#757 Plädieren mit Substanz: Wie Strafverteidigung vor Gericht überzeugt

#757 Plädieren mit Substanz: Wie Strafverteidigung vor Gericht überzeugt

Falltheorie, Leitmotiv, Storymap: Das Handwerk der Strafverteidigung
20 Minuten

Beschreibung

vor 3 Tagen
Was macht ein gutes Plädoyer aus? Nicht Lautstärke, nicht Polemik,
nicht das grosse Finale – sondern präzise Arbeit an der
«Geschichte», an den Widersprüchen und an den Zweifeln. In dieser
Folge von «Auf dem Weg als Anwält:in» spricht Duri Bonin über das
Handwerk des Plädierens. Zum Jahresanfang geht es um die Grundlagen
überzeugender Strafverteidigung vor Gericht. Wie entstehen
Geschichten, die tragen? Warum sind Szenen stärker als Schlagworte?
Weshalb ist es fatal, Widersprüche zu verschweigen – und warum
liegt gerade im Benennen von Unsicherheiten oft die grösste
Überzeugungskraft? Die Folge zeigt Schritt für Schritt, wie aus
Akten eine stimmige Falltheorie wird: vom klar definierten Ziel
über das Leitmotiv bis zur Storymap mit Personen, Schauplatz,
Zeitlinie und Wendepunkt. Duri erklärt, warum man die beste Version
der Gegenseite kennen muss, um die eigene glaubwürdig zu entwickeln
– und weshalb ethische Zurückhaltung kein moralischer Luxus,
sondern ein zentraler Wirkfaktor ist. Darum geht es in dieser
Episode - Warum Menschen durch konkrete Szenen überzeugt werden –
nicht durch abstrakte Begriffe - Wie Strafverteidigung mit
Geschichten arbeitet, ohne Fakten zu verbiegen - Weshalb
Widersprüche nicht verdrängt, sondern integriert werden müssen -
Wie Zweifel sichtbar gemacht werden und warum «in dubio pro reo»
praktisch wirkt - Zieldefinition, Falltheorie und Leitmotiv als
Fundament jedes Plädoyers - Storymap im Strafverfahren: Personen,
Schauplatz, Zeitlinie und Schlüsselszene - Arbeit mit Beweisen:
objektiv Unbestrittenes, neutrale und parteiische Zeugen -
Zeugenbefragung als Teil der eigenen Geschichte – nicht als
Selbstzweck - Sprache im Plädoyer: klare Struktur, kurze Sätze,
konkrete Verben - Warum Textbausteine Denken ersetzen – und Urteile
schwächen - Ethik in der Verteidigung: keine Polemik, keine
Manipulation, keine Auslassungen - Weshalb Vertrauen durch Fairness
entsteht – gerade gegenüber Gerichten - Warum ein Plädoyer Wochen
vor der Verhandlung stehen sollte - Der Stresstest der eigenen
Geschichte: Trägt sie auch unter ungünstigen Annahmen? Ein Gedanke,
der hängen bleibt: Ein Plädoyer ist kein Seifenblasenprodukt und
kein Widerstand um des Widerstands willen. Es ist das Ergebnis
harter, ehrlicher Arbeit an einer Geschichte, die auch dann noch
trägt, wenn man der Gegenseite maximal Glauben schenkt. Erst dann
hat Verteidigung Substanz. Diese Folge richtet sich an
Strafverteidigerinnen und Strafverteidiger, die ihr Plädieren
vertiefen und schärfen wollen. An Anwältinnen und Anwälte, die
verstehen möchten, wie Psychologie, Sprache und Beweiswürdigung im
Gerichtssaal zusammenspielen. Und an alle, die sich für
Rechtsstaatlichkeit interessieren und verstehen wollen, warum gute
Strafverteidigung nicht im Effekt, sondern in der täglichen
Präzisionsarbeit liegt. Links zu diesem Podcast: - Das Buch zum
Podcast: [In schwierigem Gelände — Gespräche über Strafverfolgung,
Strafverteidigung &
Urteilsfindung](https://www.duribonin.ch/produkt/in-schwierigem-gelaende/)
- Anwaltskanzlei von [Duri Bonin](https://www.duribonin.ch) Die
Podcasts "Auf dem Weg als Anwält:in" sind unter
https://www.duribonin.ch/podcast/ oder auf allen üblichen
Plattformen zu hören . Dort einfach nach 'Duri Bonin' suchen und
abonnieren.

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