Podcaster
Episoden
28.01.2026
1 Stunde 24 Minuten
In dieser Episode von Flip & Fight gehen Inga und Phil der
Frage nach, wie privater Brettspielkonsum immer auch eine
politische und gesellschaftliche Dimension bekommt. Sie zeigen
auf, dass jede Kaufentscheidung ein Statement ist und Werte
spiegelt – ob bewusst gewählt oder nicht. Offen sprechen sie über
die Herausforderungen, in moralischen Grauzonen Orientierung zu
finden – zwischen Bequemlichkeit, Faszination für gutes
Spieldesign und dem Anspruch, unbequeme Konsequenzen nicht
auszublenden. Im Mittelpunkt steht dabei weniger die Perfektion
in der eigenen Haltung und Handlung als das ehrliche Ringen mit
eigenen Widersprüchen. Eine zentrale Frage der Folge
lautet: Kann man Spiel, Autor*in und Verlag voneinander
trennen? Wie viel Recherche ist zumutbar – und wo
beginnt das Wegsehen? Die Folge lädt dazu ein, sich konsequent
mit diesen Fragen auseinanderzusetzen und eigene Inkonsistenzen
ehrlich zu reflektieren.
Anhand von umstrittenen Autoren wie Phil Eklund und Spielen wie
Pax Hispanica, Pax Pamir oder Maracaibo analysieren Inga und
Phil, wie koloniale und geschichtsrevisionistische Narrative in
Mechaniken, Siegbedingungen und Perspektiven eingeschrieben sind.
Dabei bleibt die Folge bewusst im Spannungsfeld aus Faszination
für gutes Spieldesign und der schmerzhaften Auseinandersetzung
mit problematischen Inhalten.
In dieser Folge erwartet euch:
Wegsehen oder Auseinandersetzen: Ein offenes
Gespräch über eigene inkonsequente Entscheidungen und das
Bedürfnis, sich Dinge „schönzureden“. Wie viel Recherche ist
vor einer Kaufentscheidung zumutbar?
Der Fall Phil Eklund & die Doppelmoral:
Eine kritische Auseinandersetzung mit den problematischen
Aussagen des Autors zu Klimawandel, Kolonialismus und dem
Holocaust. Wir beleuchten, wie sich diese Weltanschauung in
seinen Spielen widerspiegelt und warum wir Werk und Autor hier
nicht trennen können.
Kolonialismus im Spiel: Am Beispiel von Pax
Hispanica zeigen wir, wie Spiele revisionistische
Geschichtsbilder transportieren. Warum werden unterdrückte
Völker oft nur als passive Ressourcen dargestellt und wer wird
als aktiver Gestalter der Geschichte inszeniert?
Scham als Motor der Veränderung: Ein ehrlicher
Dialog über den schmerzhaften Prozess, Lieblingsspiele neu
bewerten zu müssen und die eigene Doppelmoral auszuhalten.
Statt plattem "Canceln" geht es um das Ringen mit Widersprüchen
und die Bereitschaft, Konsequenzen zu ziehen.
Flip & Fight versteht sich in dieser Episode explizit als
Diskursraum, der unbequeme Fragen aufwirft, ohne einfache
Antworten zu versprechen. Es geht nicht darum, moralische
Checklisten zu liefern, sondern darum, Verantwortung zu
übernehmen – als Spieler*innen, Content Creator*innen und als
Community.
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03.01.2026
1 Stunde 48 Minuten
Mehr ist mehr. Haltung auch. Zwei Stunden ehrlicher
Jahresrückblick.
Ein weiteres Jahr Brettspiel-Exzess liegt hinter uns – und nun?
Inga und Philipp nehmen den Jahreswechsel zum Anlass für einen
schonungslos ehrlichen Kater-Talk. Nach fünf Jahren Dauerkonsum,
Hype Cycles und FOMO ist die Party vorbei und der Hangover setzt
ein. Was bleibt, wenn der Rausch der Neuheiten verflogen ist?
