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Beschreibung
vor 1 Woche
Seit 2022 geben Unternehmen und Finanzmarktakteure für den
Sustainability Transformation Monitor Auskunft zur Transformation
der Wirtschaft. Mit mehr als 820 befragten Organisationen aus
Realwirtschaft und Finanzwirtschaft zählt der Monitor zu den
umfassendsten Erhebungen. Bei der jüngsten Auflage gab es eine
Neuerung – und die hatte es in sich: „Wir hatten eine neue Frage
hinzugefügt zum Business Case“, berichtet Jakob Christof Kunzlmann,
Senior Expert im Bereich Nachhaltige Soziale Marktwirtschaft bei
der Bertelsmann Stiftung, im Podcast „Nachhaltiges Investieren“ der
Börsen-Zeitung. Das Ergebnis sei für die Nachhaltigkeits-Community
nicht besonders positiv ausgefallen, berichtet Kunzlmann, der den
Monitor verantwortet hat. 83% der befragten Unternehmen sehen
demnach keinen Business Case für Nachhaltigkeit. Zwar erkennen 43%
der Unternehmen einen finanziellen Mehrwert darin, dass ihr
Unternehmen in nachhaltige Transformation investiert. Doch dieser
Mehrwert liegt noch unter den damit verbundenen Kosten. Teile der
Community haben es Kunzlmann zufolge sehr positiv aufgenommen, dass
der Report den Finger in diese Wunde lege. „Es ist nicht alles ein
Win-Win-Wonderland. Es gibt Zielkonflikte.“ Allerdings gab es auch
Kritik. Manche hielten die Fragestellung für „unterkomplex“, sagt
Kunzlmann. Tatsächlich sei es nicht leicht, den Business Case von
Nachhaltigkeit sofort finanziell nachzuweisen, räumt er ein. Das
anfängliche Investment könne man zwar messen, etwa den Aufwand für
den Aufbau von Know-how oder für ein Reporting-System. Langfristige
positive Effekte hingegen seien schwieriger zu ermitteln. „Das kann
ich noch nicht nach einem halben Jahr, wenn ich das erste Mal ein
Reporting-System aufgebaut habe, klar sagen.“ Derzeit bremsen
seiner Ansicht nach auch unsichere Rahmenbedingungen die
Investitionen in Nachhaltigkeit. Er sieht „einen ziemlichen
Zickzackkurs in der Politik zur Nachhaltigkeitstransformation“.
Unternehmen fehle es an Planungssicherheit. Intern setzt das manche
ESG-Stäbe unter Druck. „Wir wissen, dass Budgets auch teilweise
eher rückläufig sind“, sagt Kunzlmann. Allerdings sieht er einen
Nachholeffekt in bestimmten Bereichen der Wirtschaft: „Die
Großunternehmen haben schon in den letzten Jahren viel gemacht.
Jetzt zieht der Mittelstand so ein bisschen nach.“ Auch auf
Bankenseite ist seiner Einschätzung nach viel passiert – nicht
zuletzt, weil die Institute aufsichtsrechtlich angehalten sind,
ESG-Daten in ihr Risikomanagement zu integrieren. In
Finanzierungsgesprächen spielt Nachhaltigkeit allerdings eine
abnehmende Rolle, darin sind sich Unternehmen und Banken einig.
Während Sustainability-linked-Produkte vor allem von Großkonzernen
genutzt würden, dominierten im Mittelstand klassische
Förderprodukte, beobachtet Kunzlmann. Er ist dennoch überzeugt,
dass Unternehmen sich dem Thema Nachhaltigkeit weiter widmen werden
– und Banken ohnehin: „Transformation benötigt Kapital, und Banken
verleihen Kapital. Das ist für die schon mal ein Business Case.“
Sustainability Transformation Monitor Auskunft zur Transformation
der Wirtschaft. Mit mehr als 820 befragten Organisationen aus
Realwirtschaft und Finanzwirtschaft zählt der Monitor zu den
umfassendsten Erhebungen. Bei der jüngsten Auflage gab es eine
Neuerung – und die hatte es in sich: „Wir hatten eine neue Frage
hinzugefügt zum Business Case“, berichtet Jakob Christof Kunzlmann,
Senior Expert im Bereich Nachhaltige Soziale Marktwirtschaft bei
der Bertelsmann Stiftung, im Podcast „Nachhaltiges Investieren“ der
Börsen-Zeitung. Das Ergebnis sei für die Nachhaltigkeits-Community
nicht besonders positiv ausgefallen, berichtet Kunzlmann, der den
Monitor verantwortet hat. 83% der befragten Unternehmen sehen
demnach keinen Business Case für Nachhaltigkeit. Zwar erkennen 43%
der Unternehmen einen finanziellen Mehrwert darin, dass ihr
Unternehmen in nachhaltige Transformation investiert. Doch dieser
Mehrwert liegt noch unter den damit verbundenen Kosten. Teile der
Community haben es Kunzlmann zufolge sehr positiv aufgenommen, dass
der Report den Finger in diese Wunde lege. „Es ist nicht alles ein
Win-Win-Wonderland. Es gibt Zielkonflikte.“ Allerdings gab es auch
Kritik. Manche hielten die Fragestellung für „unterkomplex“, sagt
Kunzlmann. Tatsächlich sei es nicht leicht, den Business Case von
Nachhaltigkeit sofort finanziell nachzuweisen, räumt er ein. Das
anfängliche Investment könne man zwar messen, etwa den Aufwand für
den Aufbau von Know-how oder für ein Reporting-System. Langfristige
positive Effekte hingegen seien schwieriger zu ermitteln. „Das kann
ich noch nicht nach einem halben Jahr, wenn ich das erste Mal ein
Reporting-System aufgebaut habe, klar sagen.“ Derzeit bremsen
seiner Ansicht nach auch unsichere Rahmenbedingungen die
Investitionen in Nachhaltigkeit. Er sieht „einen ziemlichen
Zickzackkurs in der Politik zur Nachhaltigkeitstransformation“.
Unternehmen fehle es an Planungssicherheit. Intern setzt das manche
ESG-Stäbe unter Druck. „Wir wissen, dass Budgets auch teilweise
eher rückläufig sind“, sagt Kunzlmann. Allerdings sieht er einen
Nachholeffekt in bestimmten Bereichen der Wirtschaft: „Die
Großunternehmen haben schon in den letzten Jahren viel gemacht.
Jetzt zieht der Mittelstand so ein bisschen nach.“ Auch auf
Bankenseite ist seiner Einschätzung nach viel passiert – nicht
zuletzt, weil die Institute aufsichtsrechtlich angehalten sind,
ESG-Daten in ihr Risikomanagement zu integrieren. In
Finanzierungsgesprächen spielt Nachhaltigkeit allerdings eine
abnehmende Rolle, darin sind sich Unternehmen und Banken einig.
Während Sustainability-linked-Produkte vor allem von Großkonzernen
genutzt würden, dominierten im Mittelstand klassische
Förderprodukte, beobachtet Kunzlmann. Er ist dennoch überzeugt,
dass Unternehmen sich dem Thema Nachhaltigkeit weiter widmen werden
– und Banken ohnehin: „Transformation benötigt Kapital, und Banken
verleihen Kapital. Das ist für die schon mal ein Business Case.“
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