Mittel gegen Fake News: Wenige verbreiten viel

Mittel gegen Fake News: Wenige verbreiten viel

Eine kleine Minderheit ist für den Grossteil der Falschinformationen verantwortlich. Oft stecken nicht einmal Menschen dahinter. Was lässt sich dagegen tun?
7 Minuten

Beschreibung

vor 4 Wochen
Eine kleine Minderheit ist für den Grossteil der
Falschinformationen verantwortlich. Oft stecken nicht einmal
Menschen dahinter. Was lässt sich dagegen tun? Eine Zahl aus einer
Studie zu den US-Wahlen 2020 ist bemerkenswert: Nur 0,1 Prozent
aller Nutzerinnen und Nutzer sollen für die Verbreitung von etwa 80
Prozent der Fake News verantwortlich gewesen sein. Häufig stehen
hinter diesen Konten keine Menschen, sondern Bots, die
automatisiert Inhalte verbreiten. Auch wenn niemand ihnen wirklich
glaubt, können sie die Stimmung beeinflussen: Etwa indem sie den
Eindruck erwecken, man sei mit seiner Meinung in der Minderheit.
Anzeichen für Bots sind: immer gleicher Posting-Stil, extrem hohe
Posting-Frequenz ohne Unterbruch, generische Nutzernamen mit
Zahlenkombinationen. Der wichtigste Tipp: solche Inhalte nicht
weiterverbreiten. Gegen orchestrierte Desinformationskampagnen kann
man als Einzelperson wenig ausrichten – ausser, es nicht noch
schlimmer zu machen. Fake News sind oft bewusst emotional oder
reisserisch formuliert, um das kritische Denken auszuschalten.
Gerade bei solchen Inhalten lohnt sich besondere Vorsicht. Doch die
Verantwortung liegt nicht allein bei den Nutzerinnen und Nutzern.
Social-Media-Plattformen könnten weit mehr tun: Sie könnten
aufhören, kontroverse und emotionale Inhalte besonders prominent
anzuzeigen. Sie könnten die Verbreitungsgeschwindigkeit von
Inhalten drosseln, damit Fakten-Checker und -Checkerinnen Zeit zum
Überprüfen haben. Oder sie könnten die Reichweite bestimmter
Inhalte begrenzen.

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