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Im Behind the Beat-Podcast bittet Tobias Fischer Kreative zum
Tiefen-Gespräch. Diese Folge widmet sich Anfisa Letyago, die auf
ihren aktuellen Singles erneut ihre kreative Wandlungsfähigkeit
unter Beweis stellt.

Anfisa Letyago kommt aus einer Familie von Konditorn und Köchen.
Kein Wunder also, dass ihr die Liebe für gutes Essen in die Wiege
gelegt wurde. Ist der Espresso, den sie noch immer mit einer
kleinen Bialetti mit der Hand zubereitet, eine kurze Ablenkung
von der Studioarbeit? Oder füllt das Muzieren nur die freie Zeit
zwischen den Kaffees? Bei der in Sibirien geborenen
Wahlitalienerin ist das keine leicht zu beantwortende Frage.

So bietet ihr vielseitiges Schaffen einen sehr interessanten
Blick auf einen ewigen Disput: Kommt Kunst von „können” oder von
„müssen”? Letyago begann ihren Weg von Anfang an sowohl als DJ
als auch als Produzentin, was ihr einen klaren Blick auf die
funktionalen Aspekte einerseits und die transzendentalen Momente
der Musikindustrie andererseits verschaffte, auf die feine
Grenze, die zwischen Beruf und Berufung verläuft.

Dabei waren es zunächst eher ihre DJ-Sets, melodisch-technoid und
pendelnd zwischen ritueller Trance und entfesselter Ekstase, in
denen sie sich kreativ öffnete, während viele ihrer frühen
Veröffentlichungen sich noch einem eher traditionellen
Minimal-Techno-Ansatz verschrieben. Zunehmend aber fand Letyago
auch als Produzentin zu einer eigenen Sprache.

Erste Hinweise auf ihre experimentierfreudige Ader boten vor
allem die B-Seiten, Stücke wie „Shot” auf der 2019er
„Bright-Lights”-EP zum Beispiel, das mit seinen geheimnisvollen
Streicherharmonien über einem eiskalt-monoton stampfenden Beat
ein wenig an das hymnische „Go” von Moby erinnert, welches sie
bereits – eine große Ehre für sie als Fan – remixen durfte. Mit
der „Listen”-EP kam dann der Wendepunkt: Das Tempo ging nach
unten, die Strukturen wurden komplexer, der Ton sinnlicher und
ganz nebenbei betätigte sich Letyago nun auch als Vokalistin.

Dieses ständige Suche nach neuen Ufern definiert ihre Identität
als Künstlerin, die stetige Optimierung von Sound und Arrangement
mit einem extrem einfachen Set-Up repräsentiert ihren
handwerklichen Trieb zu Perfektion. Wohin die Reise aber auch
gehen mag – erstmal einen Kaffee.
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„Episode #52 mit Anfisa Letyago“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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