Die Briefmarkengestalterin - Christine Böhmwalder
27 Minuten
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Beschreibung
vor 4 Monaten
In einer Welt, die sich immer schneller digitalisiert, gibt es
noch kleine analoge Botschafter, die Geschichten erzählen,
Emotionen transportieren und Erinnerungen bewahren: Briefmarken.
Christine Böhmwalder, Gestalterin bei der Philatelie
Liechtenstein, gehört zu den Menschen, die diese kleinen
Kunstwerke mit viel Hingabe und Leidenschaft entwerfen.
Seit ihrer Jugend faszinieren sie Briefmarken – damals noch die
Entdeckung einer Kollegin, die selbst welche gestalten durfte.
Heute ist sie selbst federführend in diesem Bereich tätig und
bezeichnet das Entwerfen von Briefmarken als die „höchste
Disziplin der Gestaltung“. Denn auf winzigem Raum gilt es, Kunst,
Geschichte und Identität so zu vereinen, dass sie weltweit
verstanden und geschätzt werden.
Nach vielen Jahren in der Agenturarbeit wechselte Christine 2020
in die Philatelie. Dort verantwortet sie nicht nur die kreative
Gestaltung, sondern auch die Themenauswahl für die künftigen
Serien. Schon Jahre im Voraus sammelt sie Ideen, die das
kulturelle, historische und gesellschaftliche Leben
Liechtensteins widerspiegeln. Ob Natur, Architektur, Kunst oder
die Fürstenfamilie – jede Marke erzählt eine Geschichte und wird
so zu einem Zeitzeugnis.
Besonders stolz ist sie auf die jährliche
Friedensbriefmarke, die Liechtenstein gemeinsam
mit internationalen Partnern herausgibt. Damit sendet das kleine
Land eine große Botschaft in die Welt. Für Böhmwalder sind
Briefmarken „kleine Botschafter“, die weit über den Postweg
hinaus wirken – ob klassisch auf einem Brief, gestickt auf einem
Cap oder als digitale Kryptobriefmarke.
Trotz Digitalisierung glaubt sie an die Zukunft der Philatelie.
Denn das Sammeln sei für viele Menschen eine Art Meditation –
„Yoga im Kopf“, wie sie es nennt. Es schenke Ruhe, Wertschätzung
und Verbundenheit. Junge Menschen würden wieder mehr Postkarten
schreiben und sich bewusst Zeit für Handschrift und Haptik
nehmen.
Christine Böhmwalder verbindet in ihrer Arbeit Tradition und
Innovation. Sie schafft es, mit jeder Marke ein Stück
Liechtenstein in die Welt zu tragen – kunstvoll verdichtet auf
wenigen Quadratzentimetern.
Wohnort: Götzis, Vorarlberg
Tätig bei: Philatelie Liechtenstein (seit
2020)
Ausbildung: Grafikerin, Gestalterin
Besonderheit: Erste Briefmarke
Liechtensteins erschien 1912 – seither weltbekannt für
Qualität und Innovation
Innovationen: Gestickte Marken, 3D-Marken,
Kryptobriefmarken
Lieblingsthema: Friedensbriefmarke –
jährliche Serie mit internationaler Strahlkraft
Auflagenhöhe: meist zwischen 20.000 und
30.000 Stück
Sammler weltweit: in über 67 Ländern
Philosophie: „Briefmarken sind kleine
Botschafter – und das Sammeln ist Yoga im Kopf.“
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