns zu deutsch“, so Thomas, „deshalb wollten wir es
internationaler aussprechen – wie ‚Alright‘ oder ‚Firelighter‘.“
Und dann dieser Schlag: „Ich muss bei ‚Troy‘ immer an
Brad Pitt denken, wie er in ‚Troja‘ diesen
Krieger niederstreckt – so hat auch unser Song damals Deutschland
getroffen.“
Was bleibt, ist nicht nur ein Klangbild, sondern ein Gefühl. Die
Mischung aus Podcast-Dialog, Live-Session, Klangexperiment und
nahbarer Künstlerbegegnung machte das Erlebnis einzigartig – und
zeigte erneut, welch kreatives Potenzial in der Verbindung von
Musik, Raum und Menschen steckt. Das Fürstentum Liechtenstein,
einst vielleicht „nur“ Kulisse, wurde hier selbst zum
Resonanzkörper – ein kleines Land mit großen Momenten.
Und Rapper-Kollege Flo Mega scherzt darüber, dass er nur
des Geldes hier sei, gleichzeitig aber angetan von den schwarzen
Nummernschildern, welche Liechtensteinische PKWs zieren.
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