Der malende Passbildfotograf - Friedrich Fels
49 Minuten
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Beschreibung
vor 7 Monaten
Friedrich Fels ist mehr als ein Fotograf – er ist ein lebendiges
Stück Stadtgeschichte. Aufgewachsen in der Felsenau, geprägt von
einer Kindheit zwischen Lausbubenstreichen und Obstbäumen, führte
ihn sein Weg über Irrwege, Umwege und Umstürze zu dem, was er
heute ist: Ein Original, Künstler, Lebemann – und ein Feldkircher
Urgestein.
Schon früh zeigte sich sein künstlerisches Talent – das Zeichnen,
Malen und das Spiel mit Perspektive lagen ihm im Blut. Doch der
Weg zur Kunst führte über viele Hürden: Zuerst die Handelsschule,
dann die HTL, schließlich eine Ausbildung zum Fotografen bei
Romberg und später die Meisterprüfung beim legendären Fotografen
Winsauer.
Der hippie-eske Freiheitsdrang trieb ihn in die Wiener
Avantgarde-Szene der 70er, wo er wilde Nächte, LSD-Erfahrungen
und künstlerische Experimente durchlebte. Als Maler arbeitete er
in einem Kelleratelier, schuf Werke bei Nacht, philosophierte
über Beuys und die Freiheit – und rührte seine Gäste zu Tränen.
Sein fotografisches Werk reicht von Passbildern über
Auftragsarbeiten bis zur künstlerischen Fotografie. In
Liechtenstein entwickelte er schließlich seinen unverwechselbaren
Stil. Parallel zur Kamera begleitete ihn stets die Malerei – oft
nächtelang, oft im Rausch, stets mit Leidenschaft.
1975 gründete er sein eigenes Fotostudio in der Schmiedgasse 8,
das heute noch wie ein begehbares Museum wirkt. Hier
dokumentierte er Generationen von Feldkircher, arbeitete mit dem
renommierten Grafiker Reinhard Gassner zusammen und war
Mitinitiator des Gauklerfests, das Feldkirch bis heute kulturell
prägt.
Fels’ Herz schlägt für die Felsenau – für das Freibad, die alten
Gärten, das bäuerliche Leben. Noch heute, über 70 Jahre später,
pilgert er regelmäßig zum Baden an den Ort seiner Kindheit. Dort,
wo französische Besatzungssoldaten einst lagen, machte er seine
ersten Sprünge vom 1- und 3-Meter-Brett – ein Ritual, das bis
heute lebt.
Auch dunkle Kapitel gehören zu seiner Geschichte:
Nervenzusammenbrüche, der Druck der Erwartungen, familiäre
Tragödien (wie der frühe Tod des Großvaters und Onkels), der
Absturz von Reichtum zu einfachen Verhältnissen – Fels hat alles
erlebt. Doch immer wieder fand er Wege zurück: über Kunst,
Fotografie, das Schreiben seiner Memoiren – und die Liebe zum
Leben.
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