Kältehilfe: Warm ist nicht genug

Kältehilfe: Warm ist nicht genug

58 Minuten

Beschreibung

vor 1 Monat

Was bedeutet es, bei klirrender Kälte auf Berlins Straßen zu
überleben? Wie hat sich die Kältehilfe in den letzten 30 Jahren
von einer kleinen kirchlichen Initiative zu einem
hochprofessionellen, aber oft anonymen System entwickelt? Und
warum ist ein „warmes Bett“ für die Nacht allein noch lange keine
nachhaltige Lösung gegen Obdachlosigkeit?


Elke Breitenbach spricht mit Robert Veltmann, Mitbegründer der
GEBEWO und langjähriger Experte der Berliner Wohnungslosenhilfe,
über die aktuelle Situation der Kältehilfe und die strukturellen
Mängel im Hilfesystem. Es geht um die historische Entwicklung von
familiären Kirchengemeinde-Angeboten der 90er-Jahre hin zu
heutigen großen Notübernachtungen, die zunehmende Diversität der
Gäste – von wohnungslosen Familien bis hin zu internationalen
Hilfesuchenden – und die spezifischen Herausforderungen wie
Suchterkrankungen und psychische Belastungen.


Robert Veltmann berichtet aus seiner aktuellen Praxis in der
Nachtbereitschaft im Steglitzer Kreisel und reflektiert die
Erfahrungen mit 24/7-Unterkünften während der Corona-Pandemie. Er
beleuchtet, warum dauerhafte Perspektivarbeit in der klassischen
Kältehilfe oft zu kurz kommt und welche Rolle Projekte wie
„Housing First“ oder die Präventionsarbeit in den Bezirken
spielen müssen, um Obdachlosigkeit nicht nur zu verwalten,
sondern nachhaltig zu beenden.


Ein Gespräch über die Grenzen der Akuthilfe, das Ringen um die
menschliche Würde in überfüllten Schlafsälen und die Hoffnung auf
ein System, das mehr bietet als nur den Schutz vor dem
Erfrierungstod.


Die Folge wurde am 19.01.2026 in Berlin aufgenommen.

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

15
15