Burnout auf dem Bauernhof: wenn Arbeit nicht mehr aufhört

Burnout auf dem Bauernhof: wenn Arbeit nicht mehr aufhört

54 Minuten

Beschreibung

vor 3 Wochen
Viele Menschen erleben die Landwirtschaft als idyllisch: viel
Natur, Tiere, ein Leben im Rhythmus der Jahreszeiten. Doch hinter
dieser romantischen Vorstellung steckt ein Alltag, der körperlich
extrem fordernd, finanziell riskant und emotional belastend sein
kann. Und genau darüber wird viel zu selten gesprochen. In dieser
bewegenden Episode von «Milch» dem Podcast von Swissmilk widmen
sich Dominik Widmer und Nadja Zimmermann einem Thema, das lange
tabuisiert wurde – und dennoch viele Bäuerinnen und Bauern
betrifft: psychische Gesundheit auf dem Hof. Zu Gast sind zwei
Menschen, die den Druck und die Herausforderungen aus erster Hand
kennen – jedoch aus ganz unterschiedlichen Perspektiven: Jasmin
Rösch Ehemalige Landwirtin und Betriebsleiterin des Hofs Wyssrüti,
die offen erzählt, wie Überlastung, 15-Stunden-Tage, finanzielle
Unsicherheiten und der ständige Druck der Verantwortung sie an ihre
Grenzen gebracht haben. Sie spricht darüber, wie schwer es war, den
eigenen Zusammenbruch zu erkennen – und wie sie den Mut fand, Hilfe
zu holen und einen neuen Weg einzuschlagen. Prof. Dr. habil. Stefan
Paulus Professor an der OST – Ostschweizer Fachhochschule, der
mehrere Forschungsprojekte zu Arbeitsbelastung und
Burnout-Prävention in der Landwirtschaft leitet. Er erklärt, warum
Landwirt:innen besonders gefährdet sind, Hilfe häufig zu spät
suchen und wie ein schweizweites Präventionsnetz aufgebaut wird,
das Betroffene endlich besser erreicht. Gemeinsam sprechen sie
über: den unsichtbaren Druck, der sich Tag für Tag summiert,
fehlende Pausen, familiäre Erwartungen und finanzielle
Abhängigkeiten, psychische Warnsignale, die oft zu lange ignoriert
werden, die Bedeutung von Austausch, Enttabuisierung und
frühzeitiger Unterstützung, konkrete Wege, wie Landwirt:innen
wieder Kraft und Stabilität finden, warum Burnout keine Schwäche
ist – sondern eine nachvollziehbare Reaktion auf Überlastung, wie
Prävention auf dem Hof realistisch aussehen kann Ein zentraler Teil
der Folge ist zudem der Swissmilk Selbstcheck «Lebensqualität», ein
anonymes Tool für Milchbäuerinnen und Milchbauern, entwickelt mit
der HAFL, das hilft, Belastung frühzeitig zu erkennen und
Unterstützungsmöglichkeiten sichtbar zu machen. Diese Episode ist
ein starkes Stück Aufklärungsarbeit – ehrlich, respektvoll und
hoffnungsvoll. Für alle, die in der Landwirtschaft arbeiten. Für
alle, die im Umfeld unterstützen. Und für eine Gesellschaft, die
besser verstehen muss, wie viel hinter unseren Lebensmitteln
steckt.

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