Diese Folge ist kein klassischer Rückblick mit Top-Listen. Es ist
eine tiefgehende Bestandsaufnahme dessen, was unser Hobby
eigentlich ausmacht – und wo es uns erschöpft. Zwischen
Spotify-Statistiken und persönlicher Reflexiondiskutieren die
beiden, warum das Brettspielhobby für viele gleichzeitig Safe
Space, Überforderung und Chance zur Neuorientierung ist.
In dieser Folge erwartet euch:
Der Hype-Hangover & Konsumkritik: Wir
sprechen über die Befreiung, die darin liegt, Sammlungen
radikal zu verkleinern und sich vom Diktat der Neuheiten zu
lösen. Ist der "Pile of Shame" nur ein Statussymbol des
Kapitalismus im Spieleregal? Wir plädieren für das "gute
Weniger" und die Qualität von echten Begegnungen statt
Quantität im Regal. Dabei teilen wir persönliche Highlights und
echte Community-Momente.
Motivation & Werte: Wie motiviert uns
unser Hobby – und wann schlägt Leidenschaft in Erschöpfung um?
Wir reflektieren darüber, wie sich unsere Haltung zu Spielen,
aber auch zur eigenen Verantwortung, im Lauf der Jahre
verändert hat. Im Zentrum steht dabei die Frage, welche Werte
im Hobby und in der Gesellschaft für uns zählen.
Komfortzonen als politischer Akt: Warum ziehen
wir uns in vertraute Spiele und Gruppen zurück? Wir plädieren
für Komfortzonen als notwendigen Schutzmechanismus. Es geht um
emotionale Sicherheit, den Stress durch komplexe Regeln und
warum Überforderung nichts mit persönlichem Versagen zu tun
hat.
Gatekeeping & Haltung: Wir diskutieren
subtile Ausschlussmechanismen in der Szene, das Wechselspiel
von Privilegien und moralischen Entscheidungen und warum
„unpolitisch sein“ keine Option ist. Themen wie Gatekeeping,
Umgang mit problematischen Persönlichkeiten und die
Verantwortung von Content Creators am Beispiel kontroverser
Spiele – von Harry Potter Codenames bis Phil Eklund – stehen im
Mittelpunkt.
Diversität und Inklusion: Offen sprechen wir
über die Herausforderungen, sichere und inklusive Räume im
Brettspiel-Hobby zu schaffen. Wer kann sich in der Community
sicher fühlen – und wer muss sich seinen Platz erst erkämpfen?
Von FLINTA*-Treffen bis Safe Spaces hinterfragen wir
Gewohnheiten und laden dazu ein, gemeinsam an einer
vielfältigeren Szene zu arbeiten.
Community statt Konsum: Der Blick nach vorn
ist kämpferisch und dankbar zugleich. Wir träumen von einer
Szene, in der das Miteinander und echte Diskurse im Mittelpunkt
stehen. Von Charity-Flohmärkten, persönlicher Freundschaft und
dem Podcast als offener Plattform für eure Stimmen.
Am Ende wird es explizit emotional: Ein Plädoyer für
Freundschaft, die über das Spielbrett hinausgeht, und die
Erkenntnis, dass Reflexion und politisches Bewusstsein das Hobby
nicht kaputt machen – sondern es erst relevant machen.
Hört rein für zwei Stunden Tacheles, Selbstkritik und die Suche
nach dem Sinn zwischen Pappe und Plastik.
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10.12.2025
1 Stunde 51 Minuten
Was passiert, wenn man vier Tage lang spielt, denkt, diskutiert –
und dabei kaum schläft?
Inga und Phil haben sich zu einem XXL-Spielewochenende getroffen,
und herausgekommen ist eine Folge irgendwo zwischen
Wirtschaftssimulation, moralischem Abgrund und kollektivem
Hirnverschleiß.
