Folge 7 | Mechanisch brillant, ideologisch problematisch – was tun mit guten Spielen und schlechten Weltbildern?

Folge 7 | Mechanisch brillant, ideologisch problematisch – was tun mit guten Spielen und schlechten Weltbildern?

1 Stunde 24 Minuten

Beschreibung

vor 6 Tagen

In dieser Episode von Flip & Fight gehen Inga und Phil der
Frage nach, wie privater Brettspielkonsum immer auch eine
politische und gesellschaftliche Dimension bekommt. Sie zeigen
auf, dass jede Kaufentscheidung ein Statement ist und Werte
spiegelt – ob bewusst gewählt oder nicht. Offen sprechen sie über
die Herausforderungen, in moralischen Grauzonen Orientierung zu
finden – zwischen Bequemlichkeit, Faszination für gutes
Spieldesign und dem Anspruch, unbequeme Konsequenzen nicht
auszublenden. Im Mittelpunkt steht dabei weniger die Perfektion
in der eigenen Haltung und Handlung als das ehrliche Ringen mit
eigenen Widersprüchen. Eine zentrale Frage der Folge
lautet: Kann man Spiel, Autor*in und Verlag voneinander
trennen? Wie viel Recherche ist zumutbar – und wo
beginnt das Wegsehen? Die Folge lädt dazu ein, sich konsequent
mit diesen Fragen auseinanderzusetzen und eigene Inkonsistenzen
ehrlich zu reflektieren.


Anhand von umstrittenen Autoren wie Phil Eklund und Spielen wie
Pax Hispanica, Pax Pamir oder Maracaibo analysieren Inga und
Phil, wie koloniale und geschichtsrevisionistische Narrative in
Mechaniken, Siegbedingungen und Perspektiven eingeschrieben sind.
Dabei bleibt die Folge bewusst im Spannungsfeld aus Faszination
für gutes Spieldesign und der schmerzhaften Auseinandersetzung
mit problematischen Inhalten.


In dieser Folge erwartet euch:



Wegsehen oder Auseinandersetzen: Ein offenes
Gespräch über eigene inkonsequente Entscheidungen und das
Bedürfnis, sich Dinge „schönzureden“. Wie viel Recherche ist
vor einer Kaufentscheidung zumutbar?


Der Fall Phil Eklund & die Doppelmoral:
Eine kritische Auseinandersetzung mit den problematischen
Aussagen des Autors zu Klimawandel, Kolonialismus und dem
Holocaust. Wir beleuchten, wie sich diese Weltanschauung in
seinen Spielen widerspiegelt und warum wir Werk und Autor hier
nicht trennen können.


Kolonialismus im Spiel: Am Beispiel von Pax
Hispanica zeigen wir, wie Spiele revisionistische
Geschichtsbilder transportieren. Warum werden unterdrückte
Völker oft nur als passive Ressourcen dargestellt und wer wird
als aktiver Gestalter der Geschichte inszeniert?


Scham als Motor der Veränderung: Ein ehrlicher
Dialog über den schmerzhaften Prozess, Lieblingsspiele neu
bewerten zu müssen und die eigene Doppelmoral auszuhalten.
Statt plattem "Canceln" geht es um das Ringen mit Widersprüchen
und die Bereitschaft, Konsequenzen zu ziehen.



Flip & Fight versteht sich in dieser Episode explizit als
Diskursraum, der unbequeme Fragen aufwirft, ohne einfache
Antworten zu versprechen. Es geht nicht darum, moralische
Checklisten zu liefern, sondern darum, Verantwortung zu
übernehmen – als Spieler*innen, Content Creator*innen und als
Community.

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