#49 mit An On Bast

#49 mit An On Bast

BEAT Producer Podcast
37 Minuten
Podcast
Podcaster
Learn what's hot in music production

Beschreibung

vor 8 Monaten

Im Behind the Beat-Podcast bittet Tobias Fischer Kreative zum
Tiefen-Gespräch. Diese Folge widmet sich der Produzentin und
Live-Performerin An On Bast, für die Kontrolle über ihre
Kreativität den Kern des Komponierens darstellt – und
Modularsysteme die passenden Tools, diese Kontrolle auszuüben.


Elektronische Musik ist: Technologie und Transistoren, Chips und
Schaltpläne, In-the-Box vs Outboard, Kabel, Klinken,
Kompressoren. Aber sie ist auch: Mysteriös und unfassbar, subtile
Schwingung und wuchtige Vibrationen, Ekstase, Empathie und
emotionale Elektrizität. So spannend der technische Aspekt auch
sein mag, so wird letzteres für Anna Suda immer im Fokus stehen.
Tools sind immer nur ein Mittel zum Zweck. Sie dienen dazu,
Kreativität freizusetzen, sie real, kontrollierbar und erfahrbar
zu machen. Ohne den Funken der Inspiration sind sie, letzten
Endes, wertlos.


Diese Einstellung erklärt, warum An On Bast nach vielen Jahren
mit Veröffentlichungen auf kleinen, aber feinen Boutique-Labels
2021 von der DJ-Ikone Carl Cox gesignt wurde. Der nämlich war
genau zu diesem Zeitpunkt nach einer langen Phase der Sinnsuche
auf die Magie des Live-Jammens gestoßen. So gab es viele
Parallelen zwischen dem letzten Cox-Werk „Electronic Generations”
und dem zeitnah entstandenen, monumentalen An-On-Bast-Doppelalbum
„I Create as I Speak”, auf dem Anna ihre HörerInnen in immerhin
18 Tracks und zwei Stunden Musik auf eine farbenfrohe
Achterbahnfahrt durch ihre Vorstellungskraft nahm. Sowohl live
als auch im Studio tobt sich die polnische Produzentin voll aus,
schleckt von vielen Töpfen, ohne sich jemals endgültig
festzulegen. Doch sogar, wenn sie wie auf dem nachgeschobenen
Album „Nothing Shapes Everything” in tiefe Ambient-Stimmungen
eintaucht und die Module kratzen, knistern und schleifen lässt,
wirkt all das niemals beliebig.


Was daher rührt, dass Musikmachen bei Anna stets bedeutet: Sich
selbst zu erfahren, zu hinterfragen und dabei in Kontakt mit
anderen zu kommen. Alleine schon deswegen ist das Spielen
fertiger Tracks beim DJing für sie höchstens eine nette
Nebenbeschäftigung und niemals kreative Erfüllung. Musik zu
machen soll eine Herausforderung bleiben, soll sinnlich sein und
sowohl ihr Publikum als auch sie selbst immer wieder neu
berühren. Technologie kann vieles – das aber kann sie noch nicht.

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