Der dreifache Weltmeister - Alexander Bösch
19 Minuten
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Beschreibung
vor 6 Monaten
Alexander Bösch – Der stille Meister vom Kutschbock
Er wirkt ruhig, fast bescheiden, doch wenn Alexander Bösch aus
Rankweil mit seinen Pferden ins Gelände fährt, zählt nur eines:
Präzision, Vertrauen und der absolute Siegeswille. Der
mittlerweile 30-jährige Fahrsportler ist einer der
erfolgreichsten Athleten Österreichs – und das, obwohl seine
Disziplin kaum im Rampenlicht steht. Drei Weltmeistertitel in der
Jugendklasse hat er bereits geholt. Jetzt kämpft er um die
Krönung: den Weltmeistertitel in der Allgemeinen
Klasse.
Böschs Weg war früh vorgezeichnet. Bereits mit vier Jahren saß er
das erste Mal auf dem Kutschbock – sein Vater führte damals den
Pferdehandel Bösch. Nach der Mittelschule stieg Alexander ohne
Umwege in den Familienbetrieb ein, übernahm Verantwortung – und
startete gleichzeitig seine sportliche Karriere.
2004 wurde er mit zehn Jahren Jugendweltmeister im Fahrsport. Es
folgten der Vizeweltmeistertitel in Belgien und ein weiterer
Triumph bei der Heim-WM 2008 in Österreich. Mit 16 schließlich
krönte er sich in der höchsten Jugendklasse erneut zum
Weltmeister. Drei Titel, vier Jahre, ein außergewöhnliches
Talent.
Am Bösch-Hof in Rankweil sind aktuell alle 39 Boxen
belegt – von Hobbyreitern bis zu internationalen
Sportreitern. Alexander unterrichtet, trainiert und organisiert.
Ein echtes Familienunternehmen: 2020 hat er den Betrieb von
seinem Vater übernommen, seine Brüder sind ebenfalls eingebunden
– einer davon betreut den Nachwuchs im Fahrsport.
Der eigene Trainingsalltag ist streng strukturiert. Vier
Einheiten pro Woche am Wagen, zwei auf dem Laufband, ein Ruhetag
– „aber nie zwei Tage dasselbe“, betont Bösch. Er legt großen
Wert auf mentale Stärke, nicht nur bei sich selbst, sondern auch
bei seinen Pferden. Und er weiß: Jedes Tier ist individuell.
Ernährung, Aufbau und Training werden exakt abgestimmt – wie bei
Hochleistungssportlern.
Der internationale Fahrsport ist komplex und fordert das Maximum.
Dressur, Geländefahrt und
Kegelfahren müssen in einem Mehrkampf bewältigt
werden. Jeder Ball, der im Parcours fällt, kostet wertvolle
Punkte. Millimeterarbeit ist gefragt. Der Beifahrer auf dem Wagen
gleicht dabei die Balance aus – in Kurven ist das der Unterschied
zwischen Erfolg und Sturz.
Unfälle? „Ich habe einmal die Kutsche umgeworfen – da habe ich
mir das Kreuzband gerissen“, erzählt Bösch. Neun Monate
Zwangspause – und trotzdem kehrte er schneller zurück als
geplant. Die Weltmeisterschaft stand bevor.
Der nächste große Meilenstein steht kurz bevor: die
Weltmeisterschaft im August 2025 in Beekbergen, Niederlande. Dort
wird entschieden, wer ganz oben steht. Bösch hat die Anlage
bereits kennengelernt – ein Vorteil, denn nervöse Pferde
verlieren schnell den Fokus, wenn das Gelände unbekannt ist.
Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Nach Qualifikationen in
Tschechien und Deutschland und einem Vorbereitungswettkampf in
München geht es zur alles entscheidenden WM. Der erste
Weltmeistertitel in der Allgemeinen Klasse ist das
erklärte Ziel. Der vierte Titel insgesamt – aber der erste unter
den „Großen“.
Was Alexander Bösch antreibt? „Pferde geben dir etwas zurück, was
Menschen manchmal nicht können“, sagt er ruhig. „Wenn du mit
ihnen korrekt arbeitest, geben sie dir Vertrauen. Und das ist
unbezahlbar.“
Geboren: 1995 in Rankweil (Vorarlberg)
Wohnort: Rankweil, Pferdehof Bösch
Disziplin: Fahrsport (Zweispänner)
Weltmeistertitel:
2004 (Jugend)
2008 (Junioren)
2011 (Junge Fahrer)
WM-Ziel 2025: Erste Medaille in der
Allgemeinen Klasse in Beekbergen (NL)
Beruf: Pferdetrainer, Stallbetreiber
Besonderheit: Betreibt den Hof mit seinen
Brüdern – Familienunternehmen in zweiter Generation
Pferde im Stall: 39, davon 6 eigene
Turnierpferde
Eigenes Gespann: Drei Pferde pro Turnier,
davon eines als Reserve
Verletzung: Kreuzbandriss 2021, Rückkehr
binnen neun Monaten
Trainingsroutine: 6 Einheiten pro Woche,
abwechslungsreich, mit Fokus auf mentale Stärke
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