Der erfahrene Kiwi-Züchter - Nikolaus Peer
20 Minuten
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Beschreibung
vor 5 Monaten
Wenn man durch den Garten von Nikolaus Peer in Göfis spaziert,
wird schnell klar: Hier arbeitet jemand mit Leidenschaft, Geduld
und einem tiefen Verständnis für die Natur. Zwischen Obstbäumen,
Rebstöcken und Beerenpflanzen gedeihen Kiwipflanzen, die in
Vorarlberg noch immer Seltenheitswert haben. Peer war einer der
Ersten, die im Ländle vor über 30 Jahren mit der exotischen
Frucht zu experimentieren begannen – und das mit großem Erfolg.
Heute erntet er jährlich bis zu 2.000 Früchte.
Dabei ist die Kiwi für ihn mehr als nur eine Ergänzung zur
Selbstversorgung. Der gelernte Drucker und ausgebildete
Baumwärter verbindet in seiner Arbeit fundiertes Wissen mit
praktischer Erfahrung. Den entscheidenden Anstoß erhielt er in
den 1980er Jahren, als er in Wädenswil in der Schweiz eine
professionelle Kiwi-Pflanzung besichtigte. Dort lernte er in
wenigen Stunden, wie man die empfindlichen Pflanzen richtig
schneidet, erzieht und pflegt. Dieses Wissen hat er über
Jahrzehnte verfeinert und an die Bedingungen im Vorarlberger
Rheintal angepasst.
Von der Pflanze zur Kulturführung
Peer empfiehlt stets, männliche und weibliche Pflanzen getrennt
zu setzen – künstlich gezüchtete Zwitterpflanzen seien keine
Lösung, da sie langfristig nicht stabil bleiben. Platz ist
entscheidend: Eine männliche Pflanze kann bis zu acht weibliche
befruchten, benötigt aber ausreichend Raum. Auch der Boden spielt
eine zentrale Rolle – sauer muss er sein, kalkhaltige Erde wäre
Gift für die Kiwi.
Das Stützgerüst, das Peer für seine Pflanzen errichtet hat,
erinnert an ein Wagenrad oder einen gespannten Schirm. Jahr für
Jahr bindet er die neuen, meterlangen Triebe sorgfältig herunter,
damit die Früchte in Kopfhöhe hängen und leicht zu ernten sind.
Doch nicht die Menge allein zählt: Damit Aroma und Qualität
stimmen, dünnt er die Pflanzen im Sommer aus – viele kleine
Früchte werden früh entfernt, damit die verbleibenden groß und
aromatisch heranreifen können.
Ökologisches Arbeiten und Verarbeitung
Seine Kulturführung ist durchdacht und nachhaltig. Mit einer
speziellen Bodenbedeckung aus Laub, Häcksel und Vlies schafft er
ein Mikroklima, das Wasser speichert und die Pflanzen auch in
heißen Sommern versorgt – ganz ohne tägliches Gießen. Gedüngt
wird biologisch im geschlossenen Kreislauf.
Die Ernte im Spätherbst reicht oft bis ins nächste Jahr. Kiwis
lagert er im Erdkeller, wo sie unter idealen Bedingungen
monatelang frisch bleiben. Ein Teil wird frisch verzehrt, ein
anderer getrocknet – in aufwendiger Handarbeit, Scheibe für
Scheibe, schonend bei niedriger Temperatur. So entstehen süße,
grüne Ringe, die optisch wie geschmacklich überzeugen.
Vermittler von Wissen
Peer ist nicht nur Züchter, sondern auch ein leidenschaftlicher
Vermittler. Als Mitglied des Obst- und Gartenbauvereins Göfis
gibt er sein Wissen in Kursen und Gesprächen weiter. Seine
Botschaft: Kiwi-Anbau ist keine Hexerei – mit Geduld, einem
geeigneten Standort und der richtigen Pflege können auch
heimische Hobbygärtner Erfolg haben.
Über die Jahre hat sich Nikolaus Peer einen Namen als
Kiwi-Pionier gemacht – nicht nur in Göfis, sondern weit über die
Gemeinde hinaus. Wer ihn erlebt, merkt schnell: Hier spricht
einer, der nicht nur gärtnert, sondern im besten Sinne
kultiviert.
Factbox: Nikolaus Peer
Wohnort: Göfis, Vorarlberg
Beruf: Gelernter Drucker, ausgebildeter
Baumwärter
Spezialgebiet: Kiwi-Anbau seit den
1990er-Jahren
Anbaufläche: ca. 35 Obstbäume, 20 Rebstöcke,
zahlreiche Beeren – und mehrere Kiwi-Pflanzungen
Ernte: 1.000–2.000 Früchte jährlich
Besonderheit: erste Kiwi-Pflanzungen in Göfis,
nachhaltige Bewirtschaftung, biologische Düngung
Verarbeitung: Frischverzehr, Lagerung im
Erdkeller, Trocknung
Engagement: Mitglied im OGV Göfis, gibt Kurse
und Tipps für Hobbygärtner
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