Ausgehend von einer hitzigen Partie 1830, die
mit einem Bankrott und einer Diskussion über sinnvolle
Entscheidungen endete, arbeiten sich die beiden durch eine lange
Liste an Spielen. Von der komplexen Marktlogik der
18xx-Reihe über die kapitalistische Satire in
Ponzi Scheme bis hin zu den kolonialen Dilemmata
in Pax Hispanica oder postnuklearer Verzweiflung
in Meltwater – diese Folge lässt kein heißes
Eisen aus.
In dieser Folge erwartet euch eine Reise durch die
Nischen des Brettspielhobbies:
18xx-Marathon: Eine Zugreise von NY über Korea
zum Mond sowie ein tiefer Einblick in eine Welt aus Aktien,
Zügen und irrationalen Entscheidungen. Warum macht es Spaß,
andere in den Ruin zu treiben, und wo verläuft die Grenze
zwischen cleverer Strategie und emotionalem Chaos?
Kapitalismus und Kartentricks: Spiele wie
National Economy und Ponzi
Scheme werden unter die Lupe genommen. Was wäre, wenn
Arbeitsrecht fair wäre? Und warum macht es trotzdem Spaß, ein
Betrugssystem zu bauen, bis alles implodiert?
Schaffen wir Sklaven oder Sklaverei ab? Wenn
man für die Aussicht auf den Sieg kurz mal die Moral über Bord
wirft. Es geht um Kolonialismus, Gewalt und systemische Zwänge
und die Frage: Wie viel davon bildet ein Spiel ab – und wie
viel reproduziert es?
Muss ein Spiel gut sein, um wichtig zu sein?
Am Beispiel von Meltwater, einer postnuklearen
Simulation über Leben und Tod, wird ausgelotet, wie weit ein
Spiel gehen darf, um uns zum Nachdenken zu zwingen. Was
passiert, wenn es keine gute Entscheidung mehr gibt?
Mechanik trifft Thema trifft Setting: Von der
klassischen Tableaubuilding-Mechanik in
Evenfall über mathematisch unlösbare Probleme
in Kingdom Crossing bis zum Städtebau-Puzzle in
Elektropolis – am Ende bleibt mal wieder die
Frage was ist Thema, was ist Setting und warum passt manchmal
alles – oder manchmal auch gar nichts?
Die Folge ist mehr als eine reine Auflistung gespielter Titel.
Sie ist eine fast schon philosophische Reflexion über das
Brettspielen an sich. Eine Folge für alle, die wissen, dass
manche Spiele nicht gespielt werden, um zu gewinnen, sondern um
zu verstehen. Schlafmangel fördert eben Erkenntnis – oder
Wahnsinn. Vielleicht ein bisschen von beidem.
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30.11.2025
1 Stunde 22 Minuten
Nach einer kurzen Pause kehren Inga und Phil zurück – mit einer
Frage, die Brettspielnerds und Politikstrategen gleichermaßen
beschäftigt: Wo hört das Spiel auf, und wo beginnt die
Simulation?
Anlass der Diskussion ist Prime Minister von GMT Games, ein
politisches Strategiespiel voller Machtspiele, Allianzen und
moralischer Grauzonen. Von dort aus entspinnt sich ein Gespräch
über Verantwortung, Werte und die feine Linie zwischen taktischem
Spielzug und ideologischem Statement.
Spiele wie John Company und Weimar dienen als weitere Beispiele,
um zu ergründen, ob wir am Tisch als strategische
Punktemaximierer*innen agieren oder als Menschen mit Werten, die
bereit sind, für das Gemeinwohl vielleicht auch mal den eigenen
Sieg zu opfern.
In dieser Folge erwartet euch ein fast schon
philosophischer Schlagabtausch über:
Spiel vs. Simulation: Wie viel Realität braucht
ein Spiel, um relevant zu sein, und wann wird es zur trockenen
Übung? Wir hinterfragen, ob Spiele wie Prime Minister politische
Dynamiken wirklich abbilden oder doch nur ein Spiel mit Thema
ist.
Moralische Dilemmata: "Bin ich in diesem Spiel
ein Politiker – oder ein Mensch mit Werten?" Inga und Phil
diskutieren, wie Spiele moralische Entscheidungen provozieren
können und warum aus der Interaktion im menschlichen Verhalten
ein eigenes narratives Erlebnis erwächst..
