"Auch ich kannte ihn nicht."

"Auch ich kannte ihn nicht."

"Auch ich kannte ihn nicht."
3 Minuten

Beschreibung

vor 1 Monat
In diesen Tagen nach dem Fest der Taufe Jesu, ist die
Weihnachtszeit liturgisch zu Ende. Aber dieses schöne Wort von der
Weihnachtsnachfreude beschäftigt mich noch. Vorgestern haben wir
uns mit einigen Frauen zum Bibelgespräch getroffen. In dem Raum
hinter der Kapelle habe ich alles hergerichtet und dann die Heizung
hochgedreht. Aber ein Heizkörper ließ sich auch mit allen Tricks
und Kniffen nicht dazu bringen zu arbeiten. Und der eine
verbliebene Heizkörper hat es nicht geschafft, den Raum benutzbar
zu wärmen. Also sind wir zum Gespräch in die gut temperierte
Kapelle gegangen, wo noch das hölzerne Krippenkind mit den
ausgebreiteten Armen liegt, wo seit dem 24. Dezember ein Sträußchen
Christrosen unentwegt blüht, wo der große grüne Tannenstrauß mit
kleinen warmen Lichtern glänzt und wo tatsächlich seit einigen
Tagen ein großer Strauß mit Barbarazweigen in üppiger Blüte
steht.Und im Evangelium vom kommenden Sonntag geht es um das
Zeugnis des Johannes der zunächst sagt: "Auch ich kannte ihn
nicht." Und dieses Wort hat mich sehr angesprochen. Seit 45 Jahren
bin ich im Orden und beschäftige mich mit der Bibel, mit dem Alten
und Neuen Testament, lese und bewege jeden Tag die Worte, die uns
täglich vorgelegt werden von und über Gott und Jesus Christus. Und
trotzdem habe ich manchmal das nicht so tolle Gefühl, "auch ich
kenne ihn nicht". Und manche von euch haben das auch schon
erlebt.Jetzt gibt es die Möglichkeit zu denken, okay, das wars,
wenn das alles so schwierig ist, lasse ich das. Und es gibt auch
die andere Möglichkeit: trotzdem immer weiter neugierig zu bleiben
auf diesen Gott, der nicht zu begreifen ist, den unser Verstand
nicht fassen kann, den wir aber immer neu bitten können, unser
Herz, unseren Verstand und unsere Seele zu füllen mit seiner Größe
und Nähe und seiner Gegenwart. Und der Täufer Johannes, der von
seinem Erleben mit Jesus bei der Taufe am Jordan berichtet, sagt
einige Zeilen später, dass ihm gesagt worden ist, dass jener, auf
den er den Geist herabkommen sieht, der Erwählte Gottes ist. Und
dann wird er sagen: "Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser
ist der Sohn Gottes." Von seinem jahrelangen Suchen und Fragen nach
dem, der nach ihm kommen soll und den er nicht kennt, kommt er,
durch das Wirken des Geistes zur großen Erkenntnis: Dieser ist der
Sohn Gottes. Und so haben auch wir an diesem Abend neue Hoffnung
geschöpft.

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