Ungeschminkt #5 mit Annette Beaufaÿs

Ungeschminkt #5 mit Annette Beaufaÿs

Das Theatermuseum im Gespräch - Eine Aufzeichnung des Live-Talks vom 11.01.2026
1 Stunde 21 Minuten
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Beschreibung

vor 1 Monat
Annette Beaufaÿs ist eine Künstlerin mit Managertalent. Sie schuf
Kostüme für über 120 Produktionen für den Zirkus, die Oper, den
Film und stattete den Opernball sowie das Neujahrskonzert aus. Mit
André Heller und Michael Haneke verbindet sie eine langjährige
Arbeitsfreundschaft. Sie war die Herrin über 250.000 Kostüme und
leitet die Kostümwerkstätten von Art for Art, dem Generalausstatter
der Bundestheater mit über 100 Mitarbeitern. Hannes Hametner
spricht mit Annette Beaufaÿs über Mode, die Kunst des Kostüms, die
Wichtigkeit von Handwerk und über das Wien der 70er Jahre. Annette
Beaufaÿs wurde am 1. April 1949 als Tochter des Primararztes Dr.med
habil Josef Beaufaÿs und Martha Beaufaÿs, geb. Schillings in
Arnsberg/Westfalen geboren. Nach dem plötzlichen Tod des Vaters
übersiedelte die Familie nach Wien, wo Annette Beaufaÿs von 1965
-1970 die Modeschule Hetzendorf besuchte. Die erste Berufserfahrung
im Bereich der Mode sammelte sie als Modefotostylistin für die
Werbung in Wien. Da es zu dieser Zeit sehr schwer war, in Wien im
Bereich der Mode vorwärtszukommen, ging sie 1972 nach Australien.
Dort verdiente sie als Modedirectrice in Sydney das nötige
„Kleingeld“ für die Eröffnung der eigenen Boutiquen "Lilli Pilli"
in der Bäckerstraße und „Nikita“ in der Sonnenfelsgasse. Das war
1973, zu einer Zeit, als es in Wien noch keine „schrägen“ Läden
gab. Dort war es auch, wo die Karriere in Gestalt André Hellers in
ihr Leben trat. Er überredete sie zu ihrer ersten Arbeit 1976 als
Kostümbildnerin für „Circus Roncalli“ als Mitarbeiterin des
österreichischen Malers Hubert Aratym. Es folgten weitere Arbeiten
mit André Heller für „Flic Flac“, „Begnadete Körper“,
„Feuertheater“ und „Magneten“. Noch heute gilt André Heller als ihr
künstlerischer Mentor. Für das Theater und den Film wurde sie 1981
von Michael Haneke, dem berühmten österreichischen Regisseur als
Kostümbildnerin entdeckt, für den sie neben einigen Theaterstücken
unter anderen auch den Film „Wer war Edgar Allen“ und „Die
Klavierspielerin“, sowie Haneke's erste Operninszenierung „Don
Giovanni“ in Paris ausstattete. Sie war als freischaffende
Kostümbildnerin für über 120 Produktionen in Theater, Oper, Film
und Fernsehen in Europa, Japan und China verantwortlich. Hier
arbeitete sie mit Regisseuren wie Axel Corti, August Everding,
Dietmar Pflegerl, Elke Lang und in den letzten Jahren sehr
verstärkt mit Philippe Arlaud, aber auch immer wieder mit André
Heller, mit dem sie drei große Projekte mit Jessye Norman
verwirklichte. Annette Beaufaÿs hat sich vor allem mit ihren
Arbeiten für das Neujahrskonzert, den Opernball und Produktionen in
der Staats- und Volksoper, sowie bei den Bregenzer Festspielen im
österreichischen Kulturbetrieb einen Namen gemacht. Seit 1993 war
Annette Beaufaÿs Leiterin der Kostümabteilung der österreichischen
Bundestheater. Seit September 1999 sind die Bundestheater
ausgegliedert und die Kostümabteilung als ein Profit Center in der
ART for ART Theaterservice GmbH ein eigenständiger, wirtschaftlich
ausgerichteter Betrieb. Annette Beaufaÿs war auch Leiterin der
Marketingabteilung von ART for ART und hat in dieser Funktion dem
Unternehmen zu einem starken eigenen Profil verholfen. Außerdem
unterrichtet sie Kostümkunde am Konservatorium Wien. Am 23. Jänner
2008 wurde ihr von Bundesministerin Dr. Claudia Schmied der
Berufstitel Professor verliehen. Seit 1. September 2013 genießt
Annette Beaufaÿs den wohlverdienten Ruhestand.

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