Die Definition des Sieges: Muss "gewinnen" immer
bedeuten, mehr Punkte zu haben als die anderen oder kann
Aufrichtigkeit auch ein Spielziel sein? Das Duo denkt über
alternative Siegbedingungen nach – von gemeinsamen Zielen bis hin
zu Systemen, in denen übermäßiger Erfolg zum Scheitern führt. Am
Beispiel des Wargames "We Are Coming, Nineveh" wird deutlich, wie
Parameter wie Zeitdruck oder Kollateralschaden die Bedeutung des
Sieges völlig verändern können.
Diese Folge ist weniger eine Review als ein tiefgründiges
Gespräch über den Sinn des Spielens. Ein Dialog über Moral, Werte
und den Unterschied zwischen „spielen“ und „begreifen“.
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10.11.2025
1 Stunde 39 Minuten
„Verantwortung beginnt nicht erst bei 10.000
Followern.“
Inga und Phil haben in der letzten Folge ein bisschen Staub
aufgewirbelt – unter anderem bei Sven von
Brettballett, der ihnen ehrliches Feedback geschickt
hat.
Und statt sich in Kommentarspalten zu rechtfertigen, dachten sich
die beiden: reden hilft.
Also ist Sven diesmal als Gast mit am Mikrofon.
Gemeinsam sprechen sie über Hype, Verantwortung und
Authentizität in der Brettspielszene.
Mit konkreten Beispielen geht es um aktuelle
Hype-Wellen, ikonische „Loot-Fotos“ und
den Sog von Social Media, der unser Hobby
mitzieht.
Wie schnell wird aus einer Empfehlung ein Must-have?
Und wie oft stecken ökonomische Zwänge, Algorithmen oder
der Wunsch nach Sichtbarkeit hinter dem scheinbar
neutralen Teilen von Spieleindrücken?
Was bedeutet es wirklich, Einfluss zu haben – und wo liegt die
Grenze zwischen Begeisterung und Beeinflussung?
Wir sprechen über:
Hype & Social Media:
Wie Empfehlungen, Loot-Fotos und Trends in Foren und Feeds
Kaufentscheidungen beeinflussen.
Verantwortung & Authentizität:
Welche Rolle spielen Content-Creator*innen – und ab wann wird
eigene Begeisterung zur Hype-Maschine?
Wie transparent muss man bei Rezensionsexemplaren und Werbung
sein?
Wirtschaftliche Zwänge vs. Ethik:
Ist Unabhängigkeit im Hobby ein Privileg?
Wie verändern Reichweite und ökonomischer Druck die eigene
Meinungsäußerung?
Die Community als Spiegel:
Warum Hype nicht erst bei Influencerinnen beginnt, sondern ein
Gemeinschaftsphänomen ist –
und wie jeder Einzelne zur Konsumkultur beiträgt.
Diese Folge lädt euch ein,
eigene Einflussmöglichkeiten und blinde Flecken zu entdecken und
euch selbst zu fragen: Wie transparent seid ihr mit eurer
Begeisterung? Und was braucht es, damit unsere Community sich
gemeinsam für einen reflektierteren Konsum stark macht?
Lasst euch inspirieren und reflektiert mit uns –
über Verantwortung, Hype und eure eigene Rolle
im schönsten Hobby der Welt.
Hört jetzt rein – und teilt eure Gedanken dazu.
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Über diesen Podcast
Flip & Fight ist der Brettspielpodcast für alle, die mehr
wollen als Meeple und Mechanik. Wir sprechen über die politischen
Themen hinter den Spielen: Kolonialismus, Kapitalismus, Moral und
Diversität. Statt nur zu bewerten, analysieren wir kritisch, was
Spiele über unsere Gesellschaft verraten. Leidenschaftlich,
meinungsstark und immer mit Spaß – entdecke mit uns Brettspiele als
kulturelle Artefakte!
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