Der pädagogische Historiker - Johannes Spies

Der pädagogische Historiker - Johannes Spies

40 Minuten

Beschreibung

vor 5 Monaten

Wenn man Johannes Spies begegnet, spürt man sofort seine
Leidenschaft für Geschichte und politische Bildung. Er ist
Lehrer, Historiker, Kulturvermittler – und ein engagierter
Netzwerker, der es versteht, Vergangenheit und Gegenwart in einen
lebendigen Dialog zu bringen.


Geboren wurde Johannes Spies 1979 in Graz. Schon früh kam er mit
seiner Familie nach Vorarlberg, das seit den 1950er-Jahren
Lebensmittelpunkt seiner Großeltern und Eltern geworden war. Auch
wenn er also nicht „waschechter“ Vorarlberger ist, fühlt er sich
längst als Dornbirner – hier lebt er mit seiner Familie und hier
schlägt sein Herz.


Seine eigene Schulerfahrung prägte ihn stark: nicht als
Musterschüler, sondern durch Lehrerpersönlichkeiten, die ihn
förderten und bestärkten. Dieses Erlebnis wurde zum Keim für
seinen Berufswunsch. Nach der Handelsakademie Bregenz und dem
Zivildienst begann er an der Pädagogischen Akademie in Feldkirch
ein Studium, ursprünglich mit Englisch und Geografie. Ein Zufall
lenkte ihn jedoch zur Geschichte – ein Fach, das fortan sein
Lebensweg werden sollte.


Sein Berufseinstieg führte ihn nach Bregenz an die Hauptschule
Vorkloster, wo er neun Jahre unterrichtete. Parallel bildete er
sich kontinuierlich fort, absolvierte unter anderem Lehrgänge zur
politischen Bildung und schließlich ein Masterstudium an der
Universität Krems. Spies versteht Bildung als lebenslangen
Prozess – eine Haltung, die er auch seinen Schüler:innen vorlebt.


Seit vielen Jahren ist er an der Mittelschule Dornbirn Markt
tätig, jener Schule, an der er selbst als Jugendlicher wichtige
Impulse erhielt. Mit Projekten wie dem Freifach „Politische
Bildung“ schafft er Freiräume, in denen Schüler:innen Themen
entwickeln, die sie wirklich bewegen – von Sicherheit über
Demokratie bis zu gesellschaftlichen Fragen.


Johannes Spies beschränkt seine Bildungsarbeit nicht auf das
Klassenzimmer. Er ist seit 2016 Netzwerkkoordinator von
erinnern.at in Vorarlberg – einer Initiative,
die das Lernen über Nationalsozialismus, Holocaust und
Antisemitismus fördert. Dabei unterstützt er Lehrkräfte,
organisiert Fortbildungen und vermittelt Workshops.


Darüber hinaus ist er Obmann der
Johann-August-Malin-Gesellschaft, die sich kritisch mit
der Zeitgeschichte Vorarlbergs auseinandersetzt. Parallel
engagiert er sich in der Rheticus-Gesellschaft,
die wissenschaftliche Publikationen und historische Forschung
fördert.


Seit 2012 ist er außerdem Kulturvermittler im Jüdischen
Museum Hohenems, wo er Schulklassen und Erwachsene durch
die Ausstellungen führt. An der Fachhochschule
Vorarlberg und in der Gewerkschaftsschule des
ÖGB gibt er sein Wissen in der politischen Bildung
weiter.


Was Spies antreibt, ist die Überzeugung, dass Bildung mehr ist
als reines Faktenlernen. Sie bedeutet für ihn, junge Menschen zu
befähigen, kritisch zu denken, sich zu orientieren und ihre Welt
aktiv mitzugestalten. Gerade in Zeiten von Unsicherheit,
Populismus und gesellschaftlichen Umbrüchen sieht er hier eine
zentrale Aufgabe der Lehrperson.


Seine eigene Biografie – vom eher mittelmäßigen Schüler zum
engagierten Pädagogen – macht ihn glaubwürdig. Er weiß, wie
entscheidend gute Lehrer:innen für Lebenswege sein können, und er
versucht, diese Rolle für die nächste Generation einzunehmen.




Geboren: 1979 in Graz




Wohnort: Dornbirn




Familie: Vater einer Tochter




Beruf: Lehrer an der Mittelschule Dornbirn
Markt, Historiker, Kulturvermittler




Studium: Pädagogische Akademie Feldkirch
(Englisch & Geschichte), Masterstudium Politische Bildung
(Uni Krems)




Stationen:




Hauptschule Bregenz-Vorkloster (9 Jahre)




Seit 2012 Kulturvermittler im Jüdischen Museum Hohenems




Seit 2016 Netzwerkkoordinator von erinnern.at in
Vorarlberg




Lehrender u. a. an der Fachhochschule Vorarlberg und der
Gewerkschaftsschule des ÖGB






Funktionen:




Obmann der Johann-August-Malin-Gesellschaft




Vorstandsmitglied der Rheticus-Gesellschaft






Schwerpunkte: Politische Bildung,
Zeitgeschichte Vorarlbergs, Nationalsozialismus,
Holocaustvermittlung


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